{"id":1704,"date":"2026-06-26T14:00:00","date_gmt":"2026-06-26T14:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.audiopathik.net\/?p=1704"},"modified":"2026-06-26T14:39:39","modified_gmt":"2026-06-26T14:39:39","slug":"buddhas-beinamen-sakyamuni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.audiopathik.net\/de\/2026\/06\/buddhas-beinamen-sakyamuni\/","title":{"rendered":"Greek Buddha &#8211; Pyrrhos Encounter with Early Buddhism in Central Asia"},"content":{"rendered":"\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Christopher Beckwith \u2013 Princeton 2015<\/h6>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Herkunft des Namens \u015a\u0101kyamuni<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr gew\u00f6hnlich wird erkl\u00e4rt Buddhas Beiname \u015a\u0101kyamuni bedeutet &#8220;Weiser der \u015aakya&#8221;, ein Kriegerclan im Nordwesten Indiens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Epithet ist erstmals in den Gh\u0101ndh\u0101r\u012b-Schriften der ersten nachchristlichen Jahrhunderte belegt, die in Prakrit verfasst sind, und zwar als \u015a\u0101kamuni.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Skythen und die Verbindung zum Zoroastrismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Achaemeniden bezeichneten die Skythen als \u015a\u0101ka, lt. Iranistik urspr\u00fcnglich eine Selbstbezeichnung der \u00f6stlichen Skythen, deshalb argumentiert Beckwith der Beiname bedeute Weiser der Skythen und sei erst sp\u00e4ter zu Sanskrit \u015a\u0101kyamuni geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Skythen dienten im Heer der Achaemeniden und seien so zuerst nach Indien gekommen und \u00fcberdies in Ber\u00fchrung mit dem Zoroastrismus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00fcher Buddhismus und seine Abgrenzung zum Zoroastrismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beckwith identifiziert die in alten Quellen \u1e62rama\u1e47as Bezeichneten mit den fr\u00fchen Buddhisten und erkl\u00e4rt, dass sie dem Zoroastrismus ablehnend gegen\u00fcber gestanden h\u00e4tten, den die Perser im Osten etablieren wollen, deshalb kein Sch\u00f6pfergott und im fr\u00fchen Buddhismus keine heilige Erl\u00f6serfigur.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00fche Interaktionen und Datierung von Zoroaster<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Brahmanen hingehen seien den Zoroastrismus gegen\u00fcber aufgeschlossen gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der terminus post quem f\u00fcr das Auftreten Buddhas sei somit der Feldzug Darius in Indien 518\/517 v. Chr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beckwith akzeptiert die orale Tradition des \u1e5agveda und auch, dass es bereits vor Buddha Austausch des Veda mit dem Zoroastrismus gegeben haben muss, datiert den Zoroaster aber niedrig ~600 v.Chr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Datierung des Pal\u012b-Kanons und Gh\u0101ndh\u0101r\u012b-Schriften<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Tradition des Pal\u012b-Kanon hingegen, von dem Teile traditionell in die Lebenszeit Buddhas datiert werden, m\u00f6chte er auch nicht das Datum der ersten schriftlichen Fixierung zum 4. Konzil auf Sri Lanka unter K\u00f6nig Va\u1e6d\u1e6dag\u0101ma\u1e47\u012b 29-17 v. Chr. akzeptieren, sondern die \u00c4hnlichkeit zu den Gh\u0101ndh\u0101r\u012b-Schriften deuten in die \u015a\u0101ka-Kushan-Era der ersten nachchr. Jahrhunderte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einfluss des Buddhismus auf die Upani\u1e63aden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Upani\u1e63aden, die \u00fcblicherweise 750-500 v. Chr. datiert werden, zeigen lt. Beckwith Einfluss von Buddhismus und nicht umgekehrt, seien deshalb deutlich sp\u00e4teren Datums.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beckwiths kritische Analyse von Gr\u00fcndungsgeschichten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geburtsgeschichte Buddhas in Lumbini ist nach Beckwith ebenfalls viel sp\u00e4tere Nachdichtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich kritisch behandelt er die Tradition des Jainismus, der seine Gr\u00fcnderfigur Mahavira als Zeitgenossen Buddhas betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Beckwith gibt es hierf\u00fcr auch keine Belege die vor die \u015a\u0101ka-Kushan-Era zur\u00fcckreichen, der fr\u00fcheste gesicherte Beleg seien H\u00f6hlenkl\u00f6ster mit Jaina-Artefakten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Historische Darstellungen und kulturelle Unterschiede<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist damit also durchwegs sehr kritisch was die traditionellen Datierungen und Geschichtsdarstellungen auch in der aktuellen westlichen Geschichtswissenschaft angeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Inder hatten nie Interresse an empirischer Historiographie oder Chronologie, ihre Geschichte ist immer episch und mythologisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberhaupt wird sogar gesagt die Hinduisten seien dem Schrifttum misstrauisch gegen\u00fcber gestanden, anders aber die Buddhisten und Jainisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Zeit der Guptas an wird auch die buddhistische Geschichtsschreibung stark mythologisiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buddhas Legende als h\u00f6fische Erz\u00e4hlung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erz\u00e4hlung von dem reichen Prinzen Buddha von h\u00f6chster Geburt, der mit aller Leichtigkeit alle Widrigkeiten \u00fcberwindet und Buddha wird klingt auch sehr nach einer Fertigung f\u00fcr die tats\u00e4chlichen Prinzen und H\u00f6fe um sie dem Buddhismus wohlwollend zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pyrrhonismus: Ursprung und Einfluss<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Alexanders Feldzug kam Pyrrho nach Indien und wurde sp\u00e4ter in Griechenland Begr\u00fcnder einer Philosophenschule die einflussreich genug war, dass die Bezeichnung Pyrrhonismus daf\u00fcr gepr\u00e4gt wurde und die dem Skeptizismus angerechnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cicero hat sich damit befasst und Eusebius ist eine bedeutende Quelle und David Hume bezeichnete sich als Pyrrhonist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Skeptische Grunds\u00e4tze des Pyrrhonismus<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die pragmata \u2013 \u201eAngelegenheiten, Fragen, Themen\u201c \u2013 betrifft, so sind sie alle adiaphora \u2013 \u201edurch keine logische Differenzierung unterscheidbar\u201c \u2013, astathm\u0113ta \u2013 \u201einstabil, unausgewogen, nicht messbar\u201c \u2013 und anepikrita \u2013 \u201eunbeurteilt, unbestimmt, unentscheidbar\u201c.<\/p>\n<cite>Beckwith zitiert Euseb. Praep. Ev. XIV 18:1-5<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Unzuverl\u00e4ssigkeit von Sinneswahrnehmungen und Meinungen<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher sagen uns weder unsere Sinneswahrnehmungen noch unsere \u201eAnsichten, Theorien, \u00dcberzeugungen\u201c (doxai) die Wahrheit oder L\u00fcge [\u00fcber pragmata]; also sollten wir uns sicherlich nicht auf sie verlassen [um dies zu tun].<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielmehr sollten wir adoxastous \u201eohne Ansichten\u201c, aklineis \u201eunentschlossen [zu dieser oder jener Seite hin]\u201c und akradantous \u201eunersch\u00fctterlich [in unserer Weigerung, zu w\u00e4hlen]\u201c sein und \u00fcber jedes einzelne sagen, dass es nicht mehr ist, als es nicht ist, oder dass es sowohl ist als auch nicht ist, oder dass es weder ist noch nicht ist.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Trilak\u1e63a\u1e47a als buddhistische Lehre und ihr griechisches \u00c4quivalent<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit buddhistischer Weisheit, Beckwith will herausstellen, dass sich darin ein dreiteiliger Aufbau befindet wie es ihn in griechischer Philosophie so nicht gegeben hat (der &#8220;Weg der Mitte&#8221; ist aber zB auch in Aristoteles Politik relevant \u2013 den Pyrrho wom\u00f6glich pers\u00f6nlich kannte, schlie\u00dflich war er zuvor bereits an Alexanders Hof und dieser der Sch\u00fcler von Aristoteles), hingegen sei es zentraler Bestandteil buddhistischer Texte, er f\u00fchrt dazu das Trilak\u1e63a\u1e47a an:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">The statement is known as the Trilak\u1e63a\u1e47a, the \u2018Three Characteristics\u2019 of all dharmas \u2018ethical distinctions, factors, constituents, etc.\u2019 Greek pragmata \u2018(ethical) things\u2019 corresponds closely to Indic dharma ~ dhamma \u2018(ethical) things\u2019 and seems to be Pyrrho\u2019s equivalent of it.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">The Buddha says, \u201cAll dharmas are anitya \u2018impermanent\u2019. . . . All dharmas are du\u1e25kha \u2018unsatisfactory, imperfect, unstable\u2019. . . . All dharmas are an\u0101tman \u2018without an innate self- identity\u2019.\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ziel der Meditation<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">With the essential work of calming the mind completed, with the attainment of the fourth dhy\u0101na, the meditator can focus fully on the development of insight.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insight meditation aims at understanding [that \u201cthings\u201d] . . . are impermanent and unstable (anitya\/anicca), that they are unsatisfactory and imperfect (du\u1e25kha\/dukkha), and that they are not self (an\u0101tman\/anatt\u0101).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">The philosophical nuances of these three terms may be expressed differently in the theoretical writings of various Buddhist schools, but in one way or another the higher stages of the Buddhist path focus on the direct understanding and seeing of these aspects of the world.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8220;Early Buddhism&#8221; und Chronologie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Beckwith ist Pyrrho das \u00e4lteste Zeugnis buddhistischer Philosophie und etwa zeitgleich damit seien die chinesischen, fr\u00fch-taoistischen Werke Tao Te Ching (von Laotzu\/Lao Tan) und das Chuangtzu sowie eine Jadeyoga-Inschrift, die ebenfalls vom Buddhismus inspiriert oder beeinflusst seien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Megasthenes&#8217; Indika und fr\u00fche indische Schriften<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">305\/4 v. Chr. reiste Megasthenes im Auftrag von Seleukos I. zu Chandragupta, dem Begr\u00fcnder der Maurya-Dynastie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er schrieb das verlorene Werk Indika, von der nur Bruchst\u00fccke in Strabos Geographica erhalten sind, darunter, dass die Inder keine Schrift kannten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und in der Tat sind die \u00e4ltesten \u00fcberlieferten Schriften auf indischem Boden (mit Ausnahme der nicht entzifferten Glyphen der bronzezeitlichen Induskultur) die Inschriften der Maurya aus dem 3. Jh. v. Chr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret die Major Rock Edicts, die als Urheber Dev\u0101n\u0101\u1e43priya Priyadar\u015bi angeben der mit A\u015boka identifiziert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontroverse um die Identifikation von Dev\u0101n\u0101\u1e43priya Priyadar\u015bi und A\u015boka<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beckwith argumentiert aber, dass diese Identifikation durch den Bearbeiter der Standardedition dieser Texte Hultzsch 1925 auf der Grundlage des ahistorischen Mah\u0101va\u1e43sa beruht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er f\u00fchrt eine Reihe Ungereimtheiten auf und argumentiert bei Dev\u0101n\u0101\u1e43priya Priyadar\u015bi handle es sich wom\u00f6glich um den Sohn von Chandragupta, bei A\u015boka hingegen um einen sp\u00e4teren Herrscher der lediglich f\u00fcr die Minor Rock Edicts verantwortlich sei, in denen Dev\u0101n\u0101\u1e43priya A\u015boka auch als Urheber angegeben wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Chinesische Sprachverbindungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er f\u00fchrt auch eine Herleitung von Gautama von Lao Tan im Alt- und Mittelchinesischen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christopher Beckwith \u2013 Princeton 2015 Herkunft des Namens \u015a\u0101kyamuni F\u00fcr gew\u00f6hnlich wird erkl\u00e4rt Buddhas Beiname \u015a\u0101kyamuni bedeutet &#8220;Weiser der \u015aakya&#8221;, ein Kriegerclan im Nordwesten Indiens. 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