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Die preußische Kriegstheorie um 1800 und ihre Suche nach dynamischen Gleichgewichten

Intellectual historians never respect disciplinary boundaries, except when they are the boundaries imposed by the people whose ideas they study.

Richard Whatmore

Für [Azar Gat] gehören besonders die Schriften [...] Carl von Clausewitz', der großräumigen Bewegung des „Counter-Enlightenment“ an, die sich in Reaktion auf das dominierende Paradigma der Newton’schen Physik vom Aufklä-rungsdenken des 18. Jahrhunderts absetzte und von Gat unter Verweis auf die regionalen Schwerpunkte ihrer Entstehungsphase mit dem Sammelbegriff des „German Movement“ bezeichnet wird.

[…]

Nach wie vor wird jedoch insbesondere das Clausewitz’sche Œuvre als Kristallisationspunkt einer Wende verstanden, die das Denken über den Krieg grundlegend verändert hat. Seine Texte nehmen noch immer eine zentrale Funktion ein für das ideengeschichtliche Verständnis dieser Epoche und für neue Standortbestimmungen der politischen Theorie.

Warum Clausewitz und sein Umfeld bis heute für wichtig gehalten werden, lässt sich vor allem auf zwei Punkte zurückführen:

  1. Clausewitz steht für die moderne Einsicht, dass der Krieg als soziales Phänomen zu betrachten ist, d. h. sich von zivilen Prozessen nicht trennen lässt, und als eine „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ verstanden werden muss.
  2. Ferner bezeichnet er einen Paradigmenwechsel, nach dem soziale Prozesse und vornehmlich Konflikte nicht mehr statisch, sondern dynamisch und als historisch wandelbar begriffen werden müssen. Hierfür steht vor allem seine immer noch berühmte und viel zitierte Metapher vom Krieg als „wahres Chamäleon“, das „in jedem konkreten Falle seine Natur etwas ändert“.

Für die kontroverse Auslegung seines Werkes stehen bis heute zwei Namen. Während sich 1935 Erich Ludendorff mit seinem berüchtigten Konzept vom ‚totalen Krieg‘ auf Clausewitz’ „Vernichtungsgedanken“ berief, konnte sich Ludwig Beck zur Zeit seines Widerstandes gegen Hitler seinerseits auf Clausewitz’ „ermäßigendes Prinzip“ berufen, mit dem er sich moralisch gegen eine Politik der totalen Eskalation wandte.

[…]

In Clausewitz’ Rekurs auf ein „dynamische[s] Gesetz des Krieges“ bewegt er sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einer Tradition der zeitgenössischen Naturwissenschaften, genauer gesagt der dynamistischen Wende, die ungefähr hundert Jahre zuvor durch die Newton’sche Physik begründet worden war – „Isaac Newton was the giant of science in the seventeenth and eighteenth centuries“. Newton hatte mit seinen neuen Konzepten von „Masse“ und „Kraft“ Paradigmen einer neuen Zeit geschaffen:

Conceptions such as ‚mass‘ and ‚force‘ were quickly recognized by Newton’s contemporaries as powerful concepts for representing aspects of bodies that allowed them to be measured and their dynamical interactions calculated.

Iliffe / Smith, Introduction (2016), S. 1.

Es herrschte, so auch Reinhard Brandt, „eine überwältigende Newton-Mode unter den Denkern des 18. Jahrhunderts“. Dieser mathematisch-naturwissenschaftliche Hintergrund kann kaum überschätzt werden, auch dann nicht, wenn in den Werken des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts der Name Sir Isaac Newtons nicht immer erwähnt wird. Es sei hier nur daran erinnert, dass in Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1781), ein Werk, das nur vor dem „Faktum der Newtonischen Wissenschaft“ zu begreifen ist, der Name Newtons nur drei Mal (davon 2 Mal nur adjektivisch) erwähnt wird.

[…]

Den Dreh- und Angelpunkt für die vorliegende Untersuchung bildet der Begriff einer „Inertie der Kräfte“, der sich bei Carl von Clausewitz in einem Vorentwurf zu seinem Hauptwerk „Vom Kriege“ findet. Er dient dazu, sein „ermäßigendes Prinzip“ näher zu charakterisieren. [...] Der Begriff der ‚vis inertiae‘ ist ein Kernbegriff der Newton’schen Dynamik.

Ursprünglich als Kraft bezeichnet, wurde er bei Newton als ‚Massenträgheit‘ zu einem passiven und inhärenten Prinzip aller physikalischen Körper. Das Trägheitsmoment von Massekörpern ist selbst keine Kraft, sondern leistet vielmehr Widerstand gegen Beschleunigung und kann damit zum Nachweis und zur Messung von auftretenden Kraftwirkungen genutzt werden. Ein weiterer Kernbegriff bei Clausewitz ist der der „Wechselwirkung“, der ebenfalls ein zentrales Konzept der Newton’schen Dynamik bildet.

Schon im kritischen Werk von Kant hatten dieselben Newtonischen Begriffe in verwandelter Form zentrale Funktionen übernommen. Bei Kant werden sie zu allgemeinen Bedingungen objektiver Erkenntnis transzendiert, die jeder Wissenschaft zugrunde liegen müssen.

[…]

Es war Georg Heinrich von Berenhorst (1733–1814), der in den 1790er Jahren mit seinen „Betrachtungen über die Kriegskunst“ versuchte, die Kantische Kritische Methode auf den Krieg anzuwenden und die Frage nach der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Theorie des Krieges aufzuwerfen. Die Besonderheit der preußischen Kriegstheorie um 1800 beginnt mit diesem Rekurs auf den erkenntnistheoretischen Zugang Kants. Während Berenhorsts Bemühungen noch in Paradoxien endeten, gelang es dann Adam Heinrich Dietrich von Bülow (1763–1807) in Anknüpfung an Berenhorst, diese Forderungen an eine neue Wissenschaft der Kriegstheorie in einem in sich kohärenten Modell umzusetzen. Bülow postulierte ein „allleitende[s]“ oder „bindendes Princip“, das nicht nur dazu angetan sein sollte, dem Krieg „Fesseln anzulegen“, sondern das als „Fundamental-Principium der ganzen Kriegswissenschaft“ eine dynamische Theorie sozialer Konflikte ermöglichen und erstmals zur Prognose und Herstellung dynamischer Gleichgewichtssysteme befähigen sollte. Er schuf damit in den Jahren um 1800 auch bewusst einen neuen Zugang zu der damals aktuellen Frage nach einer Theorie des ewigen Friedens.
Aus dieser Bülow’schen Theorie, die nach 1800 im preußischen Offizierskorps und schon bald europaweit diskutiert wurde, stammen die zentralen Postulate der Clausewitz’schen Theorie, dass sich der Krieg 1. auf ein „dynamische[s] Gesetzes des Krieges“ bringen lassen muss, 2. dass seine Fundamente ein passives und den Ereignissen selbst „innewohnende[s]“, sie „ermäßigendes Prinzip“ beinhalten müssten, und 3. der zentrale Gedanke, dass der Krieg nichts Statisches und „nie ein isolierter Akt“, „kein selbstständiges Ding“, sondern immer nur „ein politisches Instrument“ und nur die „bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ sei.
Alle diese Gedanken finden sich bereits eine Generation früher bei Dietrich von Bülow, dessen Werke der junge preußische Offizier Clausewitz während seiner Studienzeit an der „Akademie für junge Offiziere“ (1801– 1804) – d. h. während der Hauptschaffensperiode Bülows – aufmerksam rezipiert hatte.

Clausewitz’ berühmte Definition vom Krieg, die Herfried Münkler als „Zentralformel“ moderner Konfliktforschung charakterisiert, und die die Konflikte als „fortgesetzte Staatspolitik mit anderen Mitteln“ interpretiert, stammt aus dem Jahr 1806 und aus der Feder Dietrich von Bülows. Dieser war der Überzeugung, dass Krieg immer „nur ein Mittel zur Erreichung diplomatischer Zwecke“ sein konnte. Sein Modell beschrieb soziale Konflikte als dynamischen Prozess, in dem „sich Diplomatie in Krieg“ verwandeln und „aus dem Streit mit Gründen“ schließlich „ein Streit mit körperlichen Kräften“ werden kann. Diese Dynamik hatte Bülow zufolge nie eigentlich militärische Wurzeln. Vor allem war für ihn „Krieg keinesweges ein etwas in sich selbst Vollendetes, sondern nur ein Mittel zur Erreichung diplomatischer Zwecke“, das sich in seinem dynamischen Übergang fortwährend „verwandelt“. Entscheidend für diese Sicht der Dinge ist Bülows analytische Methode. Seine Theorie sollte wie die der Newton’schen Dynamik auf nur einem „Haupt-Grundsatz“ aufbauen. Analog zu dem Axiom der Massenträgheit (vis inertiae), postulierte Bülow die Existenz „eines allleitenden Principiums“, das die Bedingungen einer dynamischen Wissenschaft und einer Theorie dynamischer Gleichgewichte für den Krieg erstmals substantiieren sollte. Dieses Prinzip der „Subsistenz“ hatte Bülow erstmals 1799 in seiner Einleitung zum „Geist des neuern Kriegssystems“ für die Theorie eines zukünftigen „immerwährenden Friedens“ angekündigt. Mit dem Konzept einer Subsistenz-Masse schuf Bülow für die Unterscheidung von Politik, Strategie und Taktik einen Referenzrahmen, um „das politische System Europas“ erstmals wie das Sonnensystem auf der Grundlage eines objektiven Inertialprinzips als ein dynamisches und interdependentes Gleichgewichtsmodell zu betrachten, in dem „eine große Macht jetzt eben so wenig zerstört werden kann, ohne alle übrigen zu erschüttern“, wie „ein Planet aus seinem Orte gerissen“ werden könne, „ohne das System zu zerrütten“. Mit Reinhard Brandt könnte man sagen, dass der Newton’sche Hintergrund zu jener Zeit allgegenwärtig war und er damit in Bülows Fall beinahe als trivial erscheinen könnte. Die Art jedoch, wie Bülow an die Newton’sche Methode anschloss, war hochgradig subtil, ja einzigartig und bedarf daher der detaillierten Rekonstruktion. Das Inertialprinzip der Subsistenz sollte als epistemologische Bedingung a priori – wie das Masseprinzip in Newtons „Principia“ – einen neuen Messraum aufspannen, in dem sich die dynamischen Prozesse sozialer Konflikte künftig abbilden und prognostizieren lassen sollten. Es ist dieser Gedanke an ein soziales Trägheitsprinzip, den sich Carl von Clausewitz Jahrzehnte später als „Inertie der Kräfte“ und als „ermäßigendes Prinzip“ zu eigen machte, um auch in seinem Modell „Gegengewichte“ zu erhalten, „die das rasche Prinzip“ des Krieges wie im Bülow’schen Modell dynamisch „ermäßigen“ sollten. Nicht erst Clausewitz vollzog also eine dynamische Wende im Denken über den Krieg. Ihre ideengeschichtlichen Ursprünge sind früher – bei Berenhorst und Bülow – zu finden. Mit seinem dynamischen Gleichgewichtsmodell sozialer Körper steht Bülow in seiner Zeit allein.

[…]

Dietrich von Bülow versuchte lange vor Clausewitz, den Krieg erstmals auf die Fundamente einer dynamischen Wissenschaft zu stellen, die auf ein einziges „allleitende[s] Principium[]“ aufbauen sollte, womit er den methodischen Anschluss an die Newton’sche Physik anstrebte, deren Theorie dynamischer Gleichgewichte ebenfalls auf einem „Fundamental-Principium“, dem Axiom der Massenträgheit ruht. Es wird sich zeigen lassen, dass diese analoge Rolle in der Bülow’schen Dynamik von dem Prinzip der Subsistenz ausgefüllt werden sollte.
Berenhorst und Bülow waren die vielleicht extravagantesten Repräsentanten einer pazifistisch-intellektuellen Strömung im Preußen der Französischen Revolutionsära, deren Anhänger nicht auf dem Schlachtfeld die Lösung für soziale Konflikte erwarteten, sondern in der Entdeckung einer neuen Wissenschaft vom Krieg, die seine Vermeidung lehren sollte. Mit der Freilegung dieses vergessenen Kontextes muss die Bedeutung von Clausewitz neu verortet werden. Er war nicht der Schöpfer einer für die Friedensforschung anwendbaren Grundlage. Wie sich zeigen wird, war er vielmehr derjenige, der sie zerstörte, indem er Bülows Theorie furios ablehnte und ihre Spuren verwischte. Nur noch Bruchstücke dieser Theorie wurden – bis zur Unkenntlichkeit verändert – in seinem Werk überliefert.

[…]

Im Folgenden soll versucht werden, die Ursprünge einer eigenständigen preußischen Kriegstheorie anhand ihrer wesentlichsten Protagonisten, Georg Heinrich von Berenhorst und Adam Heinrich Dietrich von Bülow, sowie ihrem Umfeld und ihren Nachfolgern im Kreis um Gerhard von Scharnhorst und Carl von Clausewitz zu rekonstruieren. Damit sind vier Thesen verbunden, die in dieser Arbeit vertreten werden sollen:

  1. Eine eigenständige preußische Kriegstheorie beginnt in den 1790er Jahren mit Berenhorsts Frage nach einem „festen Standpunkt“ für eine exakte Wissenschaft vom Krieg, mit der sich das pazifistische Anliegen verknüpfte, zwischenstaatliche Konflikte von einem solchen noch zu entdeckenden Standpunkt objektiv voraussagen und begrenzen zu können.
  2. Die Lösung wurde von Berenhorst und Bülow in Anknüpfung an die von Kant – vor dem Hintergrund des Newton’schen Paradigmas – entwickelte Erkenntnistheorie gesucht. Den Ausgangspunkt bildete für sie die Idee von einem sozialen Trägheitsprinzip a priori, über das sich – in Analogie zum physikalischen Prinzip der vis inertiae – soziale Kräfte messen und zum dynamischen Ausgleich bringen lassen. Die Funktion eines solchen Trägheitsprinzips sollte im Bülow’schen Modell die von ihm als „Fundamental-Principium“ postulierte „Theorie der Subsistenz“ liefern.
  3. Das gesamte Werk von Clausewitz kann nur vor dem Hintergrund dieser Theorie und als ihr radikaler Gegenentwurf verstanden werden. Demnach übernahm Clausewitz zwar wesentliche Begriffselemente von Bülows Dynamik des Krieges, ohne aber ihre strukturelle Kohärenz durchdrungen zu haben. Unter anderem entging ihm die zentrale Funktion eines ‚ermäßigenden Prinzips‘ im Sinne eines ‚sozialen Trägheitsprinzips a priori‘.
    In der Konsequenz führte der unvollständige Begriffstransfer in seinem Werk zu einem inkohärenten Torso. Durch seine stark romantisch begründete Orientierung gelangte Clausewitz stattdessen zu einem Modell der totalen Dynamik, in das sich die von Bülow übernommene Forderung nach einem ‚ermäßigenden Prinzip‘ später nicht mehr integrieren ließ.
    Ohne dieses Prinzip führte das Clausewitz’sche Modell zwangsläufig auf den Gedanken einer totalen Dynamik, die seinen „Total-Begriff des Krieges“ konstituierte, und die in der Rezeptionsgeschichte seines Werkes in der wiederholt gewonnenen Einsicht fortlebt, dass bei ihm „alles […] dynamisch“ und „alles ein Spiel von Kräften“ sei, weshalb seiner Theorie zuweilen der Vorwurf gemacht wurde, die kriegstheoretische Diskussion erstmals in das Dogma des ungebremsten Vernichtungsgedankens geführt zu haben.
  4. Schließlich wird sich wahrscheinlich machen lassen, dass es insbesondere Clausewitz war, der die Erinnerung an Dietrich von Bülow beinahe systematisch zu verwischen versuchte.

[…]

Es handelt sich dabei um eines der Denkschemata, welche die Werke des Scharnhorst-Kreises – aus Foucault’scher Perspektive – „völlig bestimmen und sie beherrschen“ und sich gegen die Bülow’sche Theorie nach 1800 allgemein durchsetzen sollten. Als ein Ideengeber des Scharnhorst-Kreises tritt in diesem Zusammenhang ein bisher völlig vernachlässigter Autor in den Vordergrund, der entscheidend am kriegstheoretischen Diskurs in Berlin teilnahm, Friedrich von Gaugreben (1774–1822), über den nur wenig bekannt ist. Von ihm und seiner umfangreichen Kritik an Bülow stammt nicht nur die berühmte, heute fälschlicherweise mit Clausewitz assoziierte Metapher vom Krieg als „wahre[m] Chamäleon“. Mit seiner Kritik stattete er vor allem Clausewitz mit den wesentlichen Gegenargumenten aus, die zur Grundlage des Clausewitz’schen Denkens und seiner Widersprüche werden sollten. Schließlich geht es darum, zu zeigen, dass sich Clausewitz’ berühmtes Werk „Vom Kriege“ als eine Fortsetzung der Gaugreben’schen Kritik an Bülow entschlüsseln lässt, die ihn in das Paradox einer totalen Dynamik führte, um damit eine Grundlage für den modernen Vernichtungsgedanken zu schaffen.

Bülow lieferte einen Neuansatz für die Betrachtung sozialer Phänomene, indem er sie auf der Basis eines sozialen Prinzips der Trägheit als dynamische Gleichgewichte verstand.

Die preußische Kriegstheorie um 1800 und ihre Suche nach dynamischen Gleichgewichten ~ Arthur Kuhle, Duncker & Humblot 2018

Nirgends bilden die „Politiker“ eine abgesondertere und mächtigere Abteilung der Nation als grade in Nordamerika. Hier wird jede der beiden großen Parteien, denen die Herrschaft abwechselnd zufällt, selbst wieder regiert von Leuten, die aus der Politik ein Geschäft machen, die auf Sitze in den gesetzgebenden Versammlungen des Bundes wie der Einzelstaaten spekulieren oder die von der Agitation für ihre Partei leben und nach deren Sieg durch Stellen belohnt werden. Es ist bekannt, wie die Amerikaner seit 30 Jahren versuchen, dies unerträglich gewordne Joch abzuschütteln, und wie sie trotz alledem immer tiefer in diesen Sumpf der Korruption hineinsinken. Gerade in Amerika können wir am besten sehn, wie diese Verselbständigung der Staatsmacht gegenüber der Gesellschaft, zu deren bloßem Werkzeug sie ursprünglich bestimmt war, vor sich geht. Hier existiert keine Dynastie, kein Adel, kein stehendes Heer, außer den paar Mann zur Bewachung der Indianer, keine Bürokratie mit fester Anstellung oder Pensionsberechtigung. Und dennoch haben wir hier zwei große Banden von politischen Spekulanten, die abwechselnd die Staatsmacht in Besitz nehmen und mit den korruptesten Mitteln und zu den korruptesten Zwecken ausbeuten – und die Nation ist ohnmächtig gegen diese angeblich in ihrem Dienst stehenden, in Wirklichkeit aber sie beherrschenden und plündernden zwei großen Kartelle von Politikern.

London, on the 20th anniversary of the Paris Commune, March 18, 1891

Friedrich Engels

Veröffentlicht in Games

Construction & Factory Automation

Mit zunehmender Industrialisierung hört die Maschine auf, bloßes Werkzeug zu sein, beginnt ein Eigenleben und zwingt dem Menschen ihren Rhythmus auf. Er bewegt sich, sie bedienend, mechanisch, wird zum Teil der Maschine.

Fritz Lang

Soviet Republic: Workers & Resources

Verwalte alle Aspekte deiner Republik in diesem Sowjet-Städtebauspiel. Durch die Planwirtschaft hast du die Kontrolle über alles – vom Rohstoffabbau über die Warenproduktion bis hin zu Dienstleistungen. Nutze deine Macht, um Entscheidungen zu treffen, die sich auf das tägliche Leben deines Volkes und ihre Loyalität gegenüber der Nation auswirken. Ob Bauwesen, Transport, Handel, Gesundheit, Bildung, Unterhaltung, Tourismus oder die unzähligen anderen Facetten einer vollwertigen Stadt – ihre Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Qualität hängt nur von dir ab. Bei der Simulation globaler Lieferketten suchst du nach fruchtbaren Böden, Erzadern und Land, auf dem du deine Nation aufbauen kannst. Auf das im Radio dein Loblied erklingt und das Volk deiner glorreichen Sowjetrepublik jubelt!

Durch eine Vielzahl an komplexen Simulationen in Workers & Resources: Soviet Republic werden deine Städte zum Leben erweckt. Ob es um den Preis von Waren auf dem Weltmarkt, die richtige Verteilung von Strom und Wasser oder den erhöhten Wärmebedarf in den Wintermonaten geht – alles kann manipuliert werden. Passe die Komplexität in bestimmten Bereichen an deine Bedürfnisse an und werde zum Bauingenieur, Stadtplaner oder Ökonom. Wer Simulationen liebt, wird hier garantiert fündig.

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Dyson Sphere Program

Dyson Sphere Program ist ein Sci-Fi-Sandkasten-Aufbauspiel mit Weltraum-, Abenteuer-, Erkundungs- und Fabrikautomatisierungselementen. In der Zukunft erschafft die Menschheit einen Supercomputer, der als "CentreBrain" bekannt ist, in der Hoffnung, seine leistungsstarken Rechenfähigkeiten zu nutzen, um die Anwendung virtueller Welten weiter auszubauen.

Sie sind ein Raumfahrtingenieur, der ein von der Weltraumallianz COSMO ins Leben gerufenes Projekt leitet und mit einem gewaltigen Unterfangen betraut ist: dem Bau von Dyson-Sphären (einer Megastruktur, die einen Stern umkreist und dessen gesamte Kraft und Energie nutzt), um die Energie zu erzeugen, die CentreBrain benötigt.

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Satisfactory

Satisfactory ist ein Fabrik-Aufbauspiel aus der Ego-Perspektive mit einer Prise Erkundung und Kampf. Spiele allein oder mit Freunden, erkunde einen fremden Planeten, baue mehrstöckige Fabriken und betrete den Fließbandhimmel!

Erobere die Natur durch den Bau massiver Fabriken im ganzen Land. Expandiere wo und wie immer du willst. Der Planet ist voll von wertvollen natürlichen Ressourcen, die nur darauf warten, genutzt zu werden. Als Angestellter von FICSIT ist es deine Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie gut genutzt werden.

Baue deine Fabriken mit anmutiger Perfektion oder baue komplizierte Netze von Förderbändern, um all deine Bedürfnisse zu befriedigen. Automatisiere Lastwagen und Züge, um deine weit entfernten Außenposten zu erreichen, und stelle sicher, dass du den Transport von Flüssigkeiten richtig handhabst, indem du sie in Fässern transportierst. Alles dreht sich um die Minimierung der Handarbeit.

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Veröffentlicht in Überlegungen

Geschichte und Politik

Um die heutige Politik mach ich einen großen Bogen, es ist immer noch authoritäre Bevormundung und ein echter Dialog findet ohnehin nicht statt. In einer Demokratie wäre jeder Politiker, aber wenn Menschen tagein tagaus keine Zeit haben weil sie ihr Leben mit repetitiver Arbeit zubringen müssen von der sie selbst überhaupt nichts haben, für Leute die sie nicht einmal kennen bloß um immer wieder die selbe Betonkiste und den selben Vergaser zu bezahlen bleibt ihnen einfach keine Zeit und Kraft um selbst eingehend aktuelle Themen zu studieren und eigene Meinungen und Aussagen zu erlangen. Mangels eigener Einsichten bleibt nur eine der vorgefertigten Meinungen zu adaptieren, zwischen Rot, Blau oder Schwarz zu wählen.
Menschen werden absolut nicht zur Emanzipation erzogen, man könnte von klein auf alle 2-3 Wochen Teilnahme an politischen Debatten fördern, sie aktiv in der Politik miteinbeziehen und dazu entsprechend von Arbeit und Verpflichtungen freistellen, so würden politisch gebildete Menschen erzogen, aber in Wirklichkeit will man das überhaupt nicht.
Mit 6 Jahren werden Kinder in ein Zuchthaus gesteckt wo es heißt sitz still und schweig, in Schule und Ausbildung ist es vollkommen irrelevant was richtig ist, es geht einzig darum zu sagen was sie hören wollen, es geht um Gehorsam. Es wird einem beigebracht, dass man nichtkann, es wird einem nicht beigebracht man könne mit Leichtigkeit fremde Sprachen lernen, sondern dass es langwierig und schwierig ist, dass man es nur durch teure Lehrer und Zertifikate kann und es kurzum am besten lasst und arbeiten geht.
Jedes Kind würde mit allerhöchster Freude freiwillig Mathematik studieren und geniale Roboter, Vehikel oder schlaue Häuser konstruieren weil es ein Vergnügen ist wenn man nicht "Fehlleistungen" diagnostiziert bekommt, abgestraft wird wenn man nicht "gut genug" leistet, aber das sind die wirklichen wertvollen Dinge im Leben und werden jedem von klein an genommen. Möchte man ein eigenes Vehikel oder Haus konstruieren? Keine Genehmigung.
Es stellt sich niemand freiwillig tagein tagaus an die Straße und verkauft Döner, die Menschen werden als Kinder gebrochen und diese Formen gepresst, denn dieses System braucht Putzfrauen und Mechaniker. In Wirklichkeit braucht es die nicht, wir können fast alle mühselige Arbeiten automatisieren und abschaffen, aber man will es nicht. Müssten die Leute ihren Mist selbst wegräumen, selbst putzen, anstatt andere dafür zu bezahlen, dann würden sie mit Sicherheit weniger Dreck machen, es sich besser überlegen was es tatsächlich wert ist. Es müsste niemand bei McDonalds Burger braten wenn man da hingehen kann und sich das selbst machen. Ford hat das Förderband und die automatisierte Fabrik entwickelt und so die Massenproduktion, wir wollten diese Maschinen entwickeln damit sie uns die Arbeit abnehmen, aber diesen Vorteil behält der Fabriksbesitzer, der Kapitalist, der Konzern ein, das ist ihr Profit. Da es nun nichtmehr wirklich notwendig ist dass jeder sein Leben mit Arbeit zubringt (und tatsächlich nie war) werden Milliarden in sinnlosen Kriegen wortwörtlich verbrannt denn für dieses Geld das die Nationalbanken drucken bürgt der Bürger und muss dafür arbeiten.
Es würde aber auch niemand in seiner freien Zeit tagtäglich Ekzeme untersuchen oder Gutachten verfassen, der Arzt, der Anwalt ist in Wirklichkeit kein Stück schlauer als der Tankwart und muss alles kaufen weil er von nichts eine Ahnung hat, er ist noch nichtmal ein Arzt, sondern nur ein HNO, ganz besonders von der Politik hat er keine Ahnung, das können nur echte Politiker, so muss er andere für sich entscheiden lassen, muss sich regieren lassen.
Da hat man dann noch nicht einmal den Marx geschafft und der liegt 160 Jahre zurück. Warum der Marxismus nicht funktioniert? Weil jene die vom bestehenden System profitieren nicht wollen, dass sich der Arbeiter erhebt, von seinen Ketten befreit und sein Kapital und seine Rechte in die eigene Hand nimmt. Das Paradies ist möglich, da kommen wir her, dann vergessen wir allerdings all die negativen Dinge, die Probleme und Schwierigkeiten des Lebens und öffnen ihnen Tür und Tor, der Marxismus ist keine Wunderlösung und so auch keine Utopie.

Als im Zuge der französischen Revolution Seine Hochwohlgeboren der König von Frankreich Louis XVI vor dem Tribunal nur noch "citoyen Capet" war, ein Bürger, bedeudete das, dass sich selbst der allerhöchste Adel plötzlich mit Bürgerrechten und Gedankengut auseinandersetzen musste. Die adligen Dynastien lassen sich nicht in das kleinbürgerliche Bild vom Nationalstaat pressen, sie definierten sich durch ihre weitverzweigten Verwandschaften an den internationalen Höfen. Was mit der Revolution geschah versetzte der Aristokratie ganz Europas einen Schlag, es war klar, dass das Hl. Röm. Reich dt. Nat. nicht verschont bleiben würde und so kam man dem zuvor indem man den Niemand, das unbeschriebene Blatt aus Korsika kurzerhand über alle Klassen hinweg zum Kaiser machte und das HRR erlosch, unter Fanfaren ritt er in Paris ein und beendete die Revolution und überzog Europa mit Kriegen um die bevorstehenden Veränderungen im Keim zu ersticken und war damit nicht gänzlich ohne Erfolg.

[...] mit der Unterjochung der Arbeiterklasse, welche Februar und März gemacht hatte, gleichzeitig ihre Gegner besiegt wurden – die Bourgeoisrepublikaner in Frankreich, die den feudalen Absolutismus bekämpfenden Bürger- und Bauernklassen auf dem gesamten europäischen Kontinent; daß der Sieg der honetten Republik in Frankreich gleichzeitig der Fall der Nationen war, die auf die Februarrevolution mit heroischen Unabhängigkeitskriegen geantwortet hatten; daß endlich Europa mit der Besiegung der revolutionären Arbeiter in seine alte Doppelsklaverei zurückfiel. In die englisch-russische Sklaverei. Der Junikampf zu Paris, der Fall Wiens, die Tragikomödie des Berliner NovembersA1, die verzweifelten Anstrengungen Polens, Italiens und Ungarns, Irlands Aushungerung – das waren die Hauptmomente, in denen sich der europäische Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse zusammenfaßte, an denen wir nachwiesen, daß jede revolutionäre Erhebung, mag ihr Ziel noch so fernliegend dem Klassenkampf scheinen, scheitern muß, bis die revolutionäre Arbeiterklasse siegt, daß jede soziale Reform eine Utopie bleibt, bis die proletarische Revolution und die feudalistische Kontrerevolution sich in einem Weltkriegmit den Waffen messen. In unserer Darstellung, wie in der Wirklichkeit, waren Belgien und die Schweiz tragikomische karikaturmäßige Genrebilder in dem großen historischen Tableau, das eine der Musterstaat der bürgerlichen Monarchie, das andere der Musterstaat der bürgerlichen Republik, beides Staaten, die sich einbilden, ebenso unabhängig von dem Klassenkampf zu sein wie von der europäischen Revolution.

Friedrich Engels

Mit Kriegen lässt sich die eigene Bevölkerung noch viel besser unterdrücken und kontrollieren als Fremde, Krieg ist immer der selbe Klassenkampf und so ist klar dass es sich bei den beiden letzten großen Kriegen um nichts anderes handelte.
Kaiser Wilhem wollte die Novemberrevolution 1918 durch einen Marsch auf Berlin wie Napoleon beenden, was ihn davon abhielt war die äußert blutige Absetzung der Zaren durch die russischen Revolutionäre. Dass er sich nun auf seine Villa in Doorn zurückzog wurde ihm vom alten Adel als Fahnenflucht und Desertation nie vergeben, man warf ihm vor er hätte besser heldenhaft für das Kaiserreich sterben sollen. Den niederen Adel traf es nach 1918 besonder schwer, viele mussten nun als Tankwarte oder Sektetärinnen arbeiten oder waren gar auf Spenden der DAG angewiesen und waren entsprechend wütend auf die Niederlage und besonders die Republik, sie radikalisierten sich nach völkisch rechts.
Der hohe Adel musste zwar auch Verluste in Kauf nehmen, war aber weiterhin von enormen Reichtum und Besitzungen, ihnen war die Republik natürlich nicht minder verhasst, allerdings konnten sie den Kampf auf ganz anderem Niveau austragen, sie konnten auch ohne Anflüge von Hetze wie "nordischer Rasse" Anwalts- und Doktorengremien zu Felde führen die etwa die Auflösung der Fideikommisse aufzuhalten wussten und waren natürlich in allen wichtigen Positionen der Republik und des Dritten Römisch-Deutschen Reichs bestens vertreten, Hindenburgs Familie konnte mit Sicherheit sorgenfrei leben.

Ein paar eindrückliche Stellen aus Stephan Malinowskis Dissertation/Buch von 2003 Vom König zum Führer:

Etwa sechs Wochen nach dem Tag von Potsdam empfing Hitler den kaisertreuen Friedrich v. Berg, den gestürzten DAG-Adelsmarschall. Nach den Informationen, die der anwesende Reichswehrminister Werner v. Blomberg an den „Hausminister“ des Exilkaisers weitergab, hatte Hitler vage, jedoch weitgehende Versprechungen gemacht: „Als Abschluß seiner Arbeit sehe [Hitler] die Monarchie“, hieß es im Gesprächsprotokoll. In Frage käme allerdings allein die Hohenzollernmonarchie, eine Restauration der Throne in den Bundesstaaten sei abzulehnen. Der Zeitpunkt der Restauration sei allerdings noch nicht gekommen und die Monarchie nur als Ergebnis eines siegreichen Krieges denkbar.

Generalleutnant a. D. August v. Cramon hatte im Oktober 1933 eine an den Reichspräsidenten gerichtete Denkschrift verfaßt, in der die Wiedereinsetzung Wilhelms II. in seine königlichen Rechte, gewissermaßen als Geschenk zu seinem 75. Geburtstag im Januar 1934 vorgeschlagen wurde. Zur „Erbweisheit des Geschlechts“ kämen nunmehr Weisheit und Würde des Alters hinzu. Der „Führergedanke“ müsse zwangsläufig „im unsterblichen Führertum, der Erbmonarchie‘“ enden und Hitler werde dabei behilflich sein: „Adolf Hitler selbst ist, soweit bekannt, Monarchist.“

Eine Rede von 1930, in der Wilhelm II. in Doorn die Inflation des Führerbegriffes beklagte:

Führer sein! Das will heutzutage jeder. Führer bieten sich allerorten an. Als Führer spielen sich viele auf [...]. Und dennoch, überall der Schrei nach Führern!

In einer sonderbaren Mischung aus christlichen und neu-rechten Motiven erneuerte Wilhelm II. seinen Führungsanspruch. Der Führergedanke sei von Gott zuerst den Sumerern „geoffenbart‘ worden. König Hammurabi habe den „Führerberuf“‘ vor 5000, seine eigenen Vorfahren vor 500 Jahren von Gott übertragen bekommen. „Allein, diesen Führern ist wiederum der Führer Jesus Christus!“ Räumlich und gedanklich fern von allen politischen Realitäten ernannte der Exilkaiser Jesus zum jenseitigen, sich selbst zum irdischen „Führer“. Die vorangestelite Passage aus dem Johannes-Evangelium, die der Ansprache den Titel gegeben hatte, bezog der Kaiser-Führer auf sich selbst: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Eine „mobile“ Schnittstelle entstand durch die Aktivitäten der zweiten Ehefrau Wilhelms II., Hermine Prinzessin v. Reuß, die bei ihren Deutschlandaufenthalten in den wichtigsten Zirkeln der politischen Rechten verkehrte. Offenbar nahm sie 1929, am Rande des Nürnberger Parteitages, Kontakt mit der NSDAP-Führung auf. Der Zeitpunkt ihrer ersten Begegnung mit Hitler ist unklar, gut dokumentiert ist hingegen ein Treffen mit Hitler im Salon der Baronin Tiele-Winckler im November 1931. In Anwesenheit der „Kaiserin“, Görings und der adligen Chefberater Wilhelms II. hielt Hitler einen mehrstündigen Monolog, in dem er seine Absicht darlegte, „alle Novemberverbrecher [...] öffentlich strangulieren“ zu lassen. Der Vortrag begeisterte Gastgeberin und Gäste gleichermaßen, die Ehefrau des Kaisers äußerte sich positiv über den „sympathisch[en]“ Hitler, „auch über seinen guten und geraden Gesichtsausdruck und seine guten Augen und ihren Ausdruck ohne Falsch“, Erfreut über das Ergebnis des Treffens faßte Magnus v. Levetzow seine Eindrücke von Hitler in einem Brief an Fürst v. Donnersmarck zusammen: „Er war gut im Tellerchen, Donnerwetter nochmal.“

Usw, das Buch enthält eine Fülle an Quellenmaterial, siehe Bücher

Die Republik war also verhasst und so wurde wiederum ein Niemand, ein unbeschriebenes Blatt hervorgeholt sie zu beseitigen. Es musste ein Niemand sein der keine Verbindungen zu bestehenden Mächtigen Strukturen hatte denn sonst würden alte Bündnisse und Rivalitäten ein effektives Handeln unmöglich machen.
Die Republik als Feind mag eine gemeinsame Front des hohen Adels gewesen sein, aber alte Bande und Rivalitäten waren deshalb noch lange nicht vergessen:

In Übereinstimmung mit seinen westfälischen Standesgenossen bezeichnete der Abt Augustinus von Galen, ein Bruder des später berühmten Bischofs, das Monarchieproblem 1926 als eine Cura posterior und hielt die Ansprüche des Hauses Habsburg im Gegensatz zu jenen der Hohenzollern für berechtigt: ,,Was die Hohenzollern betrifft, so hatte ihr Kaisertum mit dem des alten Reiches nicht das geringste zu tun [...]. Die Hohenzoller waren daher in gar keiner Weise Rechtsnachfolger der alten Kaiser und von diesem Gesichtspunkt aus könnten sie folglich als etwa bevorzugte Bewerber um die künftige Krone absolut nicht in Frage kommen."

Gerade bei den Anhängern des realitätsfernen Reichsgedankens fand sich oftmals eine gelassene Einstellung gegenüber der Republik. Für den südwestdeutschen Adelsverein, der mit den bayerischen Verbänden freundschaftliche Beziehungen unterhielt, erklärte Attila Graf v. Neipperg einem bayerischen Standesgenossen, auch im Südwesten sei der Adel monarchistisch, aber anders als im wittelsbachertreuen Bayern. Nur teilweise gehörte die Loyalität der Standesgenossen den Häusern Württemberg und Zähringen, viele westdeutsche Adlige jedoch hätten die „Sünden“ der Fürsten aus der napoleonischen Zeit nicht vergessen. Auch der Monarchismus, den Graf Neipperg hier umriß, glich eher einer vagen Grundhaltung als einem praktikablen Programm: „Diese Leute sind ganz Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Und bis zu einem gewissen Grad bin ich cum grano salis auch bei dieser Seite. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass wir zeigen und beweisen wollen, dass der Adel in der Republik notwendig ist, noch notwendiger als in der Monarchie, wo alles seinen mehr oder minder geregelten Gang ging. Aber officiell sind wir nicht monarchisch eingestellt.“

Noch in den 30ern sagte Churchill die Russen seien die größte Bedrohung für Europa, dass sich Allierte und Russen verbündeten mag deshalb vor dem Krieg undenkbar gewesen sein. Als sie sich nach dem Krieg nun ohne gemeinsamen Feind gegenüberstanden brach die alte Abneigung wieder hervor, allerdings machten die nun eingetretenen Friedensverträge ein weiteres Bekriegen unmöglich und so schwelte es stattdessen als Kalter Krieg, der bevorzugt auf dem Verliererland Deutschland (und anderen Marionetten) ausgetragen wurde: es wurde in den allierten Westen und den russischen Osten zerrissen. Wie das Ganze ausgegangen ist, ist nun bekannt: heutzutage ist hier alles Amerikanisch, amerikanische Banken und Konzerne so weit das Auge reicht. Zu den ersten Änderungen nach dem Krieg gehörten etwa Sachen wie Gebrüder Grimm als "zu deutsch" ("antisemitisch", über allen Ausgaben der Kinder- und Hausmärchen hinweg kommen in Drei Märchen Juden vor, der Christ kommt hier kein Stück besser weg, im Gegenteil) aus dem Unterricht zu entfernen und dass Zeitungen und Nachrichtenagenturen ihre Konzessionen von den Besatzern anfragen mussten. So wurden Bildung und Nachrichtenwesen alliert geschalten und entsprechend ist die Geschichtsschreibung und Politik heute eine Allierte, in der der Deutsche das absolute Feindbild, der Nazi ist an dem es nichts Gutes geben kann.
Dabei hat die politische Konstellation einer nationalistischen, sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an und für sich noch überhaupt nichts mit Antisemitismus oder Diktatur zu tun. Tatsächlich ist das System der Nationalstaaten der Nationalismus, das ist die Neue Weltordnung, die neue Eliten hervorbrachte. Im internationalen Druck und Konkurrenzkampf zeigt der Nationalismus seine problematischen Facetten wie eine Tendenz zur Fremdenfeindlichkeit, denn der Staat stellt die eigenen Bürger vor alle Fremden. Der Staat ist ein Bund aus Menschen der andere, Fremde ausschließt, der höchste Bund ist heute der mit sich selbst, so neigt die Freiheit zur Individualität zum Egoismus der sich vor alle anderen stellt. Ehedem war der Bund mit Gott der allerhöchste, der Herr ist wichtiger als das eigene Leben, die Christen sind die Märtyrer, Knechte ihrer Herren, darum hat man die Religionen so bereitwillig verbreitet, Islam bedeutet wörtlich Unterwerfung, sich Allah dem Herren unterwerfen.
Das vorhin im Zitat erwähnte "unsterbliche Führertum" deutet eine wichtige Facette des Adligen Selbstverständnis an: sie sind durch ihre Blutlinie "unsterblich", solange diese fortbesteht, "der König ist tot, lang lebe der König", während es das Testament des gemeinen Volkes ist, dass ihr Leben und ihre Errungenschaften der Herr und nicht sie selbst ererben.

Die Welt der Geschichten der Heiligen Schrift begnügt sich nicht mit dem Anspruch, eine geschichtlich wahre Wirklichkeit zu sein - sie behauptet, die einzig wahre, die zur Alleinherrschaft bestimmte Welt zu sein. ... Die Geschichten der Heiligen Schrift werben nicht, wie die Homers, um unsere Gunst, sie schmeicheln uns nicht, um uns zu gefallen und zu bezaubem - sie wollen uns unterwerfen, und wenn wir es verweigern, so sind wir Rebellen". Der Glaube an den einen, sich in Israels Geschick der Welt offenbarenden Gott ist herrisch und exklusiv.

Otto Kaiser – Zwischen Athen und Jerusalem

"Das Volk des christlichen Staats ist nur ein Nichtvolk, das keinen eignen Willen mehr hat, sein wahres Dasein aber in dem Haupte besitzt, dem es untertan, welches ihm jedoch ursprünglich und seiner Natur nach fremd, d.h. von Gott gegeben und ohne sein eignes Zutun zu ihm gekommen ist." (Bruno Bauer)

Bruno Bauer, Zur Judenfrage 1843

Der einzige Mensch, der gilt, der König, ist ein von den andern Menschen spezifisch unterschiedenes, dabei selbst noch religiöses, mit dem Himmel, mit Gott direkt zusammenhängendes Wesen.

Karl Marx, Zur Judenfrage, 1844

Der christliche Staat kann seinem Wesen nach den Juden nicht emanzipieren; aber, setzt Bauer hinzu, der Jude kann seinem Wesen nach nicht emanzipiert werden. Solange der Staat christlich und der Jude jüdisch ist, sind beide ebensowenig fähig, die Emanzipation zu verleihen als zu empfangen.

Karl Marx, Zur Judenfrage, 1844

Eine Überlegung wie das alles seinen Anfang nahm:
Es handelt sich um eine internationale Vortragsreihe an der Uni Heidelberg

Ich (bin) Darius, der große König, König der Könige, König in Persien, König der Länder, des Hystaspes Sohn, des Arsames Enkel, der Achämenide. Es spricht der König Darius: Mein Vater ist Hystaspes, des Hystaspes Vater (war) Arsames, des Arsames Vater Ariaramnes, des Ariaramnes Vater Teispes, des Teispes Vater Achämenes.
Es spricht der König Darius: Deswegen werden wir Achämeniden genannt. Von alters her sind wir adlich, von alters her war unser Geschlecht königlich. Es spricht der König Darius: 8 meines Geschlechtes waren vor dem Könige. Ich bin der neunte. 9 sind wir in zwei Reihen Könige.

Behistun-Inschrift

Diese Genealogie ist besonders bedeutsam, weil Darius wie Kyrus behauptet, sein Anspruch auf den Thron beruhe auf seiner familiären Abstammung. Außerdem behauptet er wie Cyrus, dass seine Familie über einen langen Zeitraum nacheinander Könige gewesen sei. Was soll man von diesen Aussagen halten? Es gibt auffällige Abwesenheiten in dieser Genealogie, darunter Cyrus und Cambyses. Herodot erwähnt in einer Geschichte über Kambyses in Ägypten, dass Dareios ein Mitglied der Garde von Kambyses und ein "Mann ohne große Bedeutung" war (III.139-40). Herodot zufolge hatte Darius also keinen Anspruch auf den Thron, obwohl er von adliger Geburt war. David Stronach argumentiert jedoch, dass Darius' Vorfahren möglicherweise die Kontrolle über bestimmte Gebiete in Fars hatten und er somit aus einer Familie von Monarchen stammte (2003: 256).
Daher ist seine Behauptung nicht unbedingt eine Lüge. Was versucht Darius dann mit seiner Genealogie? Es gibt eindeutige Beispiele von Usurpatoren, die nicht versucht haben, einen Stammbaum zu erstellen, um ihren Anspruch auf den Thron zu begründen. Das klassische Beispiel ist der neuassyrische Herrscher Sargon II., der nie einen Stammbaum vorlegte, um seinen Anspruch auf den Thron zu belegen. Darius behauptete jedoch nicht, dass er keinen königlichen Stammbaum hatte, sondern begründete sein Recht auf den Thron mit seiner Familie. Allerdings nennt er außer den Familiennamen keine weiteren Einzelheiten. Anders als Cyrus gibt er keinen geografischen Ort für das angebliche Königreich seiner Vorfahren an.
Dareios versuchte also, mit Hilfe seiner Genealogie neu zu definieren, was es bedeutet, der rechtmäßige Monarch zu sein. Briant bemerkt: "Dareios erlangte die Macht nicht, weil er ein Achämenide (im Sinne des Clans) war, sondern weil er durch seinen Aufstieg zum Königtum die Realität dessen, was es bedeutete, 'Achämenide' zu sein, neu definieren konnte" (2002: 111).

Judah and the Judeans in the Achemenid Period – Negotiating Identity in an International Context

Es waren auch Darius und Darius II. die sich arisch und ihre Heimat das Land der Arier (Iran) nannten. Es ist menschliche Frühzeit und Wilhelm lag mit seiner zeitlichen und geographischen Einordnung über den Ursprung des Königtums womöglich nicht weit von der Wahrheit entfernt. Genesis erwähnt Nimrod als dem ersten der mächtig wurde, der erste aller Könige (in der hebräischen Wahrnehmung). Diese antiken Akteure entschieden maßgeblich den weiteren Verlauf der Geschichte und prägten die Begriffe und Strukturen die für lange Zeit vorherrschend waren, so mag sich der spätere Adel etwas über den "arischen" Ursprungs ihrer Herrscherkaste zusammengereimt haben und als Reaktion auf die neuen Wissenschaften wie der biologisch-zoologischen Vererbungslehre eine rassistische gegenübergestellt haben welche die Höherwertigkeit der eigenen Abkunft bestätigen soll. Wie sehr und wie viele davon tatsächlich überzeugt waren sei dahin gestellt, wie im Zitat vorhin erwähnt ging es auch darum "zu beweisen dass der Adel in der Republik notwendig ist", sie waren sich also des Wandels der Zeit bewusst und wollten die eigene Stellung als Elite durch eine Neudefinition als Führertum wahren, mit Programmen wie "Neuadel aus Blut und Boden" und "Dem Adel sein Recht".

Auf Blut und Boden baut der Führer sein Drittes Reich. Wir haben seit 7 Jahrhunderten um die Blutauslese gewußt und haben auf altbewährter Rasse und Kultur mit weiser Wahl unseren Blutsstrom aufgebaut und fortgeführt. [...] Alle die großen Ideale, die der Führer dem deutschen Volke gesetzt hat, sie stammen aus alt-germanischem Erbgut und nicht zuletzt aus den tiefsten Schatzkammern des deutschen Adels. So ist der deutsche Adel dem Nationalsozialismus von Grund auf wesens- und stammverwandt. Zur Zeit der roten Regierungen hieß es: herunter mit der Aristokratie, wir wollen alle Proletarier sein. Jetzt heißt es umgekehrt: Der einfache Mann aus dem Volke soll emporsteigen, und auf der Ebene einer wahren Aristokratie wollen wir alle uns wieder treffen. [...] Was die Zukunft uns bringen wird, überlassen wir Gottes Hand und der Erleuchtung des Führers. Eines aber wissen wir. Unser altes Geschlecht ist kein Fremdkörper im Dritten Reich, der morscht und zerfällt, es ist ein tragender Quader im Bau, gehärtet in Jahrhunderten. [...] Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!

Friedrich v. Bulöw, 1935

1921 sah ein alldeutscher Baron das EDDA-Projekt als die bewußte Fortsetzung der von jeher schon vom Adel durch Pflege der Stamm und Ahnenkunde geübten [...] Auswahlzüchtung [...]. Die Einstellung des Adels auf den Auslesegedanken und die Rassezüchtung ist daher für den Adel gar kein neues, sondem eigentlich ein selbstverständliches Ziel.

Stephan Malinowski

Ich kann Möpse züchten, und ich kann Dackel züchten, aber wenn mir das Malör (sic) passiert, und ich den Korb voll junge Dackelmöpse kriege, so werden sie mit Fug und Recht ersäuft. Das ist weder antimopsisch noch antidackelig, sondern ein Ausfluß der jahrhundertealten Erfahrung, daß alle Bastarde minderwertig sind.

Börries Frhr. v. Münchhausen


Es gibt weitere interessante Paradigmenwechsel im Zuge der Neuzeit.
Man kann jemanden nur als wohlhabend bezeichnen im Vergleich zu jemanden der weniger hat, es kann nur Reiche geben, wenn es Arme gibt, sie haben zu viel, was anderswo fehlt. Die Mächtigen waren nur mächtig wenn sie über anderen standen, für Mächtige muss es Unterdrückte geben, die Formulierung dass ihre Macht vom Volk beziehen ist eben die Idee der Republik und Demokratie. Dabei stellt man fest, dass was sich ändert bloß die Einstellung der Menschen zum Gegenstand ist, dass die Politik bloß ein Instrumentensatz ist der variieren kann. In Wirklichkeit *ist* jeder Politiker und beeinflusst mit seinen Entscheidungen tagtäglich den Verlauf der Gesellschaft mit, ob das nun im politischen Apparat erkannt und gefördert wird oder nicht. So ist auch Sozialismus und Kommunismus viel mehr ein Größe als eine Entscheidung, niemand kann alleine sein Leben bestehen, jeder bezieht aus der Gesellschaft und was er mit seinem Leben tut ist was er zurück gibt, ob sich das beziffern lässt hängt vom verwendeten Wertesystem ab.

Um also von der antiken Epoche in der sich die Ansprüche auf Herrschertum durch Abstammung etablierten weiter in die Zeit des im Artikel behandelten antiken Judentums zu springen zitiere ich nochmal das Buch:

Von Rad schlug eine dreiteilige Struktur für P (Priesterschrift) vor. Er unterschied zwischen "drei mächtigen konzentrischen Kreisen . . die von außen nach innen fortschreitend in das Heilsgeheimnis Gottes einführen: der Weltkreis, der Noahkreis und der abrahamitische Kreis".

[…]

Der Kreis Abrahams umfasst "das abrahamitische Haus", bestehend aus den Arabern ("Ismael"), Israel (d. h. "Samaria") und Juda ("Jakob") sowie Edom ("Esau").

[…]

Dieser abrahamitische Kreis wird durch den abrahamitischen Bund in Genesis 17 definiert, der den teilnehmenden Bundespartnern Fruchtbarkeit, Landbesitz (was eher ein Recht auf Nutzung als auf Besitz zu bedeuten scheint) und Nähe zu Gott verspricht.
The circle of Israel narrows the focus down to the nation of God alone. It is generally concerned with the establishment of the sanctuary, which enables the sacrificial cult of Israel. This sacrificial cult alone is what allows Israel to achieve atonement. The sanctuary and the implementation of the cult seem to function as the partial restoration of  the initial creation, in the sense of a second “creation within creation.” The circle of Israel is not established by its own covenant because the foundational promise of the presence of God (“I will be your God”) was already given in Gen 17:7 (cf. Exod 6:7, 29:45–46).

[…]

Ob der Abraham des priesterlichen Schreibers sich dessen bewusst ist oder nicht, er bittet darum, dass Ismael Jhwh's Priester wird; und es ist diese Bitte, die Ismael verweigert und stattdessen dem noch nicht geborenen Isaak angeboten wird. In diesem ganzen Austausch (V. 18-21) geht es also nicht um die Frage, ob Ismael im Land Kanaan leben darf - das Recht Ismaels, in Kanaan zu leben, ist in V. 8 ein für allemal geklärt -, sondern nur darum, ob es einen weiteren Sohn braucht, d. h. eine weitere Kategorie unter Abrahams multinationalen Nachkommen. Und die Antwort auf diese Frage lautet ja. Sarahs Sohn Isaak wird jene Nachkommen Abrahams zeugen, die dazu bestimmt sind, Jhwhs priesterliches Volk zu werden.

Judean Identity abd Eucumenicity, Konrad Schmid

Ein weiteres auffälliges Merkmal des Buches Esther ist die weitgehende Abwesenheit von Gott in diesem Buch. Dies hat natürlich zu zahlreichen Spekulationen über versteckte Anspielungen, Doppeldeutigkeiten usw. Anlass gegeben. Andererseits ist es falsch, den scheinbar "säkularen" Charakter des Buches als Hinweis auf eine geringere Qualität des Buches zu betrachten. Ich denke, wenn wir uns der Esther-Geschichte mit den Bemerkungen über Gott nähern, die oben bei der Behandlung von Genesis 20 gemacht wurden, wird etwas Licht in die Angelegenheit gebracht. Der persönliche Gott der Patriarchen wurde in 1. Mose 20 in ein universelles göttliches Wesen verwandelt, zu dem Israeliten und Heiden sprechen können und an dessen universelle Gesetze sich sogar scheinbar fremde Könige halten können. Dieser Wandel von einem persönlichen zu einem universellen Gott wird in Esther noch einen Schritt weitergeführt. Da keine der Handlungen, die zu einer Gefährdung der Juden in Persien führen, ausdrücklich mit dem religiösen Faktor in Verbindung gebracht wird, ist das Fehlen eines direkten göttlichen Eingriffs vielleicht verständlich. Nur am Rande sei erwähnt, dass die offensichtliche Nichteinmischung Persiens in die religiösen Angelegenheiten seiner Untertanen Persien zu einem idealen Schauplatz für die Legitimation eines neuen Festes macht, das den üblichen Vorstellungen von biblischen Festen zu widersprechen scheint. Der Konflikt zwischen Mordechai und Haman, von dem in Esth 3,1-15 berichtet wird, wird häufig unter Bezugnahme auf Exodus 20,1-5 interpretiert. Zwar wird חוה in der Bestimmung von Exod 20,5 verwendet, aber nichts im Text von Esther deutet darauf hin, dass Haman irgendeine göttliche Eigenschaft hatte, und nur der Targum fügt diesen Aspekt hinzu, indem er angibt, dass Haman das Bildnis eines Götzen auf seiner Kleidung trug. [Das Motiv der Göttlichkeit Hamans kommt nur in Judg 3,8 vor, wo Nebukadnezar göttliche Ehren beansprucht: "Und er zerstörte alle ihre Heiligtümer und schändete ihre kultischen Haine. Er erhielt den Befehl, alle Götter der Erde auszulöschen, damit alle Völker der Erde allein Nebukadnezar dienen und alle Sprachen und Stämme ihn allein als Gott anbeten sollten"]
Trotz Mordechais Aussage, dass er ein Jude ist (Esth 4:4bβ), gibt es in der hebräischen Bibel Beispiele, in denen es vollkommen akzeptabel ist, sich vor einem anderen Mann niederzuwerfen (siehe Gen 23:7, 27:29; 1 Kön 1:31). Die Kombination der hebräischen Verben חוה und כרע ist normalerweise Gott vorbehalten (Ps 22,30; 95,6; 2 Chr 7,3), "aber wenn Götzendienst die Ursache für Mordechais Nichteinhaltung ist, schweigt der Text seltsamerweise darüber. Außerdem ist es schwer zu verstehen, warum der König befiehlt, einen Untergebenen wie einen Gott zu behandeln, wenn er es selbst nicht ist." Esth 3:4bβ (כי הגיד להם אשר הוא יהודי ) scheint eher auf Esth 3:8-15 vorauszuschauen, als dass es als angemessener Grund dafür dienen würde, warum Mordechai sich weigert, sich zu beugen.

The Absent Presence, Anselm C. Hagedorn

Die Historizität einer Geschichte nach ihrem Realitätsgrad zu beurteilen, bedeutet, Wahrheitsähnlichkeit mit Historizität zu verwechseln.

Adele Berlin

Was für uns heute Märchen und Mythen sind war für unsere Vorfahren die einzig wirkliche Realität. Zweifellos haben die Glühbirne, die Medizin, Hygiene und die Bildung den Teufel besiegt, und dennoch selbst wenn man ihn für ein Hirngespinst hält (das Tier, das Tier im Menschen ist wohl kein Hirngespinst) hatte er enormen Einfluss auf die Menschengeschichte.
Die Welt die wir durch unsere Augen sehen ist ein Bild in unserem Kopf, wir erleben unsere eigenen Sinne, unsere eigene Wahrnehmung, nicht eine äußere Welt "an sich" (Kant). Die Natur, die Tier- und die Pflanzenwelt können sich nicht an die Grenzen halten die wir auf eine Landkarte drucken weil sie nicht existieren, in der Welt gibt es weder Geschwindigkeitsvektoren noch Meter oder Minute. Es sind Konzepte des menschlichen Geists.
Die Logik ist eine Disziplin der Philosophie, die Mathematik eine Disziplin der Logik, das ist die griechische Schule und der Ursprung und Grundlage der unseren, deshalb ist es für uns klar und einfach zu verstehen wenn die alten Griechen von Kosmos und Chaos, Ordnung und Unordnung sprechen, wenn aber die jüdische Kabbala von den Sephiroth oder die Vedantas vom Brahman sprechen so ist das nicht logisch und deshalb auch nicht *richtig*, denn richtig *oder* falsch ist eine ganz spezifische logische Operation. Um also fremde und alte Kulturen zu verstehen muss man in der Lage sein sich vom eigenen Weltbild zu lösen. Wir gehen immer gerne davon aus, dass wir allen vergangenen Menschen überlegen sind, schließlich hätten wir ja alle deren Erfahrungen hinter uns, in Wirklichkeit steckt darin ein Trugschluss, niemand hat all die Erfahrungen gemacht, man verlässt in fast allem auf die Aussagen anderer. Fortschritt wird heute als Mantra gepredigt und dabei vergessen dass zu schnelles Wachstum nicht erhalten werden kann oder am anderen Ende etwas verloren geht, so sind im Laufe der Geschichte eine Menge Dinge auf der Strecke geblieben, wie etwa Naturverbundenheit. "Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen", die Technologie is sogar nur oberflächlich, viel ursächlicher und deshalb bedeutender sind die grundlegenderen, einfacheren Dinge und so sind die frühesten Fragen der Menschheit auch die am längsten währen und unsere "Überlegenheit" gegenüber unseren Vorfahren auch bloß eine die wir uns nur gerne selbst bestätigen wollen.

Veröffentlicht in Überlegungen

Geld (Marx-Zitat)

In einem Kommentar zu einem Zitat in diesem Blog wurde ich gebeten, einen Artikel darüber zu schreiben:

Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihrer eigentümlichen Werte beraubt.

Karl Marx

Was ist die Bedeutung von Worten? Buchstaben?
Was ist der Wert der Dinge? Geld?

Preise reduzieren Waren und Dienstleistungen auf willkürliche numerische Werte, während Zahlen in Wirklichkeit keine Eigenschaft irgendeiner Sache sind. Da Zahlen nur im imaginären Raum der Mathematik existieren, können sie niemals dazu geeignet sein, einen in der Realität existierenden Wert aufzuwiegen. Ein Tisch kostet kein Geld, er kostet Holz, das durch Geld niemals ersetzt werden kann.
Was man für Geld im Vergleich zu Gegenständen alles bekommen kann, macht es so viel begehrenswerter, Marx postuliert dafür den Tauschwert im Gegensatz zum Gebrauchswert. Dies und die Tatsache, dass die Reduktion auf Zahlen alles viel einfacher und schneller handhabbar macht, ist der Grund, warum sich alles darauf verlagert hat und Geld nun alle anderen Werte dominiert und uns damit "aller eigentlichen Werte beraubt hat". Aber eine Reise auf die Bahamas ist nicht "5000", eine goldene Uhr ist nicht "2000". Aus diesen Gründen, weil der Wert nun als gesichtsloser Zahlenwert dargestellt wird, gibt es auch keinen offensichtlichen Unterschied zwischen einem moralischen Recht oder Unrecht, Sie können nicht wissen, ob der Geldschein, den Sie erhalten, zur Bezahlung einer Mordwaffe oder einer illegalen Prostituierten verwendet wurde und ob das Geld, mit dem Sie bezahlen, zum Kauf von Drogen verwendet wird. Indem Sie sich an diesem Geldsystem beteiligen, nehmen Sie an allen Aktivitäten teil, an denen es beteiligt ist, indem Sie dazu beitragen, sie zu ermöglichen.
Geld stellt heute ein Monopol auf Werte dar und kann deshalb dazu verwendet werden, den Wert von fast allen Dingen im Leben zu bestimmen. Jeder ist gezwungen, sich an genau die gleichen, vom Geld diktierten Werte zu halten, die angeblich durch einen selbstregulierenden Prozess von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. In Wahrheit kann man diesen Prozess beeinflussen, und diejenigen, die das meiste Geld haben von der gesamten Geldsumme, haben den größten Einfluss auf dieses geschlossene System.
Als reich kann man jemanden nur im Vergleich zu jemandem bezeichnen, der weniger hat, oder aber es ist der Standard, es kann nur Reiche geben, wenn es Arme gibt, die Reichen haben zu viel von dem, was anderswo fehlt. Was die größte Geldsumme in den Händen einer winzigen reichen Klasse tut *und was nicht*, hat direkte Auswirkungen auf den Rest in diesem geschlossenen System. All das Geld sollte rechtmäßig für die Menschen arbeiten, die die meiste Zeit ihres Lebens für das Geld arbeiten und jeden Tag immer wieder Dinge tun, die für sie selbst keinen Nutzen haben, nur damit sie immer wieder ihre winzige Betonkiste und ihren Vergaser bezahlen können.
Verschwörungstheorien enthalten oft den versteckten Wunsch, Schuldige zu finden, mit dem sich alle Probleme leicht aus der Welt schaffen lassen, deshalb ist es gefährlich, sie zuzulassen, denn sonst werden in einer Lynchjustiz einfach Schuldige gefunden. Andererseits wäre es aber ebenso töricht zu glauben, es gäbe keine Menschen, die diese Ideen verwirklichen wollen, vieles von dem, was heute als verschwörerisch gilt, war die längste Zeit Realität, einige wenige Auserwählte, die im Großen und Ganzen die Fäden der Welt in der Hand hielten, die Freimaurer waren einst ein gar nicht so geheimer Verein und vielleicht ein mächtiger Gegner der Kirche und haben damit vielleicht tatsächlich den Weg in die neue Welt geebnet.

Der Stolz der Menschen wird immer gefördert, Vierlieren kann nicht toleriert werden und ist beschämend, was es sehr schwer macht, sich einzugestehen, dass dieses Geldsystem ausbeuterisch ist und dass die meisten Menschen Arbeitskräfte sind, die billig und höchst effizient in himmelhohe Betonkisten gestapelt werden und nur massenhaft produzierte Fabrikware serviert bekommen.
Die Nachrichten versichern jedem, dass die alltägliche Armut weit weg ist in Afrika, Südamerika und dass sie selbst die Wohlhabenden sind, zu den "Top 10% der Welt" gehören, dass die undemokratischen Regime alle weit weg sind in Russland, China oder Arabien.

Aber zurück zu dem abstrakten und philosophischen Ton des Zitats:

Die Mathematik mag zwar sehr komplex erscheinen, ist aber in Wirklichkeit eine extreme Vereinfachung der Realität, und nur dadurch wird sie so nützlich. In Wirklichkeit gibt es weder einen "Geschwindigkeitsvektor" noch einen Meter oder eine Minute irgendwo auf der Welt, es sind Abstraktionen, Modelle, die es uns ermöglichen, die viel größere und komplexere Realität in unseren Köpfen zu verarbeiten. Wir könnten niemals darüber nachdenken, was ein Planet ist, wenn wir nicht ein so einfaches Modell eines Geoids hätten.
Die Welt, die wir mit unseren Augen sehen, ist ein Bild in unserem Kopf, wir erleben unsere eigenen Sinne, unser eigenes Bewusstsein und nicht eine äußere Welt. Und ein Bild ist niemals die Wahrheit, sie versucht, die Wahrheit abzubilden, die einzige wirkliche Wahrheit ist die Wirklichkeit selbst, von der jeder nur einen kleinen Abglanz erfahren kann. Planet und Geoid sind menschliche Begriffe und Definitionen, sie existieren nur in uns, was ist nun der eigentliche Körper, auf den sich diese Begriffe beziehen? Er enthält jede Pflanze, jeden Menschen, jedes Tier und jedes Gestein, niemand könnte ohne diese Vereinfachungen jemals all das betrachten, was der Planet ist, nicht einmal seine schiere Größe allein.
Lügen sind Wahrheiten, die in ein falsches Licht gerückt werden, sonst sind sie sinnlos, "Reinen Wein schenkt dir keiner ein" bedeutet nicht, dass jeder lügt und auch nicht, dass jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, sondern dass jeder nur seine eigene Sichtweise wiedergeben kann, die erst dann zum Problem wird, wenn er versucht, seine eigene Vorstellung anderen aufzuzwingen. Niemand kann die absolute Wahrheit sagen, nur ihre eigene Wahrheit; Wert ist ein menschliches Wort, das nur in uns selbst eine Bedeutung hat. Wie viel jemand etwas wertschätzt, kann nur er selbst sagen, und wenn jemand seine Vorstellung von Wert jemandem oder allen anderen aufzwingt, begeht er eine große Ungerechtigkeit.

Veröffentlicht in Judäer im Achämenidenreich

Judäische Identität und Ökumene

Die politische Theologie der Priesterschrift (P)

[…]

Von Rad schlug eine dreiteilige Struktur für P vor. Er unterschied zwischen "drei mächtigen konzentrischen Kreisen . . die von außen nach innen fortschreitend in das Heilsgeheimnis Gottes einführen: der Weltkreis, der Noahkreis und der abrahamitische Kreis".

[…]

Der Kreis Abrahams umfasst "das abrahamitische Haus", bestehend aus den Arabern ("Ismael"), Israel (d. h. "Samaria") und Juda ("Jakob") sowie Edom ("Esau"). Mischehen innerhalb dieses Kreises sind erlaubt: Nach P. heiratet Esau - illegitim - (Gen 26,34, 27,46), zwei "hethitische Frauen" (Gen 26,34). Daraufhin erhält Jakob von seinen Eltern den Rat, eine Frau aus seiner Verwandtschaft in Paddan Aram zu heiraten (Gen 27,46; 28,1-5). Esau heiratet daraufhin eine andere Frau, eine der Töchter seines Onkels Ismael (Gen 28,6-9). Daher kann nach de Pury gefolgert werden, dass "nach P die Juden mit ismaelitischen und edomitischen Frauen heiraten dürfen, nicht aber mit 'hethitischen' oder 'kanaanitischen' Frauen". P verzeichnet darüber hinaus die Genealogie der Nachkommen Ismaels (Gen 25,12-18) sowie Esaus (Gen 36,4-14), die durch diese ethnische Nähe eine qualifizierte theologische Nähe zu Israel besitzen. Dieser abrahamitische Kreis wird durch den abrahamitischen Bund in Genesis 17 definiert, der den teilnehmenden Bundespartnern Fruchtbarkeit, Landbesitz (was eher ein Recht auf Nutzung als auf Besitz zu implizieren scheint) und Nähe zu Gott verspricht.
Der Kreis Israels verengt den Fokus auf das Volk Gottes allein. Er befasst sich im Allgemeinen mit der Errichtung des Heiligtums, das den Opferkult Israels ermöglicht. Nur dieser Opferkult ermöglicht es Israel, Sühne zu erlangen. Das Heiligtum und die Durchführung des Kultes scheinen wie eine teilweise Wiederherstellung der ursprünglichen Schöpfung zu wirken, im Sinne einer zweiten "Schöpfung in der Schöpfung". Der Kreis Israels wird nicht durch einen eigenen Bund errichtet, da die grundlegende Verheißung der Gegenwart Gottes ("Ich werde dein Gott sein") bereits in Gen 17,7 gegeben wurde (vgl. Exod 6,7; 29,45-46). Dennoch konkretisiert die Errichtung des Heiligtums die Gegenwart Gottes speziell für Israel, indem Gottes שכינה inmitten seines Volkes verortet wird (vgl. Exod 29,45-46).

[…]

Ob der Abraham des priesterlichen Schreibers sich dessen bewusst ist oder nicht, er bittet darum, dass Ismael Jhwh's Priester wird; und es ist diese Bitte, die Ismael verweigert und stattdessen dem noch nicht geborenen Isaak angeboten wird. In diesem ganzen Austausch (V. 18-21) geht es also nicht um die Frage, ob Ismael im Land Kanaan leben darf - das Recht Ismaels, in Kanaan zu leben, ist in V. 8 ein für allemal geklärt -, sondern nur darum, ob es einen weiteren Sohn braucht, d. h. eine weitere Kategorie unter Abrahams multinationalen Nachkommen. Und die Antwort auf diese Frage lautet ja. Sarahs Sohn Isaak wird jene Nachkommen Abrahams zeugen, die dazu bestimmt sind, Jhwhs priesterliches Volk zu werden.

[…]

Die Fruchtbarkeitsverheißungen, die Abraham als "Bund" und Ismael als "Segen" gegeben wurden, sind, wenn man ihre konkrete Ausgestaltung betrachtet, ganz ähnlich formuliert und erscheinen nahezu gleichwertig.
Daher ist es viel wahrscheinlicher, dass die Funktion von V. 19-21 nicht im Ausschluss Ismaels, sondern in der Einbeziehung Isaaks in den abrahamitischen Bund besteht. Die Einbeziehung Ismaels in den Bund wird in Gen 17,7-8 eindeutig festgestellt. Darüber hinaus unterstreicht dieser Abschnitt die Tatsache, dass der Bund mit Abraham und seinen Nachkommen, zu dem Ismael zweifelsohne gehört, ein "ewiger Bund" ist.
Die Notwendigkeit einer ausdrücklichen Einbeziehung Isaaks in V. 19, 21 erklärt sich aus seiner Stellung in der Erzählung, nämlich dass Isaak zur Zeit von Genesis 17 noch nicht geboren war. Dies macht das doppelte Auftauchen der "Bundes"-Terminologie in V. 19, 21 mit Bezug auf Isaak plausibel: Eine Ausdehnung des Bundes auf eine Person, die noch nicht existierte, ist ein kühnes Unterfangen und bedarf daher einer besonderen terminologischen Betonung.
Dennoch bleibt die Schlussfolgerung, dass Ismael nicht die gleiche Art von Partner im Bund Gottes ist wie Isaak. Sie sind gleichberechtigt in Bezug auf Fruchtbarkeit und Landbesitz (im Sinne von ,אחוזה Israel wird dann sein Land in Exod 6,8 als ) מור ׁ שה innerhalb der größeren Region des "ganzen Landes Kanaan" bezeichnen. Aber sie sind nicht gleich, was die Möglichkeit der kultischen Nähe angeht ("vor Gott leben", Gen 17,18b).
Diese Nähe - so zeigt die Erzählung der Priesterschrift weiter - gehört nur Israel durch die Gründung des Heiligtums und wird Ismael ausdrücklich verwehrt.

[…]

In Genesis 17 versucht die Priesterschrift offenbar, das theologische Vorrecht Israels mit der politischen Realität des Juda der persischen Zeit in Einklang zu bringen: Juda lebt in einer bescheidenen Provinz in "ökumenischer" Nähe zu seinen Nachbarn. Vielleicht hat der spezifische Umriss von Genesis 17, die Schaffung einer "abrahamitischen Ökumene", wie Albert de Pury es formuliert hat, mit der Tatsache zu tun, dass Abrahams Grab in Hebron, das höchstwahrscheinlich von Judäern, Arabern und Edomitern verehrt wurde, wahrscheinlich nicht zum achämenidischen Juda, sondern zu Idumea gehörte, wie Ernst Axel Knauf und Detlef Jericke überzeugend dargelegt haben. Das bedeutet, dass P. die Judäer, Araber und Edomiter in eine privilegierte Stellung einbeziehen musste und daher die Vorstellung eines "abrahamitischen" Bundes der im "ganzen Land Kanaan" lebenden Völker entwickelte.