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Im Unterschied zu einer journalistischen Aneignung werden aber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler danach trachten, die Prinzipien und die Bausteine der eigenen Konstruktion offenzulegen und nachvollziehbar zu machen.

Sie werden sich ferner darum bemühen, alle erreichbaren Details so weit zu berücksichtigen, dass sie mit ihrem Bild nicht in Widerspruch stehen, in den Worten des Philosophen Karl Popper die ,,Wahrheitsähnlichkeit“ einer Theorie zu prüfen [K. Popper, Objektive Erkenntnis. Ein evolutionärer Entwurf]. Gelingt ihnen dies, wird mancher dem Ergebnis die Qualität einer ‚Re-Konstruktion‘ der vergangenen Wirklichkeit zubilligen und es damit auf eine ‚objektive‘ Ebene heben. Dabei handelt es sich jedoch in den allermeisten Fällen nicht um die einzig mögliche Sicht, noch nicht einmal im mathematischen Sinne um die wahrscheinlichste ­denn historische Sachverhalte sind selten berechenbar ­, sondern um eine plausible, d.h. um eine solche Behandlung des Problems, die diesem angemessen ist und zu ihrem Verständnis erkennbar beiträgt [E. von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus]. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Studium zu lernen, diese Pluralität der Sichtweisen zuzulassen, ohne sie mit Beliebigkeit zu verwechseln.

Eckhard Wirbelauer ~ Oldenburg Geschichte Lehrbuch Antike