In einem Kommentar zu einem Zitat in diesem Blog wurde ich gebeten, einen Artikel darüber zu schreiben:
Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihrer eigentümlichen Werte beraubt.
Karl Marx
Was ist die Bedeutung von Worten? Buchstaben?
Was ist der Wert der Dinge? Geld?
Preise reduzieren Waren und Dienstleistungen auf willkürliche numerische Werte, während Zahlen in Wirklichkeit keine Eigenschaft irgendeiner Sache sind. Da Zahlen nur im imaginären Raum der Mathematik existieren, können sie niemals dazu geeignet sein, einen in der Realität existierenden Wert aufzuwiegen. Ein Tisch kostet kein Geld, er kostet Holz, das durch Geld niemals ersetzt werden kann.
Was man für Geld im Vergleich zu Gegenständen alles bekommen kann, macht es so viel begehrenswerter, Marx postuliert dafür den Tauschwert im Gegensatz zum Gebrauchswert. Dies und die Tatsache, dass die Reduktion auf Zahlen alles viel einfacher und schneller handhabbar macht, ist der Grund, warum sich alles darauf verlagert hat und Geld nun alle anderen Werte dominiert und uns damit "aller eigentlichen Werte beraubt hat". Aber eine Reise auf die Bahamas ist nicht "5000", eine goldene Uhr ist nicht "2000". Aus diesen Gründen, weil der Wert nun als gesichtsloser Zahlenwert dargestellt wird, gibt es auch keinen offensichtlichen Unterschied zwischen einem moralischen Recht oder Unrecht, Sie können nicht wissen, ob der Geldschein, den Sie erhalten, zur Bezahlung einer Mordwaffe oder einer illegalen Prostituierten verwendet wurde und ob das Geld, mit dem Sie bezahlen, zum Kauf von Drogen verwendet wird. Indem Sie sich an diesem Geldsystem beteiligen, nehmen Sie an allen Aktivitäten teil, an denen es beteiligt ist, indem Sie dazu beitragen, sie zu ermöglichen.
Geld stellt heute ein Monopol auf Werte dar und kann deshalb dazu verwendet werden, den Wert von fast allen Dingen im Leben zu bestimmen. Jeder ist gezwungen, sich an genau die gleichen, vom Geld diktierten Werte zu halten, die angeblich durch einen selbstregulierenden Prozess von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. In Wahrheit kann man diesen Prozess beeinflussen, und diejenigen, die das meiste Geld haben von der gesamten Geldsumme, haben den größten Einfluss auf dieses geschlossene System.
Als reich kann man jemanden nur im Vergleich zu jemandem bezeichnen, der weniger hat, oder aber es ist der Standard, es kann nur Reiche geben, wenn es Arme gibt, die Reichen haben zu viel von dem, was anderswo fehlt. Was die größte Geldsumme in den Händen einer winzigen reichen Klasse tut *und was nicht*, hat direkte Auswirkungen auf den Rest in diesem geschlossenen System. All das Geld sollte rechtmäßig für die Menschen arbeiten, die die meiste Zeit ihres Lebens für das Geld arbeiten und jeden Tag immer wieder Dinge tun, die für sie selbst keinen Nutzen haben, nur damit sie immer wieder ihre winzige Betonkiste und ihren Vergaser bezahlen können.
Verschwörungstheorien enthalten oft den versteckten Wunsch, Schuldige zu finden, mit dem sich alle Probleme leicht aus der Welt schaffen lassen, deshalb ist es gefährlich, sie zuzulassen, denn sonst werden in einer Lynchjustiz einfach Schuldige gefunden. Andererseits wäre es aber ebenso töricht zu glauben, es gäbe keine Menschen, die diese Ideen verwirklichen wollen, vieles von dem, was heute als verschwörerisch gilt, war die längste Zeit Realität, einige wenige Auserwählte, die im Großen und Ganzen die Fäden der Welt in der Hand hielten, die Freimaurer waren einst ein gar nicht so geheimer Verein und vielleicht ein mächtiger Gegner der Kirche und haben damit vielleicht tatsächlich den Weg in die neue Welt geebnet.
Der Stolz der Menschen wird immer gefördert, Vierlieren kann nicht toleriert werden und ist beschämend, was es sehr schwer macht, sich einzugestehen, dass dieses Geldsystem ausbeuterisch ist und dass die meisten Menschen Arbeitskräfte sind, die billig und höchst effizient in himmelhohe Betonkisten gestapelt werden und nur massenhaft produzierte Fabrikware serviert bekommen.
Die Nachrichten versichern jedem, dass die alltägliche Armut weit weg ist in Afrika, Südamerika und dass sie selbst die Wohlhabenden sind, zu den "Top 10% der Welt" gehören, dass die undemokratischen Regime alle weit weg sind in Russland, China oder Arabien.
Aber zurück zu dem abstrakten und philosophischen Ton des Zitats:
Die Mathematik mag zwar sehr komplex erscheinen, ist aber in Wirklichkeit eine extreme Vereinfachung der Realität, und nur dadurch wird sie so nützlich. In Wirklichkeit gibt es weder einen "Geschwindigkeitsvektor" noch einen Meter oder eine Minute irgendwo auf der Welt, es sind Abstraktionen, Modelle, die es uns ermöglichen, die viel größere und komplexere Realität in unseren Köpfen zu verarbeiten. Wir könnten niemals darüber nachdenken, was ein Planet ist, wenn wir nicht ein so einfaches Modell eines Geoids hätten.
Die Welt, die wir mit unseren Augen sehen, ist ein Bild in unserem Kopf, wir erleben unsere eigenen Sinne, unser eigenes Bewusstsein und nicht eine äußere Welt. Und ein Bild ist niemals die Wahrheit, sie versucht, die Wahrheit abzubilden, die einzige wirkliche Wahrheit ist die Wirklichkeit selbst, von der jeder nur einen kleinen Abglanz erfahren kann. Planet und Geoid sind menschliche Begriffe und Definitionen, sie existieren nur in uns, was ist nun der eigentliche Körper, auf den sich diese Begriffe beziehen? Er enthält jede Pflanze, jeden Menschen, jedes Tier und jedes Gestein, niemand könnte ohne diese Vereinfachungen jemals all das betrachten, was der Planet ist, nicht einmal seine schiere Größe allein.
Lügen sind Wahrheiten, die in ein falsches Licht gerückt werden, sonst sind sie sinnlos, "Reinen Wein schenkt dir keiner ein" bedeutet nicht, dass jeder lügt und auch nicht, dass jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, sondern dass jeder nur seine eigene Sichtweise wiedergeben kann, die erst dann zum Problem wird, wenn er versucht, seine eigene Vorstellung anderen aufzuzwingen. Niemand kann die absolute Wahrheit sagen, nur ihre eigene Wahrheit; Wert ist ein menschliches Wort, das nur in uns selbst eine Bedeutung hat. Wie viel jemand etwas wertschätzt, kann nur er selbst sagen, und wenn jemand seine Vorstellung von Wert jemandem oder allen anderen aufzwingt, begeht er eine große Ungerechtigkeit.