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Römische Kaiser

Aus Niccolò Macciavelli Der Prinz, Kapitel 19

Zuerst ist zu bemerken, daß, wenn in andern Reichen nur der Ehrgeiz der Großen und die Zügellosigkeit des Volks zu bekämpfen ist, die römischen Imperatoren noch eine dritte Schwierigkeit vor sich fanden, welche in der Habsucht und der Wildheit der Kriegsmacht bestand. Diese Sache hat solche Schwierigkeit, daß sie Ursache des Unterganges einiger Kaiser wurde; weil es schwer ist, die Soldaten zufrieden zu stellen und das Volk zugleich mit: denn das Volk wünscht Ruhe und liebt deswegen die Fürsten von gemäßigter Denkungsart: die Soldaten aber lieben kriegerische, übermüthige, grausame, raubsüchtige Fürsten. Sie verlangten Personen von solcher Gemüthsart zu Imperatoren, um doppelten Sold zu erhalten und ihren Geiz und grausame Gemüthsart zu befriedigen. Daher mußten alle Imperatoren, die nicht von Natur oder durch ihre Bestrebungen sich ein Ansehn zu verschaffen wußten, welches Alles Jene im Zaume zu halten vermochte, zu Grunde gehen. Die meisten von ihnen, insbesondere die aus dem Privatstande waren, bemühten sich, wenn sie diese Schwierigkeiten fühlten, nur die Soldaten zufrieden zu stellen, und achteten wenig auf die Bedrückung des Volks. Dies war nothwendig.

Denn wenn Fürsten es nicht vermeiden können, den Haß des einen oder andern Theils auf sich zu laden, so müssen sie doch alle Sorgfalt anwenden, daß es nicht von beiden zugleich geschehe. Ist es einmal unvermeidlich, von einer Partei gehaßt zu werden, so sei es doch wenigstens nicht von der mächtigsten.

Die Imperatoren, welche zur neuen Herrschaft aufstiegen, und desfalls außerordentlicher Gunst bedurften, machten sich daher lieber einen Anhang unter den Soldaten als im Volke, welches ihnen aber doch nur in so fern etwas nützte, als sie ihr Ansehn bei den Letztern zu erhalten vermochten.

Aus diesen Ursachen nahmen diejenigen, welche von milder Gemüthsart, Gerechtigkeit liebend, der Grausamkeit abgeneigt, menschenfreundlich und leutselig waren, nämlich Marcus, Pertinax und Alexander, den einzigen Marcus ausgenommen, ein gewaltsames Ende. Marcus allein lebte und starb geehrt, weil er durch Erbrecht den Thron bestiegen hatte, und ihn weder den Soldaten noch dem Volke verdankte. Außerdem war er durch so viele Tugenden ehrwürdig, wußte beide Stände während seiner ganzen Regierung in ihren Grenzen zu halten und machte sich nie verhaßt oder verächtlich.

Pertinax aber ward gegen den Willen der Soldaten gewählt, welche unter dem Commodus an Zügellosigkeit gewöhnt, das ordentliche Leben, welches Pertinax einführen wollte, unerträglich fanden. Dies erzeugte Haß. Dazu kam Geringschätzung wegen seines Alters, und so ging er, gleich nachdem er die Regierung angetreten, zu Grunde. Es ist bemerkenswerth daß Haß durch gute Handlungen sowol als durch schlechte erregt werden kann. Ein Fürst, der sich auf dem Throne erhalten will, darf daher oft, wie ich bereits gesagt habe, nicht gut handeln, denn wenn die Masse seines Volks oder Kriegsheers, oder die Großen seines Reiches, deren er bedarf, um sich zu halten, verdorben sind, so muß er wol ihrem Sinne folgen und sie zufrieden stellen, wozu die rechtschaffenste Handlungen oft schädlich sind.

Auf den Alexander zu kommen: dieser war so gütig gesinnt, daß man unter anderm Lobe, das ihm ertheilt wird, bemerkt, er habe in einer vierzehnjährigen Regierung keinen Menschen, ohne daß er verurtheilt worden, tödten lassen. Dennoch fiel er in Geringschätzung, weil er für weibisch galt, und es hieß, er ließe sich von seiner Mutter regieren. Es entstand eine Verschwörung der Soldaten gegen ihn, durch welche er um das Leben kam.

Nunmehr wollen wir die entgegengesetzten Charaktere des Commodus, Severus, Antoninus Caracalla und Maximinus betrachten. Wir finden sie höchst raubsüchtig und grausam. Um die Soldaten zu befriedigen, enthielten sie sich keiner Art von Mißhandlung des Volks. Dennoch kamen sie, mit alleiniger Ausnahme des Severus, gewaltsamer Weise ums Leben. Severus hatte ein so tapferes Gemüth, daß er die Herrschaft dadurch glücklich zu behaupten vermochte, daß er die Soldaten zu Freunden behielt, obwol er das Volk sehr drückte: denn seine großen Eigenschaften machten ihn den Soldaten und dem Volke so ehrwürdig, daß dieses erstaunt und demüthig, jene aber voll Verehrung und befriedigt waren. Da die Handlungen dieses zur Herrschaft emporgestiegenen Regenten ganz ausgezeichnet gewesen sind, so will ich kurz zeigen, wie er den Fuchs und den Löwen zu spielen verstand, was ich vom Fürsten verlangt habe.

Da Severus die Feigheit des Kaisers Julianus erkannte, überredete er das Heer, welchem er in Slavonien vorgesetzt war, nach Rom zu gehen, um den Tod des Pertinax zu rächen, den die Leibwache getödtet hatte. Unter diesem Vorwande setzte er sich in Bewegung, ohne seine Absichten auf den Thron merken zu lassen, und langte in Italien an, ehe man seine Abreise wußte. Gleich nach seiner Ankunft in Rom erwählte ihn der Senat aus Furcht, und Julianus ward getödtet. Noch blieben dem Severus zwei Schwierigkeiten: die eine in Asien, wo Niger sich hatte ausrufen lassen, die andre im Occidente, wo Albinus nach der Würde des Imperators strebte. Er hielt es für gefährlich, sich zugleich gegen Beide zu erklären, und beschloß daher, den Niger anzugreifen, den Albinus aber zu hintergehen. Diesem schrieb er, er sei vom Senate erwählt, wolle die Würde mit ihm theilen, gab ihm den Titel Cäsar und ließ ihn durch den Senat zu seinem Collegen erwählen. Albinus nahm dieses für Ernst. Als Severus aber den Niger besiegt und den Orient beruhigt hatte, kehrte er nach Rom zurück und beschwerte sich im Senate über den Undank des Albinus, der ihn verrätherischer Weise nach dem Leben getrachtet habe, und den er wegen seiner Undankbarkeit züchtigen müsse. Er suchte ihn hierauf in Frankreich auf und nahm ihm Würde und Leben. Wer diese Geschichte aufmerksam erwägt, wird den muthigsten Löwen und den schlauesten Fuchs erkennen: wird sehen, wie er von Allen gefürchtet und geehrt ward und beim Kriegsheere nicht verhaßt war. Man darf sich nicht wundern, daß dieser neue Fürst die Herrschaft zu behaupten gewußt, da er sich durch seinen großen Ruf beständig gegen den Haß zu wehren wußte, den seine Neuerungen beim Volke hätten erzeugen können.

Sein Sohn Antoninus hatte ebenfalls ausgezeichnete Eigenschaften, und ward deswegen vom Volke bewundert, bei den Soldaten aber beliebt, weil er kriegerisch war, alle Strapazen nicht achtete und köstliche Speisen so wie alle andern Wollüste verachtete, welches ihm die Zuneigung aller Armeen erwarb. Aber seine Wildheit und Grausamkeit war so unerhört, daß er bei verschiednen Gelegenheiten einen großen Theil des Volks von Rom und alle Bewohner von Alexandrien tödtete. Dadurch ward er der ganzen Welt verhaßt, und flößte auch denen, die um ihn waren, Furcht ein, so daß ein Centurio ihn mitten in seiner Armee umbrachte. Hierbei ist zu bemerken, daß die Fürsten solchen gewaltsamen Tod durch die Hand eines entschlossenen Mannes gar nicht vermeiden können. Denn es kann Jeder die That vollbringen, der nur sein eignes Leben nicht achtet. Doch hat der Fürst sie eben nicht zu fürchten, weil solche Handlungen äußerst selten sind. Er muß sich nur hüten, diejenigen, die um ihn sind, und deren er sich in Regierungsgeschäften bedient, nicht gröblich zu beleidigen, wie Antoninus that, der einen Bruder des Centurio hatte tödten lassen, und ihm selbst täglich drohte, trotzdem aber die Leibwache anvertraute. Das war tollkühn und mußte ein schlechtes Ende nehmen, wie es auch in Wahrheit geschehen ist.

Wir kommen zum Commodus, der die Herrschaft gar leicht hätte behalten können, die er als Sohn des Marcus geerbt hatte. Er durfte nur in die Fußtapfen seines Vaters treten, so hätte er Volk und Soldaten Genüge gethan. Da er aber ein grausames und thierisches Gemüth hatte, veranlaßte er selbst in der Armee allerlei Complotte, und ließ sie zügellos werden, um seine Raubgier zu befriedigen und das Volk auszuplündern. Auf der andern Seite behauptete er seine Würde schlecht, indem er oft ins Theater herabstieg, um mit Gladiatoren zu kämpfen, und andre Dinge vornahm, die der kaiserlichen Würde schlecht anstanden; er ward also bei den Soldaten verächtlich. Auf einer Seite gehaßt, auf der andern verachtet, fiel er als Opfer einer Verschwörung.

Endlich vom Maximinus. Dieser war höchst kriegerisch, und da die Armee einen Widerwillen gegen das weibische Wesen des Alexander bekommen, von dem ich oben geredet habe, tödteten sie diesen und wählten jenen zum Kaiser, welcher er jedoch nicht lange blieb. Zwei Dinge machten ihn verhaßt und verachtet. Das eine seine niedrige Herkunft, da er in Thra[pg 102]cien das Vieh gehütet hatte (welches allgemein bekannt war, und ihn in allen Augen herabsetzte); das andre, daß er im Anfange seiner Herrschaft verschob, nach Rom zu gehen und Besitz von der kaiserlichen Würde zu nehmen; daneben in üblen Ruf gerieth, weil er durch seine Statthalter in Rom und anderen Orten viele Grausamkeiten verüben lassen. Da mithin die ganze Welt voll Unwillen über seine niedrige Herkunft, und andrerseits voll Haß und Furcht wegen seines wilden Gemüths war, so verschwor sich der Senat, ganz Rom und endlich ganz Italien gegen ihn. Hierzu kam sein eignes Heer, welches im Lager vor Aquileja Schwierigkeiten bei der Belagerung fand, seiner Grausamkeit überdrüssig ward, und da es sah, daß ihn die ganze Welt haßte, ihn umbrachte.

Niccolò Macciavelli – The Prince (PDF) 🇬🇧 :

Niccolò Macciavelli – Das Buch vom Fürsten (PDF) 🇩🇪 :

Veröffentlicht in Vom König zum Führer

Wilhelms Auftrag

Die Vorstellung, der Adel könne sich in selbstbewußtem Rückgriff auf seine tausendjährige Herrschaftserfahrung erfolgreich in die allgemeine Führersehnsucht einspeisen, trifft man überall dort, wo Adlige über die von der NS-Bewegung eröffneten Chancen debattierten. In Mein Kampf hatte Hitler über die Schwierigkeiten der Rekrutierung geeigneter Führer gesprochen, die Bedeutung der einzelnen Persönlichkeit und das „aristokratische Prinzip“ betont, nach dem die Führung seiner Bewegung aufgebaut sei. Im Adel lege es die habituell verankerte Überzeugung von der eigenen Höherwertigkeit nahe, die NS-Bewegung als eine kleinbürgerlich-proletarisch geprägte Kraft zu sehen, die den „Massen“ beigebracht hatte, in Führer-Gefolgschafts-Kategorien zu denken, selbst jedoch unter chronischem Führermangel litt. Der ersten Phase des selbstsicheren Spotts über diesen Mangel folgte seit etwa 1930 eine zweite Phase der skeptischen Erwägung, wie der Adel diese Lücke selbst füllen könnte. Eine groteske Variante adliger Versuche, die überall greifbare Führersehnsucht auf sich selbst zu lenken, liefert eine Rede von 1930, in der Wilhelm II. in Doorn die Inflation des Führerbegriffes beklagte:

Führer sein! Das will heutzutage jeder. Führer bieten sich allerorten an. Als Führer spielen sich viele auf [...]. Und dennoch, überall der Schrei nach Führern!

In einer sonderbaren Mischung aus christlichen und neu-rechten Motiven erneuerte Wilhelm II. seinen Führungsanspruch. Der Führergedanke sei von Gott zuerst den Sumerern „geoffenbart‘ worden. König Hammurabi habe den „Führerberuf“‘ vor 5000, seine eigenen Vorfahren vor 500 Jahren von Gott übertragen bekommen. „Allein, diesen Führern ist wiederum der Führer Jesus Christus!“ Räumlich und gedanklich fern von allen politischen Realitäten ernannte der Exilkaiser Jesus zum jenseitigen, sich selbst zum irdischen „Führer“. Die vorangestelite Passage aus dem Johannes-Evangelium, die der Ansprache den Titel gegeben hatte, bezog der Kaiser-Führer auf sich selbst: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Veröffentlicht in Vom König zum Führer

Vom König zum Führer

Es [...] begab sich ein Größteil des preußischen Adels geistig und politisch auf den Weg vom König zum Führer. In einer Mischung aus Zorn, Enttäuschung und ermattender Hoffnung sprach ein Graf v. Schulenburg im April 1928 von der Pflicht des Hohenzollernhauses, „uns den Prätendenten zu stellen und dann beschere uns der Himmel den Mann, der in gegebenen Augenblick den Machtfaktor in unserem Sinn einsetzt". Nüchtern registrierte der Graf, daß weder der eine noch der andere in Sicht waren. Die sukzessive Verwandlung der monarchistischen Träume in Führerhoffnungen wird in der Korrespondenz des Grafen sehr deutlich: „Nur ein Titane‘, beißt es einige Monate später, „kann die Dinge noch meistern, ein Titane, den wir weder Rechts noch Links besitzen. “ Der Kronprinz selbst war 1924 zu der Überzeugung gelangt, „dass letzten Endes nur ein Diktator den Karren aus dem Dreck ziehen“ könne. Eben diese Rolle traute dem Kaisersohn auch innerhalb des preußischen Adels kaum jemand zu. Graf Schulenburg hatte sich einige Zeit lang voll Hoffnung über die Perspektiven seines „Herrn’ geäußert, der durch die Härten der Zeit zu „einem ernsten Manne gereift‘ sei.

Mit dieser Auffassung stand der General jedoch bereits gegen die Einschätzung seines engen Freundes Arnim und „der konservativen Fraktion des Herrenhauses“. In Übereinstimmung mit dem letzten Präsidenten des Preußischen Herrenhauses hatte Fürst Salm intern Wilhelm II. und den Kronprinzen als „unmöglich“ bezeichnet, letzteren wegen seines Lebenswandels u. besonders deshalb, „weil er nach Holland ging u. die Armee quasi als Fahnenflüchtiger verlassen hat.“ Intern bezeichnete Schulenburg den Kronprinzen bereits 1920 als „Waschlappen“ und „Schwächling‘“, auf den man in Zukunft nicht mehr zählen könne.

Selbst für jene Teile des preußischen Adels, die als Träger der monarchistischen Idee prädestiniert gewesen wären, gab es durch die Kaiserflucht sehr früh die gedankliche Flucht in einen zunächst diffusen Führermythos. Bedingt durch die ungelöste Prätendentenfrage blieben alle monarchistischen Bekenntnisse im Ungefähren. „Ich bin Monarchist und werde es auch bleiben“, formulierte Graf Arnim 1926. Als konkretes Nahziel sah Arnim die Überwindung des „Systems“ durch einen „Diktator“, der nicht parlamentarisch, sondern durch die „bewaffnete Macht“ abzustützen war und mit „einzelnen hervorragenden Köpfen“ zusammenarbeiten sollte.

Zwar blieb der diffuse „monarchische Gedanke“ in Arnims Rhetorik zentral; faktisch jedoch näherte sich Arnim in den 1920er Jahren immer stärker dem intransigenten Anti-Republikanismus an, der die Begriffe „konservativ“ und „system-feindlich‘“ synonym gebrauchte. Sein Wirken im „Hauptverein“ der Konservativen, seine Annäherung an den völkischen Flügel der DNVP und seine Unterstützung für Hugenberg als Ausdruck einer konsequent „konservativen“ Opposition zu deuten, würde den tiefen Wandel in Arnims Denken übersehen. Hinter der rhetorisch-symbolischen Fassade, der das Boitzenburger Schloß der Arnims einen eindrucksvollen Rahmen verlieh, vollzog der Graf eine innere Abwendung vom Monarchen, die für diesen Wandel konstitutiv und für einen Großteil des preußischen Adels charakteristisch war. Hellsichtig hatten konservative Denker, auf die diese Bezeichnung noch zutraf, festgestellt, daß im Hauptverein der Konservativen mehr über die Juden als vom König gesprochen wurde. Während Name und Profil eines potentiellen Thronprätendenten vorsichtig oder gar nicht mehr debattiert wurden, erhielt die Vorstellung vom kommenden „Führer“, „Diktator“ oder „Titanen‘, wie im folgenden Tagebucheintrag eines Grafen v. Bernstorff, zunehmend deutliche Umrisse:

Uns kann nur ein Diktator noch helfen, der mit eisernem Besen zwischen dieses ganze internationale Schmarotzer-Gesindel fährt. Hätten wir doch, wie die Italiener, einen Mussolini!

Innerhalb der weit verbreiteten Vorstellung, zunächst das parlamentarische System auszuschalten, bevor in einem „zweiten Kampfabschnitt“ eine Restauration möglich würde, gewann lediglich der erste Teil der Aufgabe klare Konturen. Eine sofortige Einführung der Monarchie ernshaft zu erwägen, galt aufgrund der strukturellen Schwächen der monarchistischen Bewegung selbst im politischen Stab Wilhelms II. als „ein Ding so vollkommener Hirnverbranntheit und ein Verbrechen gegen die Krone, wie es schlimmer nicht gedacht werden kann.“ Dieser im Jahre 1927 formulierte Satz zeigt eine allgemeine Tendenz an: Während die konservativen Hoffnungen auf neue Königsherrlichkeiten in immer diffuseren Formeln gefaßt wurden, hatten die neurechten Führervorstellungen auch im Adel immer stärker Konjunktur. Der Adel hat dem König und dem Kronprinzen die „Abreise niemals verziehen und der politische Monarchismus das durch diese entstandene Debakel niemals überwunden. Der Ablösung des preußischen Adels vom König als Person entsprach die Auflösung des Monarchismus als politischer Bewegung. Als Ideal wurde der König durch den „Führer“, die Monarchie durch diffuse Ideen vom „Dritten Reich“ ersetzt.