Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Mit Gott und den Faschisten

Verleumdungen jedoch durch eine Kirche, die nicht nur im Mittelalter Millionen verfolgt und massakriert, sondern auch noch im 20. Jahrhundert den bisher wohl größten Verbrecher aller Zeiten »immer wieder« und »eindringlichst« un­terstützt hat; die ihm 1933 »um keinen Preis die Kräfte der Kirche entziehen«, vielmehr jedermann seiner »großen Auf­bauarbeit« zuführen wollte; die 1935 »jede staatsfeindliche Handlung und Haltung von Mitgliedern strengstens« ver­warf und auch 1936 »das Oberhaupt des Deutschen Reiches... mit allen Mitteln zu unterstützen« versprach; die ein Jahr vor Ausbruch des Krieges Hitlers »Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen« begleitete und bei Kriegsbeginn den katholischen Soldaten befahl, »aus Gehorsam zum Führer ihre Pflicht zu tun und bereit zu sein, ihre ganze Person zu opfern«; die 1941 seinen Überfall auf die Sowjetunion »mit Genugtuung« verfolgte und bekannte: »Wir haben immer wie­ der (!) und noch im Hirtenbrief des Sommers unsere Gläubi­gen zu treuer Pflichterfüllung, zu tapferem Ausharren, opfer­bereitem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes in schwerster Kriegszeit eindringlichst (!) aufgerufen«, um dann gleich nach dem Zusammenbruch Hitler und die Nazis zu verdammen — Verleumdungen also durch eine solche Kirche empfinde ich als Ehre.

Mit Gott und den Faschisten, Karlheinz Deschner
Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta

S. Eminenz und Hoheit, der Fürst und 77. Großmeister des Ordens, Fra' Angelo de Mojana di Cologna, dem die vorliegende Untersuchung in Ehrerbietung und Ergebenheit unterbreitet sei, stand dem Werk mit gütigem Wohlwollen Pate. Respektvollen Dank schuldet der Verfasser S. Exz. Obödienz-Großkreuz-Bailli Quintin Jermy Gwyn, dem Großkanzler des Ordens, wie S. Durchlaucht, dem Fürst-Großprior des Großpriorates von Österreich, Bailli Fra' Friedrich A. Kinsky von Wchnitiz und Tettau, für die richtungweisenden und fördernden Gespräche zur Struktur und zum Recht, zur Spiritualität und dem geistlich-ritterlichen Selbstverständnis des Forschungsobjektes in einer technisch sich wandelnden Welt. S. Exz. Botschafter Comte Robert de Billy und der verewigte Ministre-Conseiller an der Gesandtschaft des Ordens bei der Republik Österreich, Dr. Leopold Hayden, denen der Verfasser im diplomatischen Dienste zur Seite stehen durfte und darf, vermittelten ihm während ungezählter Begegnungen den unverwechselbar nobilitär-melitensischen Geist und machten ihn mit den alten und neuen Imperativen des achtspitzigen Malteserkreuzes in unserer Zeit vertraut.

Fra’ Angelo de Mojana di Cologna

Der Direktor der Wiener Diplomatischen Akademie, S. Exz. Botschafter Baron DDr. Arthur Breycha-Vauthier de Baillamont, Mitglied der Magistralkommission für die Auswärtigen Angelegenheiten und sozialen Assistenzen des Ordens, hat dem Verfasser in persönlicher Freundschaft sein umfassendes Privatarchiv wie auch seinen langjährigen Erfahrungsschatz über das Leben im Malteserorden in zuvor kommender und hilfsbereiter Weise zugänglich gemacht. Der Genannte hat sich auch selbst der Mühe unterzogen, das Manuskript der vorliegenden Arbeit zu vidieren und zu korrigieren, wofür ihm besonders herzlicher Dank bekundet sei. Aufrichtigen und lebenslangen Dank schuldet der Verfasser seinen verehrten Lehrern Prälat em. Prof. Dr. h. c. mult. DDr. Johannes Messner und dem Nestor der Völkerrechtswissenschaft em. Prof. Dr. h. c. mult. Dr. Alfred Verdross, von denen er den Zugang und Impulse zum Verständnis des "bonum commune humanitatis" aus naturrechtlicher und christlicher Perspektive erfahren und empfangen durfte. Ebenso aufrichtig bleibt der Autor den Vorständen des Instituts für Völkerrecht und internationale Beziehungen an der Wiener Universität verbunden: Prof. Dr. Karl Zemanek und Botschafter a. D. Prof. Dr. Stefan Verosta vermittelten ihm ihr völkerrechtliches Wissen und akzeptierten vorliegende Untersuchung als Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung.

Herr Senator e. h. Ministerialrat a. D. Dr. Johannes Broermann, der Inhaber des Verlages Duncker & Humblot, und der Österreichische Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Frau Dr. Hertha Firnberg, haben in verständnisvoller Aufgeschlossenheit die Drucklegung der Untersuchung ermöglicht. Gemäß den spirituellen Intentionen des Völkerrechtssubjekts "Souveräner Malteser-Ritter-Orden" sei diese wissenschaftliche Arbeit unter die Auspizien des Heiligen Johannes des Täufers gestellt, der dieser religiösen, nobilitären und sozialhospitalären, weltweit verbreiteten Kommunität ihren ursprünglichen und noch heute primär verbindlichen Namen gegeben hat!


Nun erhebt sich die Frage: besteht der adelige Charakter des Ordens und seiner Ritter heute "nur" mehr aus der vielzitierten "adeligen ( = edlen) Gesinnung" oder hält der Orden in partiellem Sinne an einem Blutadel fest?

Sowohl, als auch. Für die Zulassung zur 1. und 2. Klasse des Ordens sind gewisse, in der vorliegenden Arbeit nicht näher zu beschreibende, Adelsproben erforderlich. Einige Zweige der dritten Klasse tragen allerdings ein besonderes Merkmal, das melitensischem, internen Recht entspricht: deren Angehörige sind "cavalieri die grazia magistrale", also Ritter "durch die Gnade des Großmeisters", im ordensinternen Sinne persönlichen "melitensischen Adels", ohne jedoch Prädikate, Wappenrechte und Vererbbarkeit damit junktimiert zu empfangen.


Ohne Zweifel profitiert der Orden von seiner "religiösen Abhängigkeit" vom Heiligen Stuhle, als ihn dieser auf Grund seines internationalen Prestiges beglaubigt und ihn a priori des Verdachtes der religiösen Separation, der gesellschaftlichen Eigenbrötelei, ja des Schismas und des Daseins einer religiösen Sekte entledigt. Der Heilige Stuhl gewährt dem Orden ein spirituelles Akkreditiv, indem er ihn unmittelbar an den Lebensstrom der katholischen Weltkirche anschließt, gebunden hält und seine religiösen Kanäle speist. Es ist daher nur eine Selbstverständlichkeit, daß auch im weltlich-diplomatischen Bereich die Missionen des Heiligen Stuhles und des Ordens nämlich Nuntiaturen und Botschaften, Internuntiaturen und Gesandtschaften, Apostolische Delegationen und melitensische Delegationen auf das Beste kooperieren. Denn der Malteserorden ist "kirchlicher" als jedes andere Völkerrechtssubjekt neben der Katholischen Kirche, respektive dem Heiligen Stuhl. R. A. Graham rechnet den Malteserorden zu jenen Staaten (einschließlich jener Völkerrechtssubjekte, die nicht Staat sind), in denen keine "Trennung von Kirche und Staat" besteht.


Aus Malteserorden und Völkergemeinschaft (Robert Prantner, 1974)

The work continuously cites for sources a book authored by the Order themselves at a publisher specialized on arts and museums. Numerous aristocratic members of the order are the authors of the chapters and they are cited individually by Prantner as if to appear like they are independent sources.


Robert Pranter erhielt später den Päpstlichen Ritterorden des heiligen Gregor des Großen.


Aus Der Malteserorden (Alexander Krethlow) https://rjkg.de/ojs/index.php/rjkg/article/download/58004/57891/57946

Seit den 1830er-Jahren kamen dem Orden sowohl Angebote zur Übernahme hospitalischer Aufgaben als auch Hinweise auf die Opportunität verstärkter karitativer Tätigkeit, besonders durch Mitglieder des österreichischen Erzhauses, zu. Die hohe Wertschätzung von ritterlich-militärischem Glanz und Prestige der Ordensführung hatte jedoch zur Folge, dass diese Chance nicht oder zu spät genutzt wurde. Tatsächlich sahen sich die Ordensritter, insbesondere diejenigen die noch auf Malta ihren Kriegsdienst geleistet hatten, nicht gerne in einem zweitrangigen Hospital in Modena sitzen oder die Rechnungsbücher eines Krankeninstituts prüfen. Sie suchten viel lieber der Nobelgarde des betreffenden Herzogtums oder am päpstlichen Hofe standesgemäßen aber nur mehr beschränkt nutzlichen Dienst zu leisten. Die Marktlücke des militärischen Sanitätsdienstes füllte daher eine andere Organisation. Der Schweizer Henry Dunant (1828-1920) gründete im Jahre 1863 das Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege dessen Symbol das Rote Kreuz bald die systematische Kriegskrankenpflege monopolisierte. Indem der Malteserorden mit seinen diskriminierenden Aufnahmebestimmungen dem Prinzip der sozialen Ungleichheit und seinen vielfach überkommenen adeligen Traditionen verhaftet blieb verpasste er hier eine bedeutende Chance.


So hatte ein Rechtsritter bis 1914 eine fast 50-prozentige Chance, Komtur zu werden und in den Genuss der Ertrage einer Kommende zu gelangen, was seine Lebenshaltung weiter verbesserte. Einzelnen Adelsfamilien gelang es mit Erfolg, durch mehrfache Vertretung in den Rechtsrängen und damıt im Provinzkapitel die Nachfolge in der Verwaltung der einträglichen Kommenden in ihren Händen zu behalten.

Für eine Mitgliedschaft als Ehrenritter oder Ehrendame waren die Motivationen breiter gefächert. So schuf der Orden im religiösen Bereich die Möglichkeit, dass der katholische Adelige in standesgemäßer Umgebung seinen Glaubenspflichten nachkommen konnte. Auch in politischer Hinsicht sind Beitrittsmotivationen erkennbar. Da traditionale Eliten und die katholische Kirche in ganz Europa bevorzugte Zielgruppen liberaler und sozialistischer Kritik waren, diente der Malteserorden der Geistlichkeit und dem Adel als transnationale Plattform zur Demonstration gemeinsamer Wertemuster. Auf nationaler Ebene war die Ehrenmitgliedschaft ebenso Ausdruck eines politischen Bekenntnisses. So stellte sie im Großpriorat Rom lange Zeit ein Zeichen für die besondere Verbundenheit mit dem Papst und für eine relative Distanz zu savoyischen Königshaus dar. Diese Ehrenmitgliedschaft in der Rheinisch-Westfälischen Malteser-Genossenschaft, die stark ultramontan ausgerichtet war, verwies auf einen ebenso deutlichen politischen Positionsbezug wie bei Teilen des ehemals polnischen Adels, der mit der Zugehörigkeit einem bestimmten Großpriorat antipreußische, antirussische oder antiösterreichische Tendenzen zum Ausdruck brachte.


Bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts kann indes von einer ernsthaften hilfsdienstlichen Tätigkeit kaum gesprochen werden. Für karitative Beschäftigung bot der Orden insbesondere für die Damen einen standesgemäßen Rahmen. Die Rechtsritter als Kerngruppe der Gemeinschaft waren wenig in die aktive Hospitalität des Ordens eingebunden. Der aktive Dienst am notleidenden Mitmenschen wurde zum Teil ordensfremden Institutionen überlassen. Gerne übernahmen einzelne Ehrenritter aber die organisatorische und verantwortliche Leitung hilfsdienstlicher Einsätze. Die Karitas diente somit dazu, dem Orden in der Öffentlichkeit eine zeitgerechte Existenzberechtigung zu verschaffen. Auf diese Weise erfüllte die hilfsdienstliche Aktivität eine Aufgabe von zentraler ordenspolitischer Bedeutung.


Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Haus Savoy

Aus https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2020/01/25/haus-savoyen/

Obwohl die Savoyens dem Vatikan nahe stehen, brachten sie dennoch mindestens zwei Freimaurer hervor. Die Freimaurer und der Vatikan/Klerus waren von Anfang an verfeindet und bekämpften sich mit Propaganda, Hetze und Intrigen. Der Vatikan förderte in der Vergangenheit mehrfach die Verfolgung der Freimaurer, während die Freimaurer die Aufklärung sowie die Trennung von Staat und Kirche förderten. Nach dem 2. Weltkrieg scheinen die beiden Gruppen eine Art Waffenstillstand ausgehandelt zu haben. Ab da konnte sich die katholische Kirche im Volk der USA und Grossbritannien etablieren. Zuvor wurden dort die Katholiken diskriminiert. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Katholiken eine kleine Minderheit in den USA. Es sind bis heute kaum Katholiken in der Elite der beiden Länder vertreten. Nur ein britischer Premierminister war katholisch getauft (Boris Johnson), aber auch der war später anglikanisch konfirmiert. Neben Joe Biden war nur ein US-Präsident Katholik, nämlich der erschossene Kennedy. Alle anderen US-Präsidenten waren Protestanten und fast ein Drittel davon waren Freimaurer. Schon die Pilgerväter der USA waren Puritaner (Protestanten) und werden dementsprechend den Vatikan nicht gemocht haben. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts waren Katholiken von der britischen Thronfolge ausgeschlossen und Thronfolger durften keine Katholiken heiraten. 2015 wurde das Gesetz geändert. Das britische Königshaus war übrigens eine der wichtigsten Freimaurerfamilien der letzten 200 Jahren.

Amadeus I. (1845-1890) war der erste bekannte Freimaurer aus dem Haus Savoyen. Er war von 1871 bis 1873 König von Spanien. Er hob das bis dahin geltende Freimaurer-Verbot in Spanien auf. Schliesslich dankte Amadeus freiwillig ab und die erste spanische Republik wurde gegründet, die fortan von Politikern regiert wurde, von denen viele Freimaurer waren. Die Republik konnte sich fast zwei Jahre halten, wurde dann aber durch eine Monarchie ersetzt und Mitglieder des Hauses Bourbon erlangten wieder die Macht in Spanien. Amadeus heiratete in zweiter Ehe Maria Letizia Bonaparte, eine Nichte des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Marias Vater Napoléon Joseph und ihr Grossvater Jérôme waren wie weitere Mitglieder der Bonaparte Familie Freimaurer. Der Freimaurer Napoléon Joseph Bonaparte heiratete ebenfalls in das Haus Savoyen.

Viktor Emanuel von Savoyen (*1937 [✝2024]) traf die Päpste Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus. [Eine Audienz beim Papst ist nicht gerade gewöhnlich, alle Päpste seiner Lebenszeit - und nicht bloß ein Mal - zu treffen ein eindeutiges Indiz für enge Beziehungen, Anm.] Er war wie gesagt Mitglied der P2 [ital. Freimaurerloge] und ist zudem Mitglied des Malteserordens. Er musste schon öfters vor Gericht: In den 70er-Jahren wurde wegen internationalem Waffenhandel gegen ihn ermittelt. Er vermittelte den Verkauf von 300 Kampfhubschraubern an seinen Freund, den Schah von Persien. Die Hubschrauber gelangten schliesslich in Jordanien, Taiwan und Südafrika. Viktor Emanuel wurde durch diese Waffenverkäufe reich, wie ein Cousin erzählte. 1978 gab er mehrere Gewehrschüsse ab, die den deutschen 19-Jährigen Dirk Hamer töteten. Es soll ein Versehen gewesen sein. 1991 wurde Viktor Emanuel vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen, aber wegen illegalen Waffenbesitzes zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Dirk Hamer war der Sohn des verurteilten Alternativmediziners Ryke Geerd Hamer, ein Verschwörungstheoretiker, der seine eigene germanische Medizinkunde entwarf. 2006 wurde Viktor Emanuel verhaftet. Man warf ihm vor, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben, die für Korruption und Ausbeutung von Prostituierten verantwortlich ist. Dabei hatte Viktor Emanuel Kontakte in die Glücksspielindustrie. Er soll für Besucher eines Kasinos junge Prostituierte beschafft haben. Bei dieser Untersuchung wurde gegen weitere Leute wegen Korruption, Erpressung, Geldwäsche und Mafiaverbindungen ermittelt. Einer der Verdächtigten war Viktor Emanuels Cousin Simeon Sachsen-Coburg-Gotha, das Oberhaupt der nicht amtierenden Königsfamilie Bulgariens. Simeon war auch Ministerpräsident von Bulgarien. Ihm wurde vorgeworfen, dass er sich bestechen liess und dafür einem italienischen Unternehmer half in Bulgarien an öffentliche Aufträge zu kommen. Viktor Emanuel diente dabei als Vermittler. Es wurde auch gegen drei Carabinieri (Polizisten) ermittelt. Man verdächtigte sie, Informationen aus einer Datenbank an Viktor Emanuel und seine Leute weitergeleitet zu haben. Viktor Emanuel wurde letztendlich freigesprochen.

https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2020/01/25/haus-savoyen/
Vittorio Emanuelle in the robe of the Order of Saints Mauritius and Lazarus
Viktor Emanuel in der Robe des hauseigenen Ordens der heiligen Mauritius und Lazarus
Vittorio Emanuelle III. King of Italy, Pope Pious XI. and Mussolini
Viktor Emanuel III. König von Italien, Papst Pius XI. und Mussolini
Mussolini mit Savoyer Abzeichen, darunter der hauseigene Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus
Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Die Colonnas

Guido Colonna di Paliano (1908-1982) vertrat Italien ab 1933 als Diplomat in New York, Toronto, Kairo, Stockholm und London. In dieser Zeit war Italien eine faschistische Diktatur, die von Benito Mussolini geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur war Guido Colonna Generalvertreter der italienischen Delegation bei den Verhandlungen zum Marshallplan. Von 1948 bis 1956 war er der erste stellvertretende Generalsekretär der OEEC und somit stellvertretender Chef der internationalen Organisation. Die OEEC war der Vorläufer der heutigen OECD. Guido Colonna besetzte eine führende Position im italienischen Aussenministerium und war italienischer Botschafter in Norwegen. Er war von 1962 bis 1964 stellvertretender Generalsekretär der NATO und damit stellvertretender Chef des mächtigsten Militärbündnisses der Welt. Er führte den Vorsitz im Nordatlantikrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der NATO. Er war in den 60er Jahren auch Mitglied der EWG/EEC-Kommission. Sie war der Vorläufer der heutigen EU-Kommission.


Guido Colonna di Paliano (1908-1982) vertrat Italien ab 1933 als Diplomat in New York, Toronto, Kairo, Stockholm und London. In dieser Zeit war Italien eine faschistische Diktatur, die von Benito Mussolini geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur war Guido Colonna Generalvertreter der italienischen Delegation bei den Verhandlungen zum Marshallplan. Von 1948 bis 1956 war er der erste stellvertretende Generalsekretär der OEEC und somit stellvertretender Chef der internationalen Organisation. Die OEEC war der Vorläufer der heutigen OECD. Guido Colonna besetzte eine führende Position im italienischen Aussenministerium und war italienischer Botschafter in Norwegen. Er war von 1962 bis 1964 stellvertretender Generalsekretär der NATO und damit stellvertretender Chef des mächtigsten Militärbündnisses der Welt. Er führte den Vorsitz im Nordatlantikrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der NATO. Er war in den 60er Jahren auch Mitglied der EWG/EEC-Kommission. Sie war der Vorläufer der heutigen EU-Kommission.

Guido Colonna di Paliano gründete 1973 zusammen mit dem US-Amerikaner David Rockefeller die Trilaterale Kommission. Diese einflussreiche Denkfabrik dient dem Austausch der Eliten von Nordamerika, Westeuropa und Japan. In der Trilateralen Kommission sind viele Wirtschaftsführer und Politiker vertreten. Guido Colonna wird den Niederländer Max Kohnstamm gekannt haben, da dieser ebenfalls Mitgründer der Trilateralen Kommission war. Kohnstamm war ein Freund der niederländischen Königsfamilie. Kohnstamm war auch Mitgründer des Bilderberg-Treffens und gilt als einer der Gründerväter der EU.

Nachdem Guido Colonna di Paliano seine Karriere als Diplomat aufgegeben hatte, ging er in die Privatwirtschaft. Er war im Vorstand des italienischen Automobilkonzerns Fiat. Das Unternehmen wurde von der Agnelli Familie gegründet, die es bis heute kontrolliert. Die Agnellis gelten als die mächtigste Familie der italienischen Wirtschaftselite und heirateten in mehrere italienische Adelsfamilien. Guido Colonna kannte Giovanni Agnelli, das Familienoberhaupt. Sie waren gemeinsam bei der Trilateralen Kommission aktiv.

Guido Colonna di Paliano war im Vorstand eines grossen italienischen Elektrounternehmens, das vom US-amerikanischen Mischkonzern General Electric kontrolliert wurde. Guido Colonna war auch im Vorstand des Chemiekonzerns Solvay. Solvay ist eines der grössten belgischen Unternehmen und wird noch immer von der Gründerfamilie (Milliardäre) kontrolliert.

Guido Colonna di Paliano bei der EG-Kommission Rey (1967-1970), obere Reihe 2. v. l.

Prinz Ascanio Colonna di Paliano (1883-1971) war seit 1908 als Diplomat tätig. Er vertrat Italien in England, Türkei, Dänemark, Schweden und Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er zur italienischen Delegation bei der Pariser Friedenskonferenz. Er war von 1938 bis 1941 italienischer Botschafter in den Vereinigten Staaten. Er vertrat somit den italienischen Diktator Mussolini in den USA. Im Dezember 1941 überbrachte er dem damaligen US-Präsidenten Roosevelt die Kriegserklärung Italiens an die USA. Noch am selben Tag trat Prinz Ascanio zurück von seinem Amt als Botschafter, da er den Krieg mit den USA ablehnte.

Ascanios Bruder Fürst Marcantonio VII. (1881-1947) heiratete Isabelle aus der libanesischen Sursock Familie. Isabelle wurde durch die Heirat Teil der römischen High Society. Sie und ihr Mann waren dem Vatikan treu ergeben. Isabelle erhielt die vatikanische Staatsbürgerschaft, die nur ein paar hundert Personen besitzen. In ihrem Palast empfing Isabelle einflussreiche Persönlichkeiten aus der ganzen Welt. Die Sursock Familie war früher die reichste Familie des Libanons und brachte Freimaurer hervor. Die internationale Familie heiratete auch in die irische, muslimische und thailändische Aristokratie.

Bis 1968 wurden zahlreiche Ämter des Vatikans von Adligen besetzt und vererbt. Seit dem 16. Jahrhundert hatte die Colonna Familie das Privileg, dass ein Familienmitglied bei päpstlichen Zeremonien an der rechten Seite des päpstlichen Throns teilnehmen durfte. Fürst Aspreno Colonna di Paliano (1916-1987) war das letzte Familienmitglied, dem diese Ehre zuteilwurde. Mit seinen 35 Adelstiteln war er eine der adligsten Personen der Hocharistokratie.

Zur Rechten Fürst Aspreno Colonna di Paliano

Aus https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2022/02/17/haus-colonna/

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Schwarzer Adel

Bemerkenswert ist weiterhin das Verhalten des süditalienischen und des römischen Adels. So folgte im Süden der Halbinsel, laut Benedetto Croce, »eine große Zahl adliger Familien« den Bourbonen für einige Jahre ins römische Exil. Croce teilte uns zudem mit, dass diese nach 1870 denselben Weg »in Gruppen oder einzeln« zurückgingen! Gegen Ende des Jahrhunderts milderte der Aufenthalt des mondänen, jungen Fürsten Vittorio Emanuele in Neapel ihre Ablehnung. Dennoch macht dieses Verhalten deutlich, wie fremd einem Großteil des Adels - insbesondere denjenigen, die eng mit dem bourbonischen Hof verbunden waren und die über den größten Reichtum und Einfluss verfügten! - die Erschaffung des neuen Staates in der entscheidenden Phase war. Aufsehenerregender war der Fall Rom, wo nach 1870 viele Familien des »schwarzen« papsttreuen Adels dem vereinten Italien und den Savoyer »Besatzern« lange Zeit feindlich gesonnen blieben. Auch in der Hauptstadt heilte die Zeit Wunden, aber viele hielten ihre ablehnende Haltung sogar bis zum Abschluss der Lateranverträge bei. Die Kluft zwischen »schwarzen« papsttreuen und »weißen« liberalen Adligen war von besonderer Bedeutung, da sie die reichen und prestigträchtigen Familien der römischen Fürsten betraf, aus denen seit Jahrhunderten Päpste und Kardinäle hervorgegangen waren. Sie verfügten über einen fast königgleichen Status und waren mit großen Reichtümern sowie starkem sozialen Einfluss ausgestattet. Diese Adligen Neapels und Roms machten zusammen 15 bis 20 Prozent des gesamten italienischen Adels aus, auf die Piemontesen entfiel ein Anteil von 10 Prozent. Auch andernorts, wo die Dynastien und Höfe weniger stark verankert waren als das Papsttum in Rom, existierten regelrecht Sektoren von Aristokraten, die sich — wenn auch weniger auffällig — kaum mit der nationalen Sache identifizierten.

Aus Hochkultur als Herrschaftselement – Italienischer und deutscher Adel im langen 19. Jahrhundert

Herausgegeben von: Gabriele B. Clemens , Malte König und Marco Meriggi

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Gottesfurcht

Der erste Artikel von der Allmacht des Schöpfers erzeugt kindliche Gottesfurcht, der zweite vom eingeborenen Sohne Liebe zu Gott, das Empfangen vom heiligen Geiste wirket Scham und Grausen vor Sünde, das Geboren von der Jungfrau Keuschheit und ernstliche Tugendübung, das Gelitten ein williges Ertragen aller Widerwärtigkeit. Die Frage: Wie kommt Pontius Pilatus in das Symbol? hatte zahlreichen Erklärern Kopfschmerzen verursacht. Man hatte auf ihn als die Spitze der Regierung im heiligen Lande hingewiesen, hatte von seiner angeblichen Heimat Pontus gesprochen und anderes mehr. Der Fromme des 15. Jahrhunderts sieht von all dieser unfruchtbaren Gelehrsamkeit ab. Bei ihm heißt es einfach: Unter Pontius Pilatus wirket in uns den rechten Gehorsam gegen alle Menschen. Die historische Notiz will also nichts anderes besagen als das Wort des Paulus: Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat.
Die Kreuzigung ferner wirket bei uns Abkehr von der Welt und ihrer bösen Lust, der Tod Jesu, daß wir allen Sünden, Untugenden und unserer eigenen Natur absterben. Sein Grab bringt uns Frieden des Herzens ohne allen Streit, seine Höllenfahrt die rechte Bruderliebe, vermöge deren wir allen Menschen zu Hilfe kommen und in unserm Gebete der Seelen im Fegefeuer wie der Leute auf Erden fleißig gedenken.
Christus ist von den Toten auferstanden: so stehen wir auf von allen bösen Gewohnheiten und den Einwirkungen der Gestirne und richten unsere drei Geisteskräfte auf Gott und auf nützliche Dinge. Er fuhr zum Himmel und ermöglichte uns dadurch ein wahrhaft schauendes Leben. In der detaillierten Art, wie die fünf Grade der Schauung beschrieben werden, tritt das spezielle Interesse des Mystikers klar zutage. Der Gedanke an Christi Wiederkunft zum Gericht erzieht uns zur Gerechtigkeit. Dem Artikel vom heiligen Geiste verdanken wir eine Reinheit des Herzens, kraft deren wir nicht wieder schlecht werden noch werden können.

Von einer heiligen katholischen Kirche, deren weltumspannende Macht die sonstigen Erklärer mit Vorliebe den begrenzten Konventikeln der Ketzer gegenüberstellten, weiß der Fromme nichts. Er kennt nur eine heilige Christenheit, deren Güter darin bestehen, daß wir Kinder Gottes, Brüder Jesu Christi, Jünger des heiligen Geistes und Genossen der Apostel werden. Der Artikel vom ewigen Leben erfüllt uns mit Hoffnung und Sehnsucht nach dem Jenseits, bewahrt uns vor den Sorgen dieses Lebens und läßt uns willig von ihm scheiden. Mit dem Amen aber geben wir uns gelassen in Gottes Willen, von uns aus das zu wollen, was er will.

Es wird nicht schwer sein, alle diese Sätze aus Eckart oder anderen mystischen Schriftstellern des 14. Jahrhunderts zu belegen.