Der Mystiker und der Physiker kommen zur gleichen Schlussfolgerung; der eine geht von der inneren Welt aus, der andere von der äußeren Welt. Die Harmonie zwischen ihren Ansichten bestätigt die alte indische Weisheit, dass Brahman, die ultimative Realität außerhalb, mit Atman, der Realität im Inneren, identisch ist.

Fritjof Capra

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Logik & Programmieren

Turing Complete

In der Theorie der Berechenbarkeit wird ein System von Datenmanipulationsregeln (wie z. B. ein Rechenmodell, der Befehlssatz eines Computers, eine Programmiersprache oder ein zellulärer Automat) als Turing-komplett oder rechnerisch universell bezeichnet, wenn es zur Simulation einer beliebigen Turing-Maschine (die von dem englischen Mathematiker und Informatiker Alan Turing entwickelt wurde) verwendet werden kann. Das bedeutet, dass dieses System in der Lage ist, andere Regelsätze für die Datenmanipulation zu erkennen oder zu entscheiden. Die Turing-Vollständigkeit wird verwendet, um die Mächtigkeit eines solchen Regelsatzes für die Datenmanipulation auszudrücken. Praktisch alle heutigen Programmiersprachen sind Turing-komplett.

Alles in einem Computer kann aus einer einzigen Basiskomponente names NAND-Gatter aufgebaut werden. Auf dich wartet eine Reihe von Rätseln, die dich auf dem Weg von NAND-Gattern zu Arithmetik, über Speicher, bis hin zu vollständigen CPU Architekturen führen. Wenn du dieses Spiel durchgespielst, wirst du verstehen, wie Assembler, CPU-Befehlssätze und Basiskomponenten zusammenhängen. Und du wirst verstehen, wie Programmierkonzepte wie if-Anweisungen, Schleifen und Funktionen tatsächlich in Assembler und Hardware funktionieren.

SHENZHEN I/O

Bauen Sie Schaltungen mit einer Vielzahl von Komponenten verschiedener Hersteller, wie Mikrocontroller, Speicher, Logikgatter und LCD-Bildschirme.
Schreiben Sie Code in einer kompakten und leistungsstarken Assemblersprache, in der jeder Befehl bedingt ausgeführt werden kann.

Silicon Zeroes

Bauen Sie komplexe Elektronik aus einer Vielzahl einfacher Komponenten wie Addierern, Latches und Multiplexern.
Reisen Sie zurück in die 60er Jahre, zum allerersten Startup im Silicon Valley, und tun Sie Ihr Bestes, um das Ganze vor der Implosion zu bewahren.
Lösen Sie mehr als siebzig Rätsel, von einfachen Einführungen bis zum Bau voll funktionsfähiger CPUs.

The Signal State

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Simulation

Simulation ist die Situation, die von jedem Zeichensystem geschaffen wird, wenn es anspruchsvoll und autonom genug wird, um seinen eigenen Referenten abzuschaffen und ihn durch sich selbst zu ersetzen.

Microsoft Flight Simulator

Erstmals 1982 veröffentlicht ist es eine der ältesten noch entwickelten Spielereihen und 3 Jahre älter als Windows und damit das älteste noch bestehende Produkt Microsofts. Der letzte Ableger setzt KI-Technologie ein um 3D-Karten aus den Satellitenbildern von Microsofts eigenem Kartendienst Bing zu erstellen und erlaubt den Nutzern so überall auf dem Planeten frei zu fliegen.

Links: Steam || Microsoft

Weitere Flugsimulatoren: Aerofly FS4 || X-Plane 12

Reentry – An Orbital Simulator

Komm zur NASA-Akademie und flieg durch die Geschichte der Raumfahrt angefangen mit Mercury auf der Redstone-Rakete zur Landung am Mond... und Heimflug. Du kannst auch die Aufgaben von Mission Control am Boden übernehmen und es werden noch weitere Dinge kommen, wie die russische Vostok-1!

Links: Steam

Orbiter Space Flight Simulator 2016 Edition

Haben Sie die Nase voll von Weltraumspielen, die Ihre Intelligenz beleidigen und gegen alle Gesetze der Physik verstoßen? Orbiter ist ein Simulator, der Ihnen eine Vorstellung davon vermittelt, wie sich Raumfahrt wirklich anfühlt - heute und in nicht allzu ferner Zukunft. Und das Beste daran: Sie können ihn kostenlos herunterladen!

Link: Orbiter

Train Sim World 3 & 4

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Militärsimulation

Eine Art von Wargame die Realismus vor alles andere stellt. Es kann alles bezeichnen von First Person Shooter wie Arma III, Flugsimulationen wie DCS World (Digital Combat Simulator) oder strategisches und taktisch-operatives Kommando wie Command: Modern Operations. Was sie alle gemein haben ist dass sie vereinfachende Spielmechaniken meiden, wie Forschung, Produktion und Diplomatie und, dass sie keine interpretativen politischen oder soziale Kommentare abgeben, abgesehen von der Rahmenhandlung in der die einzelnen Szenarien angesetzt sind. Es muss aber klar sein, dass Kriegsspiele zwangsläufig immer kriegstreiberisch sind, in einem Kriegsspiel kann es keinen Frieden geben, sonst gäbe es kein Spiel.

Command: Modern Operations

Basiert auf der Radar Operator Software auf Flugzeugträgern und liefert damit größtmögliche Authentizität in See- und Luftkriegsführung. Die Entwickler waren mit ihrer Software 2017 zur Vorstellung ins Weiße Haus eingeladen und es gibt mehrere Pro-Editionen für Militär und Akademie.

COMMAND ist ein pausierbares Joint Operations Echtzeit-Kriegsspiel, das den Zeitraum von kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die nahe Zukunft (1940er-2020er Jahre) umfasst. In diesem Spiel steuern Sie integrierte Waffensysteme. Dazu gehören vor allem Schiffe, U-Boote, Flugzeuge und die Basen, von denen aus sie operieren. COMMAND ermöglicht es Ihnen aber auch, andere, weniger sichtbare und glamouröse, aber nicht weniger wichtige Teile des Puzzles zu steuern. Satelliten, unkonventionelle Spezial- oder Guerillakräfte und Cyberangriffe stehen Ihnen zur Verfügung. Das Ziel ist es, all diese Teile zu einem Ganzen zu integrieren.
Sie kämpfen auf einem lebensgroßen Globus mit akribisch detailliertem Terrain über und unter dem Meeresspiegel. Alles, von Hügeln bis zu Thermoklinen, ist auf der Karte platziert und wird berücksichtigt, und es ist möglich, von einem Kontinent aus einen anderen anzugreifen und wieder zurückzukehren. Die Anweisungen, die Sie Ihren Truppen geben, können so umfassend oder detailliert sein wie nötig. COMMAND bietet die Möglichkeit, jederzeit von allgemein gehaltenen Missionen zur persönlichen Kontrolle und zurück zu wechseln.
COMMAND enthält eine breite Palette von Szenarien, die von der Terrorismusbekämpfung mit Buschfeuer über kurze, aber scharfe Duelle zwischen schnellen Angriffsfahrzeugen bis hin zu Einsätzen die sich über den gesamten Kriegsschauplatz erstrecken, bei denen Flugzeuge und Schiffe über einen ganzen Ozean hinweg koordiniert und synchronisiert werden müssen.
Der interne Szenario-Editor ermöglicht eine noch größere Bandbreite an Möglichkeiten.
Es wurden Szenarien für beide Extreme der Konfliktskala entworfen, vom gewaltlosen Einsatz der Küstenwache auf der einen Seite bis hin zum nuklearen Schlagabtausch auf der anderen.
COMMAND ist sowohl unterhaltsam als auch lehrreich. Er zeigt die Entwicklung der Kriegsführung von den 1940er Jahren bis heute und veranschaulicht die Komplexität, die ein solcher Kampf immer mit sich gebracht hat.
Es ist ein Instrument, um zu zeigen, was sich im Laufe der Jahrzehnte verändert hat und was nicht, um Lehren aus der Geschichte zu ziehen, um über die Zukunft zu spekulieren und um Spaß zu haben.

Aus dem Handbuch:

Verfügbar bei: Steam || Matrix Games (Developer) || Slitherine (Publisher)

DCS World

Der Digital Combat Simulator ist derzeit der beste zivile Kampfflugsimulator und unvergleichlichem Detail, Flugzeugsystem und einer großen Auswahl an Flugzeugen, Helikoptern und Flugzeugträgern

In der kostenlosen Basisversion sind enhalten die Russische Su-25T und die Amerikanische TF-51D und zur Zeit sind bereits 134 Erweiterungsmodule zum Kauf erhältlich.

Ausschnitte aus dem Su-33 Handbuch:

Arma 3

Authentischer moderner Infanteriekampf, erfordert eine Menge Teamkommunikation und -koordination, auf sehr großen Karten bus 270km².

Links: Steam || Bohemia Interactive

Armored Brigade

In Armored Brigade ist der Kalte Krieg heiß geworden, und Europa ist wieder einmal von Konflikten zerrissen. Ein "Eiserner Vorhang" trennt die unter dem Banner der NATO versammelten Westmächte von der Sowjetunion und ihren Verbündeten des Warschauer Pakts.

Übernehmen Sie das Kommando über die tödlichsten mechanisierten Formationen, die in der Zeitspanne von der Konfrontation zwischen Kennedy und Chruscev bis zu den letzten Jahren verfügbar sind, und bekämpfen Sie Ihre Gegner auf großen und detaillierten Karten in ganz Europa.

Links: Steam || Slitherine

Regiments

Wir schreiben das Jahr 1989 und die Flammen eines neuen Krieges lodern auf. Tausende von Quadratkilometern deutscher Landschaft werden zum Schauplatz mitreißender Schlachten zwischen dem Besten, was NATO und Warschauer Pakt zu bieten haben.

Führen Sie Ihr Regiment in diesem neuen Echtzeit-Taktikspiel durch das Inferno eines groß angelegten Konflikts im Kalten Krieg. Durchbrechen Sie die Linien, fordern Sie Artillerie- und Luftunterstützung an, manövrieren Sie, täuschen Sie Rückzüge vor und stellen Sie mobile Verteidigungsanlagen auf. Geben Sie nicht nach.

Mit dem Platoon Command-System können Sie Schlachten mit beispielloser Präzision und Leichtigkeit orchestrieren. Sie müssen nicht jeden einzelnen Infanteristen im Auge behalten - Sie sind ein kommandierender Offizier, kein Feldwebel.

Links: Steam || MicroProse

Gary Grigsby’s War in the East

Gary Grigsby's War in the East: Der Deutsch-Sowjetische Krieg 1941-1945 ist der geistige Erbe der großen Ostfront-Brett- und Computer-Wargames der Vergangenheit; ein rundenbasiertes Strategiespiel des Zweiten Weltkriegs bis hinunter zur Divisions- und Brigadeebene, das sich über die gesamte Ostfront in einem Maßstab von 10 Meilen pro Feld erstreckt. Die Spieler können sich an massiven, dramatischen Kampagnen beteiligen, einschließlich intensiver Schlachten mit Tausenden von Einheiten, mit realistischem und historischem Terrain, Wetter, Schlachtordnungen, Logistik und Kampfergebnissen. Wie bei allen preisgekrönten Titeln des Teams von 2by3 Games spielen Faktoren wie Nachschub, Ermüdung, Erfahrung, Moral und die Fähigkeiten der Divisions-, Korps- und Armeeführer eine wichtige Rolle bei der Ermittlung der Ergebnisse an der Front. Gary Grigsby's War in the East enthält 4 große Kampagnen sowie viele kleinere Szenarien, die alle unterschiedliche strategische und operative Herausforderungen bieten.

Links: Steam || Slitherine

Gary Grigsby’s War in the East 2

Die Ostfront, der entscheidende Schauplatz des Zweiten Weltkriegs und das größte Landschlachtfeld. Ein Kampf bis zum Ende, der totale Krieg zwischen dem Dritten Reich und der Sowjetunion, die jeweils Millionen von Soldaten befehligten. Das legendäre Wargame-Team von 2by3 Games hat Jahre damit verbracht, diesen titanischen Konflikt erneut aufzugreifen, um einen neuen Stand der Technik zu schaffen.

Gary Grigsby's War in the East 2 ist eine komplette Überarbeitung und Verbesserung des ursprünglichen War in the East, wobei nichts unversucht gelassen wurde, um ein realistischeres, historisch reichhaltigeres und anspruchsvolleres Strategieerlebnis zu bieten. War in the East 2 bietet eine breite Palette von Szenarien, die vom kurzen Tutorial zur Schlacht um Velikie Luki über die viermonatige Zerstörung der Südwestfront bis hin zum großen Feldzug 1941 - 1945 an der gesamten Ostfront von der Operation Barbarossa bis zum Fall Berlins reichen. Insgesamt sieben operative Szenarien und drei Kampagnen auf der gesamten Karte erwarten Sie mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Stunden historischen Gameplays.

Links: Steam || Slitherine

Tank Warfare: Tunisia 1943

Tank Warfare: Tunisia 1943 - taktische Kampfsimulation auf Bataillonsebene. Fortsetzung der Graviteam Tactics-Serie an der Westfront.

Groß angelegte Operationen für die US Army und die Wehrmacht mit realistischer Organisationsstruktur. Die Kampagne verfügt über mehr als 50 detaillierte Fahrzeuge, die in Deutschland, den USA und Großbritannien hergestellt wurden. Über 400 Quadratkilometer realistischer Landschaften wurden aus topographischen Karten sowie Foto- und Videomaterial rekonstruiert.

Links: Steam || GraviTeam

Flashpoint Campaigns: Southern Storm

Flashpoint Campaigns: Southern Storm ist ein großartiges taktisches Kriegsspiel, das auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges angesiedelt ist, wobei sich die Handlung auf das Jahr 1989 konzentriert. Als Kommandeur der Streitkräfte planen Sie und erteilen dann Befehle und Standard Operating Procedures an Ihre Bataillons-, Brigade- oder Regimentstruppen, um den Kampf durch Manöver und Ihre Absichten zu gestalten.

Die Spiel-Engine basiert auf asynchronen WEGO-Runden. Das bedeutet, dass Sie Befehle erteilen und dann eine variable Zeitspanne beobachten, die sich auf dem Schlachtfeld abspielt. Dann erteilen Sie Befehle oder passen sie an, um auf die Ereignisse zu reagieren, während Sie Ihren Schlachtplan ausführen.

Flashpoint Campaigns: Southern Storm ist eine tiefgreifende Simulation von Kampfhandlungen, bei der Ihre Streitkräfte in Manövriereinheiten aus Kompanien, Zügen und Abteilungen mit Panzern, Schützenpanzern, Infanterieeinheiten und -teams, Aufklärungskräften, Ingenieuren, Luftabwehr- und Panzerabwehrsystemen, Hubschraubern und mehr unterteilt sind. Als Befehlshaber müssen Sie verfügbare Mittel außerhalb der Karte einsetzen, wie z. B. Artillerie mit großer Reichweite, Raketen oder Luftangriffe. Es kann sein, dass Sie chemische oder nukleare Waffen einsetzen müssen, um Ihre Streitkräfte auf der Karte zu unterstützen und den Sieg zu erringen.

Links: Steam || Slitherine

Combat Mission Shock Force 2

Der neueste Titel der berühmten Combat Mission-Franchise von Wargames, jetzt auf Steam. Shock Force 2 bringt Sie in einen hypothetischen Konflikt in Syrien zwischen den Streitkräften der NATO und der syrischen Armee.

Übernehmen Sie das Kommando über US Stryker Brigade Combat Teams (SBCT) und Heavy Brigade Combat Teams (HBCT) und kämpfen Sie gegen Infanterie-, Panzer- und Mechanisierungseinheiten der syrischen Armee in einer trockenen Umgebung. Erleben Sie die ganze Bandbreite moderner Bedrohungen für konventionelle Streitkräfte, einschließlich irregulärer Kampftruppen, Terroristen, Spione, Selbstmordattentäter, IEDs und anderer tödlicher Werkzeuge, die in der asymmetrischen Kriegsführung der heutigen Zeit eingesetzt werden. Spielen Sie die Task Force Thunder-Kampagne, mehr als ein Dutzend sorgfältig ausgearbeitete Gefechte oder unbegrenzte Schnellgefechte.

Den Spielern werden detaillierte Missionen zugewiesen, die sie auf der Grundlage einer reichhaltigen Auswahl an Zielen erfüllen müssen. Die Missionen können entweder in Echtzeit oder in unserem hybriden, rundenbasierten WeGo-Modus gespielt werden, der mit dem ersten Combat Mission-Spiel vor 20 Jahren eingeführt wurde. WeGo erlaubt es jedem Spieler, 60 Sekunden lang einen Kampf zu planen und dann zu beobachten, wie die Befehle beider Seiten gleichzeitig ausgeführt werden. Das WeGo-System ermöglicht es auch, die Züge noch einmal zu beobachten und gegen einen anderen Spieler per E-Mail (PBEM) oder "Hotseat" auf einem einzigen Computer zu spielen. RealTime- und WeGo-Kopf-an-Kopf-Spiele können auch über TCP/IP in einem LAN oder über das Internet durchgeführt werden. Ein einzigartiges Quick-Battle-System, das es den Spielern ermöglicht, ihre eigenen Streitkräfte zu kaufen und auf dem Schlachtfeld ihrer Wahl auf einer Vielzahl verschiedener Karten zu kämpfen, bietet einen hohen Wiederspielwert. Ein leistungsstarker Karten- und Szenario-Editor ermöglicht es Ihnen, Schlachten oder Kampagnen für sich und andere zu erstellen.

Links: Steam || Slitherine

See also: Combat Mission Black Sea || Combat Mission Cold War || Combat Mission Battle For Normandy || Combat Mission Red Thunder || Combat Mission Fortress Italy || Combat Mission Final Blitzkrieg

WarPlan

WarPlan ist ein Simulationsprogramm für den Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Gleichgewicht aus Realismus und Spielbarkeit, das das Beste aus 50 Jahren Brettspielsimulation des Zweiten Weltkriegs vereint. Spielen Sie den Zweiten Weltkrieg bis ins kleinste Detail nach, dank der Flexibilität der Engine und der Datenbank.

Der Umfang des Spiels ist gewaltig und umfasst 70 verschiedene potenzielle Länder auf einer Karte mit einer Größe von 50 km pro Sechseck unter Verwendung einer Peters-Kartenskalierung (die reale Entfernungen besser wiedergibt). Die Land Skala ist 15k - 60k Männer, Luft Skala ist 300-400 Flugzeuge und Marine Skala ist 2 Kapitalschiffe + Unterstützung Schiffe.

Links: Steam || Slitherine

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Rennfahren

Racing is like life; it’s not always about who’s the fastest, but who can handle the curves. ~ Unkown

Assetto Corsa Competizione

Official Blancpain GT series game, GT2, GT3, GT4.

Links: Steam || Official Website

Assetto Corsa

Es ist erstaunlich, wie weit voraus diese Simulation war. Sie wurde 2013 veröffentlicht und sieht immer noch großartig aus. Im Gegensatz zu ACC ist sie nicht auf GT beschränkt und hat volle Unterstützung für Mods. Es gibt mehr kostenlose Benutzer-Mods als für jeden anderen Rennsimulator, was sie wahrscheinlich nach wie vor zur meistgespielten Simulation macht.

Links: Steam || Website || Overtake (Race Department)

rFactor 2

Die Physiksimulation ist nicht so gut wie Assetto Corsa oder iRacing, aber es gibt eine viel größere Auswahl an Klassen und Strecken und Unterstützung für Auto- und Streckenmods. Über 35 kostenlose und kostenpflichtige lizenzierte Autos und Strecken, darunter Silverstone, Renault, Formel E, McLaren, Mercedes, Bentley - die Liste geht weiter.

Links: Steam || Website

Automobilista 2

Die Simulation ist nicht so gut wie bei rFactor oder Assetto Corsa, aber im Basisspiel ist eine sehr gute Auswahl an Klassen und Fahrzeugen enthalten, einschließlich exotischer und seltener Fahrzeuge wie Formula Truck.

Automobilista 2 zelebriert den Motorsport – eine umfangreiche Simulation, angetrieben von Technologie, führend im Genre, welche sie direkt in den Nervenkitzel versetzt, welchen dieser Sport über Jahrzehnte hinweg erzeugt hat mit einer einzigartig immersiven Erfahrung und unvergleichlicher Variation an Fahrzeugen, Strecken und Features, welche so in keinem anderen Rennspiel zu finden sind; Ein fortgeschrittener Simulator der Zugänglichkeit und Spaß nicht ausschließt.

Mit wenigen Klicks können sie von einem Leihkart Rennen in moderner Zeit in Sao Paulo zu einem historischen Grand Prix Fahrzeug für eine Wahnsinnsfahrt über Monzas Steilkurven springen als wären sie in den 60ern; Nutzen sie eine der Meisterschaften des Spiels oder kreieren sie ihre eigene angepasste Saison durch einstellen der Klasse, Strecken, Punktesystem und Wetter nach ihren vorlieben; Reisen sie durch die Geschichte des Motorsports indem sie legendäre Maschinen wie den Lotus 72E, den mächtigen Gruppe C Porsche 962C oder den McLaren F1 GTR auf Strecken fahren, wo diese hingehörten; Genießen sie die einzigartige Erfahrung exotischer Rennautos mit genialen Vorrichtungen, welche besondere Geschichten aus dem Motorsport simulieren wie niemals zuvor in einer Rennsimulation wie das Brabham BT46B Fan Car oder der McLaren MP4/12 mit seinem einfallsreichen zweiten Bremspedal; entdecken sie die Freiheit die Automobilista 2 für die Erstellung von großartigen Events ermöglicht, welche nie real passierten oder sogar wirklich verrückte, welche nie real stattfinden könnten.

Links: Steam || Website

Project Cars 2

140 Strecken, 189 Autos, Hypercars, Oldtimer, Open Wheel, GT, LMP, Rallycross und Karts, gute und schlechte Simulation, nasse Strecken werden z.B. nicht so gut simuliert wie in anderen Sims. Publisher war Bandai Namco, Entwickler Slighty Mad Studios, das dann von Codemasters aufgekauft wurde, das wiederum jetzt zu Electronic Arts gehört, auslaufende Lizenzen sind der Grund, warum das Spiel aus dem Verkauf genommen werden musste.

EA SPORTS™ WRC

Links: Steam || Electronic Arts

MotoGP™

Die Motoren laufen: Starten Sie in die immersivste und authentischste MotoGP™-Spielerfahrung.

Links: Steam || Website

MX Bikes

MX Bikes ist ein realistischer Motocross-Simulator, der auf einer von Grund auf neu entwickelten Physik-Engine basiert, die die Motorraddynamik und die Setup-Optionen genau simuliert.

Links: Steam || Website

TrackDayR

Der umfassendste Motorradsimulator, der es Ihnen ermöglicht, alle Arten von Motorrädern zu fahren, einschließlich ATVs, 3-Wheeler-Prototypen und Seitenwagen. Fordern Sie Ihre Online-Freunde auf TrackDayR heraus und erklimmen Sie die Bestenlisten von Spielern auf der ganzen Welt. TrackDayR, Trackday Everyday!

Links: Steam || Website

Veröffentlicht in Sonstige

Die Assassinen

Einen besonderen Faktor für die Außenbeziehungen des Königreiches Jerusalem in Nordsyrien stellten die Assassinen dar. Sie waren Angehörige einer heute als Nizārīya bezeichneten, ismāʿīlītisch-schiitischen Sekte, die unter ihrem persischen Gründer und Führer Ḥasan-i Ṣabbāḥ in den Jahren 1078–1094 im Namen des fāṭimidischen Kalifen al-Mustanṣir eine religiöse Revolution im sunnitischen ʿAbbāsiden-Kalifat von Bagdad entfachen wollte. Nachdem al-Mustanṣir, der als einzig legitimer Imam mit Anspruch auf die geistliche und weltliche Oberherrschaft über die gesamte muslimische Welt verehrt worden war, 1094 gestorben und sein rechtmäßiger Nachfolger Nizār entmachtet worden war, sagte sie sich von der neuen Führung in Kairo los. In den folgenden Jahrzehnten konstruierten die Sektenführer die Legende, dass sich ein Enkel des verstorbenen Imams, von ihnen vertreten, in ihrem Hauptquartier, der Festung Alamūt im Nordosten Persiens, versteckt halten und auf den geeigneten Zeitpunkt für seine Wiederkehr warten würde.
Schon früh legte die Sekte, um die eigene Autorität durchsetzen zu können, ihr Augenmerk auf Missionierung (daʿwa), was ihr eine wachsende Anhängerschaft vor allem unter der ländlichen Bevölkerung, die verstreut in zahlreichen Siedlungsgebieten zwischen Persien und Nordsyrien lebte, verschafft hatte. Seitens der mehrheitlich sunnitischen Bevölkerung schlug diesen als Häretikern angesehenen Konvertiten jedoch zumeist Ablehnung entgegen, die sich in unregelmäßigen Abständen in Form von spontanen, bisweilen aber auch durch die jeweilige Führungselite gezielt organisierten Pogromen niederschlug. Da die Sekte nur über wenige regulär bewaffnete Kräfte verfügte, die vor allem als Garnison der Festungen eingesetzt wurden, konnte sie sich nicht mit herkömmlichen militärischen Mitteln gegen die Verfolgungen wehren, weshalb ihre Führer zumeist die Verständigung mit den politischen und religiösen Autoritäten der sunnitisch dominierten Herrschaftskomplexe suchten. Wenn dies misslang, nutzten sie jedoch gezielte Mordanschläge als Druckmittel, um ihre Verhandlungsposition zu stärken. Für diese Aufgabe bildeten sie, unter Versprechung von ewiger Belohnung im Paradies, Elite-Kämpfer (fidāʾiyyūn) aus und schleusten sie als Vertraute in das Umfeld der Zielpersonen. Handelte es sich bei diesen um hohe Würdenträger wie die Kalifen und Wesire von Kairo oder Bagdad, so mussten die Attentäter mitunter mehrere Jahre damit verbringen, deren Vertrauen zu gewinnen, bis sie vom Imam schließlich den Befehl zum Angriff erhielten. Die Möglichkeit des Überraschungsangriffs in Kombination mit ihrer religiösen Entschlossenheit und der intensiven Ausbildung im Umgang mit Waffen verschaffte ihnen dabei eine hohe Erfolgsquote. Diese und die Breitenwirkung, die die urplötzliche Ermordung einer öffentlich bekannten Führungsfigur zumeist entfachte, ließen die Furcht vor der Sekte wachsen, was wesentlich dazu beitrug, ihr Fortbestehen zu sichern. Um die Attentäter bildete sich bald ein Nimbus von unbesiegbaren und tödlichen Gegnern, der mit der Zeit immer legendenhaftere Züge annahm. So sagte man ihnen, vor allem in der späteren, stark von dem Reisebericht Marco Polos (etwa 1254–1324) beeinflussten, lateineuropäischen Rezeption nach, ihre Anschläge unter dem Einfluss von Haschisch (arabisch ḥašīš) zu verüben und führte ihre arabische Bezeichnung in verschiedenen Varianten des Wortes ḥašīšīya (Singular ḥašīšī) darauf zurück. Diese Annahme setzte sich im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in der westlichen Welt durch und findet sich bisweilen noch heute in der Populärkultur wieder, doch ist sie nach dem heutigen Forschungsstand wohl unbegründet. Tatsächlich wäre die Wirkung von Haschisch für die Ausführung der Anschläge äußerst kontraproduktiv gewesen, da diese allerhöchste Konzentration, Reaktionsbereitschaft und Fähigkeiten zur realistischen Einschätzung der Lage erforderten. Auch die arabischen Termini müssen nicht zwangsläufig auf die Bezeichnung des Rauschgiftes zurückgeführt werden, sondern können sich auch auf eine im herabwürdigenden Sinn gebrauchte, metaphorische Bezeichnung als „Gesindel der Unterschicht“ oder „ungläubige Außenseiter der Gesellschaft“ beziehen.

Die von Persien aus in Auftrag gegebene Missionierung Nordsyriens hatte bereits um die Wende zum 12. Jahrhundert begonnen und war aufgrund der sozialen und politischen Umwälzungen durch die ersten Kreuzzüge, der territorialen Zersplitterung der muslimischen Welt in einzelne Herrschaftsgebilde und den daraus resultierenden, ständigen militärischen Konflikten auf fruchtbaren Boden gefallen. Dennoch war es der Sekte trotz intensiver Versuche erst in den Jahren nach 1132 gelungen, die dauerhafte Kontrolle über einige Festungen und das dazwischen liegende Gebiet auf dem westsyrischen Bergmassiv des Ǧabal Bahrāʾ (heute auch Ǧibāl al-Anṣārīya) nördlich des Libanongebirges zu erlangen, dessen Hauptsitz die 1141 eroberte Burg Maṣyāf am Südostrand wurde. Darauf Bezug nehmend bezeichneten vor allem die späteren lateinischen Chronisten den Führer der Sekte oft als „Alten vom Berge“ (Vetus de Montanis), während die frühen Quellen nur von senex oder vetulus schrieben und damit den bis heute gebräuchlichen arabischen Ehrentitel šaiḫ wörtlich übersetzten. Die genaue Ausdehnung ihres Herrschafts- und Einflussgebietes sowie die Größenordnung ihrer Anhängerschaft sind kaum festzustellen, doch schrieb ihnen Wilhelm von Tyrus in den 1180er Jahren in durchaus realistischer Schätzung zehn Festungen und mehr als 60.000 Gläubige zu. Das Wachstum ihres Siedlungsgebietes fand in unmittelbarer Nachbarschaft zu den nördlichen Kreuzfahrerstaaten Antiochia und Tripolis statt und griff teilweise auf diese aus, doch blieben die Beziehungen zu den Franken zunächst freundlich. Zuletzt hatten im Jahr 1148 Fürst Raimund von Antiochia (1136–1149) und der Assassinenführer ʿAlī b. Wafāʾ eine Allianz gegen Nūr ad-Dīn geschlossen und waren im Juni des folgenden Jahres gemeinsam in der Schlacht von Ināb umgekommen. Erst als im Jahr 1152 Graf Raimund II. von Tripolis das Grenzgebiet um Tortosa dem Templerorden übertrug, kam es offenbar zu gewaltsamen Grenzstreitigkeiten, in deren Folge die Sekte ihn und zwei seiner Begleiter noch im selben Jahr als erste bekannte Nichtmuslime ermorden ließ. In der Folge kam es, ähnlich wie in den sunnitisch dominierten Gesellschaften der islamischen Herrschaftskomplexe, zu gewaltsamen Pogromen gegen die Sekte, doch nach einiger Zeit normalisierten sich die Beziehungen wieder und die Assassinen zahlten dem Orden als Ausgleich für die Kontrolle eines vom ihm beanspruchten Territoriums jährlich 2.000 Byzantiner. Auch aus den folgenden Jahren gibt es nur wenige Informationen über die Beziehungen der Kreuzfahrerstaaten zu ihren nizārītischen Nachbarn, die nach der Eroberung von Damaskus 1154 zu den letzten von den Zengīden unabhängigen muslimischen Akteuren in der unmittelbaren Umgebung gehörten. Zwar belagerten Ende 1157 bekanntlich Truppen aus allen drei Kreuzfahrerstaaten die von der Sekte besetzten Ruinen von Šaizar, doch blieb das Unternehmen ebenso erfolg- wie konsequenzenlos.

[…]

Nach der natürlich mit Vorsicht zu betrachtenden Darstellung des Chronisten hatte der Meister der Assassinen die bereits erwähnte Abkehr von der „Irrlehre“ des Islams aus eigener Initiative vollzogen, nachdem er durch die Lektüre des Evangeliums das Christentum als einzig wahre Religion anerkannt und entschieden hatte, die Konversion seiner Anhänger zum Christentum vorzubereiten. In einem nächsten Schritt schickte er einen vertrauten Anhänger namens Abū ʿAbd Allāh (Boaldelle) als Gesandten mit einer geheimen Botschaft an König Amalrich, deren Hauptanliegen in der Bitte bestand, den von den Tempelrittern auferlegten „Tribut“ von 2.000 Goldstücken für die Siedlungsgebiete der Assassinen aufzuheben. Im Gegenzug, so berichtet Wilhelm weiter, habe er angeboten, sich und seine Anhänger taufen und endgültig zum Christentum konvertieren zu lassen. Der König war von der Aussicht auf neue christliche Verbündete natürlich hoch erfreut und erklärte sich umgehend bereit, die jährlichen Zahlungen an den Ritterorden aus seinen eigenen Einkünften zu bezahlen. Nach ausführlichen Gesprächen schickte er den Boten mit einem eigenen Gesandten als persönlichen Begleitschutz zurück nach Norden, um dort mit Sinān die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Als das Duo bereits über Tripolis hinausgekommen war und kurz vor dem Übertritt in das Gebiet der Assassinen stand, geriet es unvermittelt in einen Hinterhalt von Templern, die aus dem nahe gelegenen Tortosa stammten. Diese griffen umgehend an und töteten den Boten der Assassinen ungeachtet seines königlichen Auftrages und Begleitschutzes. Als der König davon Kenntnis erhielt, rief er, außer sich vor Empörung über die Tat, die er auch als persönliche Beleidigung auffasste, die Haute Cour zusammen, um über die notwendigen Sanktionen zu beraten. Man kam darin überein, dass diese offene Sabotage einer Reichsangelegenheit nicht ungesühnt bleiben konnte, da durch sie die königliche auctoritas verletzt, fides und constantia des Christentums in Verruf geraten und der schon sicher erschienene Zuwachs der Kirche verloren gegangen seien. Zwei Gesandte, Soherius von Memedeo und Gottschalk von Torhout, wurden nun zum Ordensmeister Odo von St. Amand nach Sidon geschickt, um die Auslieferung des Haupttäters, angeblich ein einäugiger Ritter namens Walter von Maisnil (Mesnil), zu verlangen. Dies verweigerte der Meister mit Verweis auf die Unterstellung des Ordens allein unter päpstliche Jurisdiktion und ließ dem König ausrichten, dass er den Schuldigen bereits mit einer Buße belegt habe und für weiteres Urteil an die päpstliche Kurie schicken werde. König Amalrich reiste daraufhin persönlich in die Stadt, ließ den Gesuchten gewaltsam aus dem Templerquartier holen und in Tyrus inhaftieren. An den Meister der Assassinen richtete er eine neue Gesandtschaft, die sein Bedauern und seine Unschuld beteuern sollte und damit angeblich auch Glauben fand. Zu weiteren Forschritten sowohl in den Verhandlungen mit der Sekte als auch im Verfahren gegen die Templer, gegen die er nach der Darstellung des Chronisten umfangreiche Schritte plante, kam es jedoch nicht, denn der König erkrankte wenig später schwer und starb im Juli 1174.

Veröffentlicht in Vom König zum Führer

Reichserbhofgesetz

Am oberen Ende des sozialen Spektrums der Adelsorganisationen sind eine Reihe von Interessenverbänden der reichsten Adelsgruppen zu nennen, in denen auch die Leitung allein in den Händen reicher Grandseigneurs lag. Zu den wichtigen Organisationen dieses Typus gehörten der Verein deutscher Standesherren, der Reichsgrundbesitzerverband, der (bayerische) Verein für den gebundenen Grundbesitz und die lokalen Waldbesitzerverbände, die im Reichsverband deutscher Waldbesitzerverbände zusammengeschlossen waren. Von Bedeutung waren diese Verbände v. a. durch den erheblichen, in den Händen einer hauchdünnen adligen „Oberschicht“ konzentrierten Reichtum, der hier vertreten und verteidigt wurde.

Die deutschen Standesherren hatten eine eigene Interessenvertretung, deren Gründung auf das Jahr 1863 zurückging. 1903 gab es 88 Chefs standesherrlicher Häuser (55 Fürsten und 33 Grafen), die sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg fast geschlossen im Verein der deutschen Standesherren organisierten. Der Verein hatte Mitte der 1920er Jahre etwa 200 Mitglieder, davon 71 Familienchefs und etwa 123 Agnaten.

Die Satzungen bestimmten als Ziel der Vereinigung 1921 die „Belebung und Erhaltung des Standesbewußtseins, die Wahrung der gemeinsamen Ideale und Interessen der standesherrlichen Häuser auf der Grundlage der geschichtlichen Vergangenheit“. Neben den Häuptern standesherrlicher Familien konnten auch alle volljährigen Agnaten Mitglied werden, solange sie die Bedingungen des Goldenen Buches der deutschen Standesherren erfüllten. Auf diese Weise wurde im Jahre 1921 ein im Vergleich zur DAG Satzung „moderater“ Arierparagraph (in Form einer rassisch definierten 16-Ahnen-Probe) festgeschrieben, der später offenbar außer Kraft gesetzt und erst nach 1933 wieder scharfgemacht wurde.

Dies ist jedoch eine der wenigen Spuren einer Annäherung an die Radikalisierungstendenzen im Kleinadel, die sich in den Interessenvertretungen des großgrundbesitzenden Adels finden läßt. Charakteristisch für diese Verbände war eine andere Linie.

Weit eindeutiger als etwa der Reichslandbund und die lokal organisierten Landbünde blieben die Großgrund und Waldbesitzervereine, die hinter den Kulissen einen erheblichen Teil der Agitation gegen die Auflösungsbestimmungen über den gebundenen Besitz organisierten und finanzierten, von den reichsten Familien des alten Adels dominiert. Da es sich bei diesen Verbänden um die Vertretung der reichen, großgrundbesitzenden Grandseigneurs - häufig aus Familien des Hochadels — handelte, überrascht es nicht, daß sich die hier organisierte Sacharbeit fast vollständig auf die Besitzverteidigung konzentrierte, In scharfem Kontrast zur DAG stand im Mittelpunkt dieser Vereine nicht der Angriff auf die Republik, sondern die Verteidigung der eigenen Besitzstände. Der Tonfall der hier geführten Debatten war eher defensiv als aggressiv. Es war v. a. eine Frage, auf die sich die Bemühungen konzentrierten: die politische und propagandistische Abwehr der mit dem Zwangsauflösungsgesetz Ende 1920 beschlossenen Auflösung der Fideikommisse. Vertreter des Hochadels aus allen Teilen Deutschlands hatten sich unmittelbar nach Kriegsende auf die Bildung effektiv arbeitender Sachaus schüsse verständigt, in denen diverse Abwehrstrategien bis weit in die 1930er Jahre hinein debattiert und koordiniert wurden. Eine kaum zu überschätzende Bedeutung für die Absicherung adliger Landgüter kam dieser Rechtsform, trotz erheblicher regionaler Unterschiede, im ganzen Reich zu. Wenige Zahlen sollen hier genügen, um die Verbindung dieses Rechtsinstitutes mit dem Adel anzudeuten: In den alten preußischen Provinzen besaß der Adel mit seinen Fideikommissen ca. 2,5 Mio. Hektar, was über 7,3% der landwirtschaftlichen Gesamtfläche entsprach. Unter den 1.160 preußischen Fideikommißinhabern waren 1912 ganze 136 bürgerliche Gutsbesitzer vertreten, die wenig mehr als 2% der gesamten Fideikommißfläche besaßen und in der Größenordnung über 10.000 Hektar nicht mehr vorkamen. In Württemberg waren bei Kriegsende 6,6% der landwirtschaftlichen Gesamtfläche fideikommissarisch gebunden. 90,4% dieser Flächen gehörten adligen Familien, nur 0,33% der gebundenen Flächen waren in bürgerlicher Hand.

Die vom Adel koordinierten Versuche, die Regelung der Auflösungs-Verordnungen von 1920 in den Rechtsausschüssen und Parlamenten immer wieder zu verzögern, blieben nicht ohne Erfolg - in Preußen waren 1934 erst ca, 50% des gebundenen Grundbesitzes „frei“ geworden.

Die Tatsache, daß später auch Teile des großgrundbesitzenden Adels die NS-Landwirtschaftspolitik — trotz ihrer völkisch-agrarsozialistischen, v. a. seit Darres Aufstieg explizit adelsfeindlichen Propaganda - als Chance verstanden, läßt sich nur im Hinblick auf die zähe Abwehrschlacht begreifen, die von den adlig dominierten Grundbesitzerverbänden seit 1919 gegen die Auflösung der Fideikommisse geführt worden war. Lange Zeit war die Hoffnung auf ein nach adligen Vorstellungen modelliertes „Reichserbhofgesetz“, das dem grundbesitzenden Adel einen akzeptablen Ersatz für das Fideikommiß-Recht geschaffen hätte, eine wichtige Brücke zum Nationalsozialismus, deren Tragfähigkeit selbst von reichen bayerischen Fürsten getestet wurde. Bei den dokumentierten Sondierungen der NSDAP-Leitung scheint es v. a, um den Versuch gegangen zu sein, führende Parteifunktionäre für die Akzeptanz adliger Besitzinteressen zu gewinnen.

Die überlieferten Protokolle und Schriftwechsel des Standesherrenverein des Reichsgrundbesitzerverbandes und der diversen regionalen Fideikommiß, Wald- und Grundbesitzerverbände sprechen die Sprache rationaler Interessenspolitik, die sich institutioneller Schalthebel bedienen und auf demagogische Propaganda weitgehend verzichten konnte. Statt hochideologischer Debatten organisierten die Stäbe dieser Verbände Rechtsgutachten, Handbuch- und Lexikonartikel, bischöfliche Gutachten zur Eigentumsfrage, Expertisen zu Grund- und Einkommenssteuerfragen, Denkschriften gegen den Bund Deutscher Bodenreformer, agrarwissenschaftliche Gutachten gegen sozialdemokratische Fachleute und griffen über renommierte Professoren in die wirtschaftswissenschaftlichen und politischen Debatten um Nutzen und Leistungsfähigkeit des (gebundenen) Großgrundbesitzes ein.

Die organisatorische und finanzielle Leistungsfähigkeit der Verbände wurde zudem für taktische politische Ziele eingesetzt, so etwa in der erfolgreichen Propagandaschlacht gegen den 1926 initiierten Volksentscheid zur Fürstenenteignung. Mit einigem Erfolg bemühte sich die rechte Gegenpropaganda, die geplante Enteignung als bolschewistisch-gottlose „Straßenräuberei” darzustellen. Insbesondere katholische Adlige hatten sich vielfach an Kleriker gewandt, um die Beteiligung am Volksbegehren in Hirtenbriefen und Predigten zum Sündenfall erklären zu lassen.

Diese Arbeit scheint v. a. jenseits der Öffentlichkeit geleistet und in Form von Eingaben an staatliche Stellen bzw. die Verbindungsmänner in den Rechtsausschüssen der Parlamente weitergeleitet worden zu sein. Anders als in den kleinadligen Debatten findet sich hier durchgängig die sachlich-kühle Sprache juristischer Fachleute. Auch die Öffentlichkeitsarbeit dieser Interessenverbände verpackte ihre Botschaften nicht in Theoreme über die Rechte der nordischen Rasse, sondern in endlose Zahlenreihen, die von Reichsforstwirtschaftsräten oder promovierten Ministerialdirektoren a. D. präsentiert wurden. So reagierte etwa, um zwei illustrative Beispiele zu nennen, der Reichsgrundbesitzerverband auf die agrarpolitischen Schriften Professor Friedrich Aereboes, der als agrarwissenschaftlicher Fachmann der Linksparteien zu einigem Einfluß gelangt war, mit der Organisation von Gegengutachten, deren Autoren stets gehalten waren, ihre Verbindungen zum Verband nicht öffentlich zu machen. Einem Antrag der DDP-Fraktion im preußischen Landtag mit dem Ziel, die Auflösung der Fideikommisse zu beschleunigen, trat 1921 der adlige Vertreter eines Grundbesitzerverbandes entgegen, der sich auf die im Verband geleistete statistische Vorarbeit stützen konnte: Auf nur 500 der ca. 1.300 gebundenen Güter Preußens waren 167 Kunstsammlungen, 154 Bibliotheken, 42 Kleinkinderund Krüppelschulen, 2 Waisenhäuser, 84 Armenund Altersheime, 46 Hospitäler, 66 Schwesternstationen, 8 Warenhäuser für Angestellte und Arbeiter und 79 Stiftungen für Kirchen und Schulzwecke vorhanden. „Es wäre interessant festzustellen“, heißt es in diesem Gutachten, „wie viele solcher [...] Einrichtungen sich wohl auf 500 nicht fideikommissarisch gebundenen Gütern finden möchten. Mutmaßlich nicht eine einzige!“ Im Januar 1933 finanzierte der Standesherrenverein einen Doktoranden, der versprach, in seiner Dissertation über „das Recht des hohen Adels“ die Interessen des Hochadels durch „wissenschaftliche“ Argumente zu befördern. In Württemberg hatten Standesherren einen promovierten Archivar mit der Abfassung historisch-juristischer Schriften beauftragt, die Titel wie „Dem Adel sein Recht“ oder „Recht vor Gewalt“ trugen und vor der „gewalttätigen“ Auflösung der Fideikommisse warnten. Neben dem eklatanten „Rechtsbruch“ sprachen die Broschüren von den unzähligen Wohltaten der Fideikommisse für die Landbevölkerung und von rakter als materielle Grundlage des christlichen Abendlandes, welche kultur- und ruchlose Sozialisten durch die Fideikommißauflösung angriffen.

Diese von reichen Grandseigneurs finanzierte Form professioneller und effektiver Verbandsarbeit trägt durchgängig Züge nüchtern-technokratische, Fachdebatten, in denen Adlige von Sachverständigen jenseits ideologische, Höhenflüge beraten werden.

Inhalt und Ton einer Tagung der preußischen Waldbesitzerverbände in Berlin, für die sich 1929 18 adlige Waldgutbesitzer und 17 bürgerliche Juristen und Forstwirte versammelt hatten, um die Abwehr der geplanten Fideikommiß-Auflösungen zu konzertieren, sind charakteristisch für diese Form adliger Verbandsarbeit. Nach den nüchternen Referaten eines bürgerlichen Ministerialrats a. D. und eines promovierten Landesforstmeisters bestand Einigkeit über die Unbrauchbarkeit staatspolitischer und ideologischer Argumente, Ziel der hier vereinbarten Strategie war es, die Zentrums-Fraktion „vor den Wagen zu spannen“. Um den Gesetzentwurf in Staatsrat und Parlament zu Fall zu bringen, sollte die Debatte ausschließlich mit „volkswirtschaftlichen Argumenten“ geführt werden: „Das ist selbstverständlich vorbereitet.“

Die Versuche, den gebundenen Großgrundbesitz der reichen Adelsfamilien vor der Aufsiedelung zu bewahren, finden sich als Hauptanliegen dieser Verbände auch noch lange nach 1933 — angesichts der vom Reichserbhofgesetz verwehrten Möglichkeit, Grundbesitz über 125 Hektar als „Erbhof“ in einer Hand zusammenzuhalten, waren die Juristen standesherrlicher und sonstiger Großgüter auch noch zu Beginn des zweiten Weltkrieges mit der Ausarbeitung rechtlicher Hilfskonstruktionen beschäftigt, mit denen sich die Bestimmungen der Erbhof-Gesetzgebung umgehen ließ.

Ungeachtet der deutlichen Unterschiede in Methoden und Stil pflegten alle diese Verbände personelle und organisatorische Verbindungen zur DAG so wie den Parteien und Verbänden der Rechten. Mit dem Forstrat Georg Escherich, um nur ein Beispiel zu nennen, setzte der Standesherrenverein auf Vorschlag seines Vorsitzenden Fürsten zu Stolberg-Wernigerode bereits im Frühjahr 1919 einen der kommenden Männer der radikalen Rechten als „Sonderbeauftragten“ ein. Radikalisierung und aggressive Agitation solcher Verbündeten scheinen auf die nüchtern-unauffällige Sacharbeit der adligen Großgrundbesitzer-Verbände jedoch nicht sichtbar abgefärbt zu haben. Größere Geldsummen zahlten die adlig dominierten und überaus finanzstarken Großgrundbesitzervereine an diverse „überparteiliche“ Organisationen, so etwa der Verein für gebundenen Grundbesitz in Bayern seit 1926 an den Bayerischen Heimat- und Königsbund.

Diese Beobachtung ließe sich verschwörungstheoretisch als Arbeitsteilung innerhalb des Adels deuten. Doch mit der Annahme, der bettelarme und der immens reiche Adel hätten mit unterschiedlichen Methoden arbeitsteilig die selben Ziele verfolgt, würde man die enormen lebensweltlichen Unterschiede übersehen, die zwischen der Klientel der DAG und den Mitgliedern der standesherrlich dominierten Interessenverbände bestanden. Ausbildung, soziale Stellung und v. a. der Reichtum der Grandseigneurs ermöglichten die Durchsetzung der eigenen Interessen auf Wegen, die dem völkisch-aggressiven Amoklauf der DAG an politischem Überblick, v. a. aber an Wirksamkeit klar überlegen waren. Eine ungefähre Vorstellung von den pekuniären Welten, die zwischen einem durchschnittlichen DAG-Mitglied und einem Standesherren lagen, vermittelt der Mitgliedsbeitrag, der für den Standesherrenverein zu entrichten war. Mit 1.500 Mark überstieg dieser den DAG-Jahresbeitrag etwa um das 200-fache. Diese Relation findet sich auch bei in wirtschaftliche Bedrängnis geratenen Standesherren wieder, die sich um eine Unterstützung des Vereins bemühten. 1940 bat eine standesherrliche Gräfin nicht etwa um einen Sack Kartoffeln oder ein paar Schuhe, sondern um die Übernahme der Schulden ihres Sohnes in Höhe von 1.500 Mark - eine Dimension, die jenseits des DAG-Budgets lag.

Die weitgehend unerschütterte Festigung in Wohlstand und Tradition, die für die dominierenden Adligen der Großgrundbesitzerverbände weitgehend gelten dürfte, scheint die frühe Distanz insbesondere zur völkischen Bewegung erleichtert zu haben, die den reichsten Segmenten des Adels auch tatsächlich nichts zu bieten hatte. Alfons Frhr. v. Redwitz aus dem Vorstand eines bayerischen Verbandes verwarf nach einer Kontaktnahme im Sommer 1924 das Programm der Völkischen, das er als verworren, besitzerfeindlich und in der Monarchiefrage „unerfreulich“ ansah.

Zwar läßt sich die finanzielle Unterstützung demagogischer Agitation - wie etwa im Falle der Dolchstoß-Propaganda und der Abwehrschlacht gegen die Fürstenenteignung — nicht übersehen, Einfluß und Wirkung dieser Verbände resultierten jedoch eindeutig aus der geschilderten Sacharbeit, die über persönlich hergestellte Kontakte jenseits von Boulevardpresse, Flugzetteln und Bauernagitation verlief. Anders als der vielfach sozial ruinierte „Etagenadel" in der DAG befanden sich die hier aktiven Grandseigneurs in ihren Schlössern zumeist noch auf eben jener sozialen Basis, auf der adlige Herrschaft jahrhundertelang organisiert worden war. Von dieser gesicherten Basis aus wurden die Hebel moderner Verbandspolitik bewegt. Für den süddeutschen Raum und insbesondere für Bayern sei dieser Typus an einem prominenten Beispiel illustriert. Aus dem Kreis der einflußreichsten Vertreter des katholischen Adels in Bayern ist ein fränkischer Gutsbesitzer hervorzuheben, dessen Einfluß sich v. a. aus einer auch für grandseigneuriale Verhältnisse ungewöhnlichen Akkumulation von Ämtern in neugegründeten Interessenverbänden speiste. Moritz Frhr. v. Franckenstein (1869-1931) war nach Abitur, Studium und juristischen Prädikatsexamina in den bayerischen Staatsdienst eingetreten. 1908 Regierungsrat und 1914 Mitglied der Kammer der Reichsräte, gehörte er als Landtags-, später als Reichstagsabgeordneter auf dem rechten Fiügel des Zentrums zu den einflußreichen Gegnern Erzbergers und der Friedensresolution. Bei Kriegsende wurde der Gutsbesitzer einer der maßgebenden Begründer der BVP. Gemeinsam mit Erwein Fürst v. d. Leyen gründete Franckenstein den Verein für gebundenen Besitz, dessen erster Vorsitzender er wurde; eine Schlüsselposition, zu der seine Vorstandsämter im Bayerischen Waldbesitzerverband, im Reichsgrundbesitzerverband, im Christlichen Bauernverein und in der Landesbauernkammer Bayern hinzukamen. Neben dieser Anhäufung von Ämtern, die neben grandseigneurialer Interessenvertretung von der Suche nach einer adlig-bäuerlichen Ausgleichspolitik zeugt, gehörte Franckenstein zu den Wortführern im Wirtschaftsbeirat der BVP, einem wichtigen Scharnier zur Durchsetzung adliger Interessen. Dies steht im Einklang mit dem von ihm maßgeblich inszenierten Brückenschlag zwischen adligen Großgrundbesitzern und bürgerlichen Schwerindustriellen: Auch an der Gründung des Gäa-Kreises war Franckenstein federführend beteiligt. Die herausragende Stellung des katholischen Monarchisten fand ihre Repräsentation auch in den bayerischen Adelsverbänden: Der Baron war zweiter Vorsitzender der Genossenschaft katholischer Edelleute in Bayern und saß im Vorstand der bayerischen DAG-Landesabteilung. Seine aktive Arbeit konzentrierte sich jedoch eindeutig auf die landwirtschaftlichen Interessenverbände, die mit einigem Erfolg agierten. Die Tatsache, daß trotz des Fideikommißauflösungsgesetzes noch ein Erbgang nach den alten Fideikommißbestimmungen abgewickelt werden konnte, verdankten die adligen Gutsbesitzer der von Franckenstein hinter den Kulissen konzertierten Verbandspolitik. Bei seinem Tod nach einem Autounfall im Jahre 1931 war der Baron der weithin „anerkannte Führer des bayerischen Adels“.

Zwar verfügte Franckenstein über exzellente Kontakte zur alten und neuen Rechten, die mit Sicherheit über Bayern hinausreichten. Es fällt jedoch auf, daß bei den Adligen, von denen die Arbeit der Interessenverbände koordiniert wurde, völkische Symbolik ebenso wie die Selbststilisierung zu „Führern“ weitgehend fehlen. Vermutlich war der Bedarf nach solchen Selbstdarstellungen deshalb gering, weil die alten Muster adligen „Herrentums“ in diesen Kreisen tatsächlich noch ungebrochen fortgeführt werden konnten. Die weitgehend intakte materielle Basis dieses „Herrentums“ diente den politisch aktiven Grandseigneurs als fester Untergrund, auf dem die komplette Klaviatur moderner und effizienter Verbandspolitik gespielt werden konnte.


Neuadel aus Blut und Boden

Die im Reichserbhofgesetz vom Oktober 1933 festgeschriebene Höchstgrenze von 125 Hektar, die für die „Erbhöfe“ gelten sollte, das Verbot zur Bindung von Waldgütern und die Auflage der eigenständigen Bewirtschaftung hielten als agrarromantische Vorstellungen den Erfordernissen totaler Kriegsführung nicht stand. In seiner meisterhaften Vivisektion des NS-Staates notierte Franz Neumann 1942 über Darres Ideal der mittelgroßen Bauernhöfe, man könne „vom Nationalsozialismus kaum erwarten, daß er Effizienz einem Anachronismus opfert. Nur die Ideologie bleibt romantisch und steht damit wie üblich im Gegensatz zur Wirklichkeit.“ Auf anderen Wegen als Neumann im fernen New York war auch der großgrundbesitzende Adel unterdessen zu dieser aus seiner Sicht beruhigenden Einsicht gelangt. Einen Eindruck von der Entwarnung, die sich selbst im Kreis der adligen Latifundienbesitzer verbreitet haben muß, vermittelt das Protokoll einer Unterredung, die Alexander Fürst v. Dohna-Schlobitten im Sommer 1938 mit Darre führte. Der Fürst hatte sich beim Reichsbauernführer nach der Möglichkeit erkundigt, seine ostpreußischen Großgrundbesitzungen als Erbhof eintragen zu lassen. Das Protokoll des Gespräches versandte Dohna in etwas voreiliger Freude an die zuständigen Behörden: Darre hatte die im Reichserbhofgesetz eingebauten Ausnahmeregelungen und Übergangslösungen erwähnt, sich die Entscheidung über einzelne Anträge selbst vorbehalten und ausdrücklich formuliert, der NS-Staat sei daran interessiert, „den Grundbesitz alteingesessener Familien aus deutschem oder artverwandtem Blut in jeder Größe zu binden.“ Noch glücklicher verlief der Antrag für Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont, SS-Führer und Parteigenosse seit 1929, der als Duzfreund Himmlers 1936 zum SS-Obergruppenführer aufstieg. Der Antrag des Erbprinzen, seinen Landbesitz von über 5.000 Hektar als Erbhof anerkennen zu lassen, wurde 1938 vom kurhessischen Landesbauernführer protegiert. Dieser hatte in seinem Gutachten die außerordentlichen Verdienste des Antragstellers um die „Bewegung“ betont, den Prinzen als „bauernfähig und ehrbar“ eingestuft und darauf verwiesen, daß seine Vorfahren ihren Besitz nie durch Bauernlegen vergrößert hatten. Allerdings verlangte man vom Prinzen ein gewisses Entgegenkommen: Einen kleineren Teil seiner verpachteten Güter sollte er als „Landabgabe“ zur „Neusiedlung‘ abtreten. Nachdem der SS-General darauf eingegangen war, wurden seine Güter, welche die gesetzlich fixierte Höchstgröße von 125 Hektar um das Vierzigfache übertrafen und v.a. aus Waldbesitz bestanden, noch im Dezember 1938 als Erbhof zugelassen. Den NSDAP-Mitgliedern Otto Fürst v. Bismarck und Hermann Graf zu Dohna-Finckenstein war die Anerkennung ihrer Güter als Erbhof bereits Ende 1933 gelungen. Bismarck, ein Enkel des Reichskanzlers, hatte öffentlich verkündet, er werde „den Ehrennamen Bauer“ mit Stolz tragen. Vergleicht man diese Erfolge mit dem Mißerfolg des mehrfach erwähnten katholischen Fürsten Alois zu Löwenstein, wird deutlich, wie profitabel das Engagement in „Bewegung“ und NS-Staat auch in dieser Beziehung für den landbesitzenden Adel sein konnte. Der Antrag des Fürsten, seine über 7.000 Hektar großen Besitzungen als Erbhof zuzulassen, wurde 1940 mit dem Hinweis auf seine starke „konfessionelle Bindung“, seine Distanz zum „Deutschtum“ und seine nicht gegebene „Bauernfähigkeit“ abgelehnt. Zwar seien die Güter von kundigen Verwaltern mustergültig bewirtschaftet, dies jedoch nur, um die „standesgemäße“ Lebensweise des Fürsten abzusichern.

Veröffentlicht in Sonstige

Die Wilde Jagd

Die Wilde Jagd ist ein mythologisches Motiv, das in verschiedenen nordeuropäischen Kulturen vorkommt. Sie beinhaltet typischerweise eine Verfolgungsjagd, die von einer mythologischen Figur angeführt wird begleitet von einer geisterhaften oder übernatürlichen Gruppe von Jägern, die verfolgt werden. Der Anführer der Jagd ist oft eine bekannte Figur, die in den germanischen Legenden mit Odin in Verbindung gebracht wird, kann aber auch eine historische oder legendäre Figur wie Theoderich der Große, der dänische König Valdemar Atterdag, der Drachentöter Sigurd, der walisische Psychopomp Gwyn ap Nudd, biblische Figuren wie Herodes, Kain, Gabriel oder der Teufel oder eine nicht identifizierte verlorene Seele sein.

wikipedia

Gedicht von Johannes Carsten Hauch

Original dänisch Den vilden Jagt aus seiner Publikation Lyriske Digte og Romancer ("Lyrische Gedichte und Romanzen"), die zweite Hälfte handelt von Valdemar Atterdag

When they thought that Denmark’s king
Soundly in the graveyard slumbered,
Words incredible, unnumbered,
Through the land crept whispering.

Rumor said: “The king hunts nightly
Stag and doe on Sjaelland’s isle
With a company unsightly
Through the country mile on mile.”

They saw the Childe at the head of his hosts;
In the moonlight they heard the racket
Of his train of terrible shadows and ghosts
With the hawk and the sable brachet.

Fables deep in Time’s abyss
From oblivion resurrected,
Champions in their rest ejected
From the dim necropolis,

Women from their hidden prison,
Heathen kings from the sepulchre,
All (the peasants said) had risen
Forth to ride with Valdemar.

Like wings the sound over woods was borne,
In terror the dwarf dug deeper,
While overhead a mad hunting-horn
Aroused the horrified sleeper.

Volmer’s eyes with anguish blazed,
Never found he rest and quiet;
Ever in this awful riot
Must he hurry on half-crazed.

Nearest him, of all the shadows
Coursing over lake and glade
Through the night-mist of the meadows,
Was a pale and slender maid.

Her long hair flickered in the midnight blast,
She sighed with sighs inhuman;
On snow-white horse she galloped fast,
The fairest of all women.

Over castle and lofty house,
Falcon, raven, birds of evil,
Unknown fowl from Night primeval,
Fat, enormous flittermouse,

Over forests, fields, and ditches,
Clustering pallid flare on flare,
Wolves with hundred feet, and witches
Sailed the river of the air.

The hunters’ shouts, the thunders’ crash,
Roared high in the lust of slaughter,
Through horses’ whinnies, the snap of the lash,
Above the livid water.

Just before them, roe and hart
Flew as if on hidden pinions
From the ghost-king and his minions,
Cleaving the slow mists apart.

At their head there flitted, leading,
Tall and white, a wounded hind
Stuck with many arrows, bleeding,
Shaking, in the midnight wind.

The peasants who saw the chase sweep by
Swore, to all who would hear it,
That out of the hunted hind’s wild eye
There peered Queen Helvig’s spirit.

As in an enchanted space,
Trees stood in the vapor rootless,
While the stag flew onward, footless
Yet unwearied by the chase.

Then the black snake coursed the meadow,
The red dragon rose unwombed,
While the storm wailed like a shadow
To eternal anguish doomed.

The full moon, like a bleeding troll,
Unheeding the earth’s ire,
Cruelly charmed each tortured soul
From out the Abyss’s fire.

Often when the autumn brought
Wheeling gusts of phosphorescence
In this dismal chase, the peasants
Whispered, pallid and distraught:

“Save us, Christ and Maid of Heaven,
From this evil by thy grace !
Save us from the infernal levin;
Save us: ’tis King Volmer’s chase!”

They thought that his doom was sealed for aye,
By no prayers to be diminished:
To hunt until the last Judgment Day,
Till World and Time were finished.

Veröffentlicht in Vom König zum Führer

Die Monarchie wiederherstellen?

Die noch vor der Machtübergabe gescheiterte Mesalliance zwischen dem Hohenzollernhaus und der NS-Bewegung hatte ein mehrmonatiges Nachspiel, in dem die kaiserlichen Getreuen ein letztes Mal versuchten, ihre Restaurationspläne zu artikulieren. Nach dem pseudomonarchistischen Mummenschanz, den die NS-Führung am Tag von Potsdam inszeniert hatte, wurde die „Königsfrage“ zwischen Mai 1933 und April 1934 mehrfach von den offiziellen Vertretem Wilhelms II. bei Hitler vorgetragen. Vier Mal traten führende Monarchisten in dieser Zeit als Bittsteller auf, um die Möglichkeiten einer Restauration zu sondieren, einmal berührte auch der DAG-Vorsitzende Fürst Bentheim im persönlichen Gespräch mit Hitler die monarchische Frage. Anders als den Fürsten Bentheim, dessen vorauseilender Gehorsam die DAG inmerhin gegen das Verbot der monarchistischen Verbände vom Februar 1934 immunisieren und ein Reichsgesetz gegen den Mißbrauch adliger Namen erwirken konnte, ließ Hitler die Boten des Monarchismus auf Granit beißen, Etwa sechs Wochen nach dem Tag von Potsdam empfing Hitler den kaisertreuen Friedrich v. Berg, den gestürzten DAG-Adelsmarschall. Nach den Informationen, die der anwesende Reichswehrminister Werner v. Blomberg an den „Hausminister“ des Exilkaisers weitergab, hatte Hitler vage, jedoch weitgehende Versprechungen gemacht: „Als Abschluß seiner Arbeit sehe [Hitler] die Monarchie“, hieß es im Gesprächsprotokoll. In Frage käme allerdings allein die Hohenzollernmonarchie, eine Restauration der Throne in den Bundesstaaten sei abzulehnen. Der Zeitpunkt der Restauration sei allerdings noch nicht gekommen und die Monarchie nur als Ergebnis eines siegreichen Krieges denkbar. Bei einer zweiten Unterredung im Oktober 1933, die der Generalbevollmächtigte des Exilkaisers, General a. D. Wilhelm v. Dommes, mit Hitler führte, war die Tonlage bereits deutlich aggressiver. Das monarchistische Drängen seines Gesprächspartners wies Hitler „leidenschaftlich“ zurück: Die Aufgabe bestünde in der Niederwerfung von Kommunismus und Judentum. Der Kronprinz als Person und die Monarchie als Institution seien nicht „hart genug“ für diese Aufgabe. Im Februar 1934 schließlich wies Hitler die Emissäre in äußerst scharfer Form zurück. Das Gesprächsklima hatte sich im Vorfeld durch scharf antimonarchistische Reden aufgeladen, in denen u. a. Baldur v. Schirach und Richard Walther Darre Wilhelm II. als Feigling verhöhnt hatten. Dommes‘ Vorhaben, für die Ehre seines „angegriffenen Herrn mit der Waffe einzutreten“, scheiterte ebenso wie sein Versuch, mit seinen Klagen bei Hitler durchzudringen. In hochfahrendem Ton verbat sich Hitler nunmehr, in seiner „Aufbauarbeit“ fortlaufend von den deutschen Fürsten gestört zu werden. Zur Erreichung dieser Ziele — „Ausrottung der Verbrecher der November-Revolution“ und Aufbau der Reichswehr — benötige er 12-15 Jahre Zeit.

Ließen die Anfragen von Berg und Dommes bereits ein erstaunliches Ausmaß politischer Naivität erkennen, so wurde dieses von prominenten Standesgenossen noch weit übertroffen. Die vollständige Verkennung der politischen Lage durch adlige Monarchisten aus dem ehemaligen inner circle um den Kaiser illustriert eine im Herbst 1933 verfaßte Petition an Hindenburg - auch wenn sich diese Form der offensichtlich altersbedingten Realitätsblindheit nicht auf eine ganze Generation übertragen läßt.

Generalleutnant a. D. August v. Cramon hatte im Oktober 1933 eine an den Reichspräsidenten gerichtete Denkschrift verfaßt, in der die Wiedereinsetzung Wilhelms II. in seine königlichen Rechte, gewissermaßen als Geschenk zu seinem 75. Geburtstag im Januar 1934 vorgeschlagen wurde. Zur „Erbweisheit des Geschlechts“ kämen nunmehr Weisheit und Würde des Alters hinzu. Der „Führergedanke“ müsse zwangsläufig „im unsterblichen Führertum, der Erbmonarchie‘“ enden und Hitler werde dabei behilflich sein: „Adolf Hitler selbst ist, soweit bekannt, Monarchist.“

Von Beratern umgeben, die von der neuen Zeit mehr verstanden, hatte Hindenburg geantwortet, der Moment für die Rückkehr des Kaisers sei noch nicht gekommen. Von den absurden Bittschriften militärisch-monarchistischer Fossile abgesehen, wurde innerhalb der Adelsverbände und in privaten Korrespondenzen überall dort, wo überhaupt noch über eine Restauration raisoniert wurde, die Parole „abwarten“ ausgegeben. Für die DAG-Leitung wies Fürst Bentheim 1937 die „unerfüllbaren Forderungen“ in der „monarchischen Frage“ und der „Kirchenfrage“ zurück: Die monarchische Frage, so der Fürst, „steht unbeschadet der persönlichen Einstellung des Einzelnen für die DAG als solche nicht zur Debatte.“

Einige Monate nach Cramons Denkschrift prallten in Berlin die alte und die neue Rechte aus Anlaß der monarchistischen Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag Wilhelms II. am 27.1.1934 scharf aufeinander. Während im fernen Doom noch einmal die versammelten „Fürstlichkeiten in ihren alten, bunten Uniformen und de[r] fabelhaftfe] Schmuck der Damen [zu] bewundern“ waren, wurde die zentrale Festveranstaltung im Berliner Zoo von marodierenden SA-Schlägertrupps gestürmt. Hitler nahm die öffentlichen Demonstrationen monarchistischen „Eigen-Sinns“ zum Anlaß, die monarchistischen Verbände verbieten zu lassen.
Der Bericht, den Rüdiger Graf v. d. Goltz, Vorsitzender des Reichsverbandes deutscher Offiziere und seit Mai 1933 Parteimitglied, über die Vorgänge verfaßte, zeugt vom Entsetzen über Äußerlichkeiten, das für die ältere Generation typisch war. Empört schilderte der 70-jährige Generalmajor a. D. die Vorgänge nach seiner Geburtstagsrede auf „unseren ehemaligen Obersten Kriegsherren“: „Zwei Stunden nach der Rede brach eine Horde teils in Zivil, teils unter Missbrauch des braunen Hemdes ein und hauste wie die Bolschewiken, misshandelte Offiziere und ihre Frauen, zerstörte Mobiliar und schoss Scheintotpistolen und Feuerwerkskörper mit lautem Knall ab, die die Damenkleider verdarben. [...] Ich sagte dann noch an die Versammelten: Das eben Erlebte wird Adolf Hitler niemals billigen. Lassen Sie sich in der Treue zu ihm nicht irre machen.“ Das überlieferte Entsetzen der anwesenden Adligen belegt weniger politische Differenzen als das drastische Fehlurteil der gealterten Monarchisten, die neben den nationalsozialistischen Zielen auch die Brutalität der dazugehörigen Methoden falsch eingeschätzt hatten.

Bezeichnenderweise fand die Sprengung der monarchistischen Kaisergeburtstagsfeiern mit Magnus v. Levetzow unter einem adligen Polizeipräsidenten statt, der vier Jahre lang der politische Chefkoordinator des Exilkaiser, war und im Nationalsozialismus das Vehikel gesehen hatte, mit dem Wilhelm II. dereinst zum Thron rollen würde, Der kaiserliche Admiral a. D. hielt bereits zu diesem Zeitpunkt keine Mittel mehr in der Hand, um gegen die Ausschreitungen vorzugehen. Bereits 1935 wurde Levetzow, bezeichnend auch dies, mit dem SA- und SS-Führer Wolf Heinrich Graf v. Helldorf durch einen Standesgenossen abgelöst, der seit längerem „zur Bewegung“ gehört hatte.

Auf einem Berliner Ball der Adelsgenossenschaft im Januar 1934 drang nach dem Bericht der Kolumnistin Bella Fromm eine braun uniformierte „Horde“ ein, die mehrere der anwesenden älteren Herren zu Fall brachte, mit den Helmen der adligen Offiziere Fußball spielte und die anwesenden Damen mit dem Revolver bedrohte. Das Parteiabzeichen, das viele der adligen Ballgäste nunmehr offen und nicht länger „verschämt unter dem Rockaufschlag“ trugen, wie Fromm zynisch vermerkte, erwies sich hier als unzureichende Versicherung gegen die entfesselten kleinbürgerlich-proletarischen Ressentiments. Der oben bereits zitierte Generalleutnant a. D. August v. Cramon, Präsident des Garde-Kavallerie-Klubs, wandte sich nunmehr hilfesuchend an den Kronprinzen und protestierend an eine NSDAP-Parteistelle: „Ich muss Ihnen leider bekennen, dass die Empörung über diese Vorkommnisse in unseren und nicht den schlechtesten Kreisen, die absolute Anhänger des Herrn Reichskanzlers Hitler sind, eine sehr große ist [...]“. Die Antwort, die Cramon von einen adligen Parteimitglied erhielt, bringt zum Ausdruck, wie wenig die alte Garde der kaisertreuen Monarchisten vom „faschistischen Stil“ (Mohler) verstanden hatte. In betont respektlosem Ton wurde Cramon mitgeteilt, daß „der grösste Teil von uns [...] durchaus nicht monarchisch gesonnen, sondern auf Hitler und das nationalsozialistische Programm eingeschworen [ist]. Zudem verrate ich Ew. Excellenz kein Geheimnis, wenn ich die Tatsache ausspreche, dass die Kampfrichtung der nationalsozialistischen Bewegung sich stets gegen Marxismus und Reaktion richtete und richtet. [...] Mit bitterem Schmerze sehen unsere Kameraden schon heute, dass an allen Ecken und Enden die Gegner aus dem bürgerlichen-nationalen Lager sich mit grossem Geschick nach vorne zu schieben verstehen. Für diese aber sind wir nicht in den Strassenkampf gezogen, nicht verwundet, nicht verhaftet worden. Wir haben das Recht, auch hier das Recht der Revolution, die eine nationalsozialistische  Revolution ist, durchzusetzen. Das sind wir gerade den vielen Tausenden von Kameraden aus der Jungarbeiterschaft, die neben uns standen, als wir für die gute Gesellschaft noch indiskutierbare Rowdies und Hakenkreuzbanditen waren, vor unserem Gewissen schuldig.“


Aufräumkommando der SA

Eine Erklärung für die Schärfe der verwendeten Angriffe findet sich weniger in politischen als in sozio-kulturellen Differenzen. Wichtig ist, sich die enorme soziale und kulturelle Distanz zu vergegenwärtigen, die zwischen Schloß, Gutshaus und Casino einerseits, SA-Heim und „Sturmlokal“ andererseits lagen. Wie nicht anders zu erwarten, tat sich der bayerische Adel mit der nach 1933 notwendigen Mimikry besonders schwer. Auch dazu ein sprechendes Beispiel: 1936 sorgte die Ankündigung des Angriff, eine Artikelserie mit dem Titel „Menschen, die in Schlössern wohnen“ publizieren zu wollen, im bayerischen Adel für nervöse Unruhe. Das Blatt hatte die Entsendung einer „fliegenden Redaktion“ angekündigt, die sich vor Ort bei einer alten Adelsfamilie umsehen wollte, die „in generationenlangem Besitz von Schlössern“ war. Besorgt hatte der DAG-Hauptgeschäftsführer v. Bogen in einem Rundschreiben gewarnt, die Redaktion würde „wohl auch etwaige tatsächlich vorhandene Misstände nicht unerwähnt lassen.“ In der bayerischen DAG-Leitung kam an schnell überein, nicht gerade „den Schnurrbartfugger [...] in den Vordergrund“ zu stellen. Die Suche nach einem NS-treuen Vetter, der bereit war, sein Schloß und seine NS-Treue inspizieren zu lassen, nahm einige Zeit in Anspruch: „Also lasse Deinen bewährten Blick gleiten über die Mannen und treffe Deine Wahl nur sicher gut und sorgsam. Jedenfalls dürfte es sich empfehlen, dıe ‚Gekürten‘ vorher an einem Ort zwecks genauer Instruktion zu versammeln [...].“ Fürst Öttingen bat die Berliner DAG-Leitung um mehr Zeit, um „besonders geeignet erscheinende Schlossbesitzer“ ausfindig zu machen, wies den von Berlin gewünschten Termin zurück und schlug vor, „die ‚fliegende Redaktion‘ zuerst auf Reisen in andere, vor allem norddeutsche [Regionen] zu schicken, damit wir in Bayern inzwischen die Sache besonders sorgfältig vorbereiten können. In Kenntnis gesetzt, daß der Angriff „nicht gerade zu den sentimentalen Publikationsorganen“ zählte, suchte man nach Standesgenossen, deren Auftreten auch vor dem strengen Blick alter Kämpfer bestehen würden. Mit spöttischem Unterton wurde eine Entsendung der NS-Redakteure „nach Pöttmes, Thüngen oder Aystetten‘“ geplant, drei Güter, deren Besitzer zu den im bayerischen Adel relativ seltenen Parteigenossen gehörten. Tatsächlich scheint man der „fliegende Redaktion“ letztlich einen Besuch im Schloß des fränkischen Barons Aufseß vorgeschlagen zu haben.

Die lebensweltlichen Barrieren blieben v. a. zwischen den katholischen Grandseigneurs und dem Gros der Parteigenossen auch nach 1933 unvermindert hoch. Ein skurriles Beispiel für den Erhalt solcher Barrieren bot im Herbst 1938 ein Anlauf der Regensburger NSDAP, sich der stählernen Abzäunungen um die eindrucksvollen Schloßanlagen der Fürsten v. Thurn und Taxis zu bemächtigen. In einem Schreiben an das fürstliche Hofmarschallsamt ermannte sich der „Schrott-Einsatzstab“ der örtlichen NSDAP-Kreisleitung, dem Fürsten den vollständigen Abbruch der Umzäunungen vorzuschlagen: „Die Zäune und Gitter, [...], sind vielfach völlig überflüssige unschöne Überbleibsel einer vergangenen Zeit und Geschmacksrichtung und sollen möglichst verschwinden.“ Faktisch war die hier propagierte „Entrümpelung“ Teil eines Programms zur Stahlzufuhr an die deutsche Rüstungsindustrie. Symbolisch läßt sich die Initiative jedoch auch als Aufforderung zum Abbruch hochadliger Distinktionen lesen: Der „Schrott-Einsatzstab“ rüttelt am Schloßzaun eines der reichsten deutschen Fürsten. Die geplante „Entrümpelung“ der eisernen Unterschiede mahnte die Fürstenfamilie, endlich zum Teil der Volksgemeinschaft zu werden. Der als Angebot, nicht als Drohung formulierte Hinweis auf „ein Abräumkommando der SA“, das den „kostenlosen Abbruch des Vorgartenzaunes“ bewerkstelligen würde, brachte die fürstliche Verwaltung in Verlegenheit. Nach einigen Debatten über die angemessene Formulierung teilte das Hofmarschallamt dem „Schrott-Einsatzstab“ mit, „daß es uns aus künstlerischen Gesichtspunkten, wie auch aus Sicherheitsgründen nicht möglich erscheint, unsere eisernen Umfriedungen um die Anwesen [...] zu entfernen.“ Das SA-Kommando blieb dem Schloß und sein Besitzer der NS-Bewegung fern. Über das Erscheinen des Fürsten auf örtlichen „Sonnenwendfeiern“, auf das die Kreisleitung gedrängt hatte, und ein Arrangement mit dem örtlichen SS-Reitersturm, der die Reitbahn im Schloß kostenlos nutzen durfte, scheinen die fürstlichen Anpassungsleistungen nicht hinausgegangen zu sein. Anders als fünf Mitglieder der fürstlichen Gesamtfamilie, die 1938 der Partei beitraten, näherten sich weder der Fürst noch der Erbprinz der Partei an. „Bei der Partei war ich nie, da ich mich als gläubiger Katholik nicht kompromittieren wollte“. Die Erklärung des Erbprinzen im Rahmen seines Entnazifizierungsverfahrens ist, ergänzt um die Distanz aus der Position des hochadligen Multimillionärs, durchaus plausibel.


...aber officiell sind wir nicht monarchisch eingestellt

Wie im bayerischen spielten auch im welfischen Partikularmonarchismus Adlige eine maßgebliche Rolle.  Beide Strömungen enthielten ein anti- borussisches Element, für dessen symbolische Akzentuierung welfisch orienterte Adelsfamilien ihre Söhne in Lederhosentracht und edelweißbestickten Hosenträgern einem Spießrutenlaufen unter ihren niedersächsischen Mitschülern aussetzten.
Neben den einflußreichsten monarchistischen Strömungen in Bayern, Preußen, Sachsen und Hannover kam eine weitere, im katholischen Adel Südwest- und Westdeutschlands einflußreiche Linie hinzu, die sich am alten Reichsgedanken orientierte. In Übereinstimmung mit seinen westfälischen Standesgenossen bezeichnete der Abt Augustinus von Galen, ein Bruder des später berühmten Bischofs, das Monarchieproblem 1926 als eine Cura posterior und hielt die Ansprüche des Hauses Habsburg im Gegensatz zu jenen der Hohenzollern für berechtigt: ,,Was die Hohenzollern betrifft, so hatte ihr Kaisertum mit dem des alten Reiches nicht das geringste zu tun [...]. Die Hohenzoller waren daher in gar keiner Weise Rechtsnachfolger der alten Kaiser und von diesem Gesichtspunkt aus könnten sie folglich als etwa bevorzugte Bewerber um die künftige Krone absolut nicht in Frage kommen." Die Orientierung am Reichsgedanken, verbunden mit guten Beziehungen zum hohen Klerus und einer hohenzollernkritischen, habsburgfreundlichen Einstellung, die der westfälische Graf hier vertrat, war für einflußreiche Mitglieder des südwestdeutschen Adels, besonders für die dortigen Standesherren charakteristisch.
Gerade bei den Anhängern des realitätsfernen Reichsgedankens fand sich oftmals eine gelassene Einstellung gegenüber der Republik. Für den südwestdeutschen Adelsverein, der mit den bayerischen Verbänden freundschaftliche Beziehungen unterhielt, erklärte Attila Graf v. Neipperg einem bayerischen Standesgenossen, auch im Südwesten sei der Adel monarchistisch, aber anders als im wittelsbachertreuen Bayern. Nur teilweise gehörte die Loyalität der Standesgenossen den Häusern Württemberg und Zähringen, viele westdeutsche Adlige jedoch hätten die „Sünden“ der Fürsten aus der napoleonischen Zeit nicht vergessen. Auch der Monarchismus, den Graf Neipperg hier umriß, glich eher einer vagen Grundhaltung als einem praktikablen Programm: „Diese Leute sind ganz Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Und bis zu einem gewissen Grad bin ich cum grano salis auch bei dieser Seite. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass wir zeigen und beweisen wollen, dass der Adel in der Republik notwendig ist, noch notwendiger als in der Monarchie, wo alles seinen mehr oder minder geregelten Gang ging. Aber officiell sind wir nicht monarchisch eingestellt.“