Veröffentlicht in Sonstige

Greek Buddha – Pyrrhos Encounter with Early Buddhism in Central Asia

Christopher Beckwith – Princeton 2015

Herkunft des Namens Śākyamuni

Für gewöhnlich wird erklärt Buddhas Beiname Śākyamuni bedeutet “Weiser der Śakya”, ein Kriegerclan im Nordwesten Indiens.

Das Epithet ist erstmals in den Ghāndhārī-Schriften der ersten nachchristlichen Jahrhunderte belegt, die in Prakrit verfasst sind, und zwar als Śākamuni.

Skythen und die Verbindung zum Zoroastrismus

Die Achaemeniden bezeichneten die Skythen als Śāka, lt. Iranistik ursprünglich eine Selbstbezeichnung der östlichen Skythen, deshalb argumentiert Beckwith der Beiname bedeute Weiser der Skythen und sei erst später zu Sanskrit Śākyamuni geworden.

Die Skythen dienten im Heer der Achaemeniden und seien so zuerst nach Indien gekommen und überdies in Berührung mit dem Zoroastrismus.

Früher Buddhismus und seine Abgrenzung zum Zoroastrismus

Beckwith identifiziert die in alten Quellen Ṣramaṇas Bezeichneten mit den frühen Buddhisten und erklärt, dass sie dem Zoroastrismus ablehnend gegenüber gestanden hätten, den die Perser im Osten etablieren wollen, deshalb kein Schöpfergott und im frühen Buddhismus keine heilige Erlöserfigur.

Frühe Interaktionen und Datierung von Zoroaster

Die Brahmanen hingehen seien den Zoroastrismus gegenüber aufgeschlossen gewesen.

Der terminus post quem für das Auftreten Buddhas sei somit der Feldzug Darius in Indien 518/517 v. Chr.

Beckwith akzeptiert die orale Tradition des Ṛgveda und auch, dass es bereits vor Buddha Austausch des Veda mit dem Zoroastrismus gegeben haben muss, datiert den Zoroaster aber niedrig ~600 v.Chr.

Datierung des Palī-Kanons und Ghāndhārī-Schriften

Für die Tradition des Palī-Kanon hingegen, von dem Teile traditionell in die Lebenszeit Buddhas datiert werden, möchte er auch nicht das Datum der ersten schriftlichen Fixierung zum 4. Konzil auf Sri Lanka unter König Vaṭṭagāmaṇī 29-17 v. Chr. akzeptieren, sondern die Ähnlichkeit zu den Ghāndhārī-Schriften deuten in die Śāka-Kushan-Era der ersten nachchr. Jahrhunderte.

Einfluss des Buddhismus auf die Upaniṣaden

Auch die Upaniṣaden, die üblicherweise 750-500 v. Chr. datiert werden, zeigen lt. Beckwith Einfluss von Buddhismus und nicht umgekehrt, seien deshalb deutlich späteren Datums.

Beckwiths kritische Analyse von Gründungsgeschichten

Die Geburtsgeschichte Buddhas in Lumbini ist nach Beckwith ebenfalls viel spätere Nachdichtung.

Ähnlich kritisch behandelt er die Tradition des Jainismus, der seine Gründerfigur Mahavira als Zeitgenossen Buddhas betrachtet.

Nach Beckwith gibt es hierfür auch keine Belege die vor die Śāka-Kushan-Era zurückreichen, der früheste gesicherte Beleg seien Höhlenklöster mit Jaina-Artefakten.

Historische Darstellungen und kulturelle Unterschiede

Er ist damit also durchwegs sehr kritisch was die traditionellen Datierungen und Geschichtsdarstellungen auch in der aktuellen westlichen Geschichtswissenschaft angeht.

Die Inder hatten nie Interresse an empirischer Historiographie oder Chronologie, ihre Geschichte ist immer episch und mythologisch.

Überhaupt wird sogar gesagt die Hinduisten seien dem Schrifttum misstrauisch gegenüber gestanden, anders aber die Buddhisten und Jainisten.

Von der Zeit der Guptas an wird auch die buddhistische Geschichtsschreibung stark mythologisiert.

Buddhas Legende als höfische Erzählung

Die Erzählung von dem reichen Prinzen Buddha von höchster Geburt, der mit aller Leichtigkeit alle Widrigkeiten überwindet und Buddha wird klingt auch sehr nach einer Fertigung für die tatsächlichen Prinzen und Höfe um sie dem Buddhismus wohlwollend zu machen.

Pyrrhonismus: Ursprung und Einfluss

Mit Alexanders Feldzug kam Pyrrho nach Indien und wurde später in Griechenland Begründer einer Philosophenschule die einflussreich genug war, dass die Bezeichnung Pyrrhonismus dafür geprägt wurde und die dem Skeptizismus angerechnet wird.

Cicero hat sich damit befasst und Eusebius ist eine bedeutende Quelle und David Hume bezeichnete sich als Pyrrhonist.

Skeptische Grundsätze des Pyrrhonismus

Was die pragmata – „Angelegenheiten, Fragen, Themen“ – betrifft, so sind sie alle adiaphora – „durch keine logische Differenzierung unterscheidbar“ –, astathmēta – „instabil, unausgewogen, nicht messbar“ – und anepikrita – „unbeurteilt, unbestimmt, unentscheidbar“.

Beckwith zitiert Euseb. Praep. Ev. XIV 18:1-5

Die Unzuverlässigkeit von Sinneswahrnehmungen und Meinungen

Daher sagen uns weder unsere Sinneswahrnehmungen noch unsere „Ansichten, Theorien, Überzeugungen“ (doxai) die Wahrheit oder Lüge [über pragmata]; also sollten wir uns sicherlich nicht auf sie verlassen [um dies zu tun].

Vielmehr sollten wir adoxastous „ohne Ansichten“, aklineis „unentschlossen [zu dieser oder jener Seite hin]“ und akradantous „unerschütterlich [in unserer Weigerung, zu wählen]“ sein und über jedes einzelne sagen, dass es nicht mehr ist, als es nicht ist, oder dass es sowohl ist als auch nicht ist, oder dass es weder ist noch nicht ist.

Die Trilakṣaṇa als buddhistische Lehre und ihr griechisches Äquivalent

Das hat große Ähnlichkeit mit buddhistischer Weisheit, Beckwith will herausstellen, dass sich darin ein dreiteiliger Aufbau befindet wie es ihn in griechischer Philosophie so nicht gegeben hat (der “Weg der Mitte” ist aber zB auch in Aristoteles Politik relevant – den Pyrrho womöglich persönlich kannte, schließlich war er zuvor bereits an Alexanders Hof und dieser der Schüler von Aristoteles), hingegen sei es zentraler Bestandteil buddhistischer Texte, er führt dazu das Trilakṣaṇa an:

The statement is known as the Trilakṣaṇa, the ‘Three Characteristics’ of all dharmas ‘ethical distinctions, factors, constituents, etc.’ Greek pragmata ‘(ethical) things’ corresponds closely to Indic dharma ~ dhamma ‘(ethical) things’ and seems to be Pyrrho’s equivalent of it.

The Buddha says, “All dharmas are anitya ‘impermanent’. . . . All dharmas are duḥkha ‘unsatisfactory, imperfect, unstable’. . . . All dharmas are anātman ‘without an innate self- identity’.”

Ziel der Meditation

With the essential work of calming the mind completed, with the attainment of the fourth dhyāna, the meditator can focus fully on the development of insight.

Insight meditation aims at understanding [that “things”] . . . are impermanent and unstable (anitya/anicca), that they are unsatisfactory and imperfect (duḥkha/dukkha), and that they are not self (anātman/anattā).

The philosophical nuances of these three terms may be expressed differently in the theoretical writings of various Buddhist schools, but in one way or another the higher stages of the Buddhist path focus on the direct understanding and seeing of these aspects of the world.

“Early Buddhism” und Chronologie

Nach Beckwith ist Pyrrho das älteste Zeugnis buddhistischer Philosophie und etwa zeitgleich damit seien die chinesischen, früh-taoistischen Werke Tao Te Ching (von Laotzu/Lao Tan) und das Chuangtzu sowie eine Jadeyoga-Inschrift, die ebenfalls vom Buddhismus inspiriert oder beeinflusst seien.

Megasthenes’ Indika und frühe indische Schriften

305/4 v. Chr. reiste Megasthenes im Auftrag von Seleukos I. zu Chandragupta, dem Begründer der Maurya-Dynastie.

Er schrieb das verlorene Werk Indika, von der nur Bruchstücke in Strabos Geographica erhalten sind, darunter, dass die Inder keine Schrift kannten.

Und in der Tat sind die ältesten überlieferten Schriften auf indischem Boden (mit Ausnahme der nicht entzifferten Glyphen der bronzezeitlichen Induskultur) die Inschriften der Maurya aus dem 3. Jh. v. Chr.

Konkret die Major Rock Edicts, die als Urheber Devānāṃpriya Priyadarśi angeben der mit Aśoka identifiziert wird.

Kontroverse um die Identifikation von Devānāṃpriya Priyadarśi und Aśoka

Beckwith argumentiert aber, dass diese Identifikation durch den Bearbeiter der Standardedition dieser Texte Hultzsch 1925 auf der Grundlage des ahistorischen Mahāvaṃsa beruht.

Er führt eine Reihe Ungereimtheiten auf und argumentiert bei Devānāṃpriya Priyadarśi handle es sich womöglich um den Sohn von Chandragupta, bei Aśoka hingegen um einen späteren Herrscher der lediglich für die Minor Rock Edicts verantwortlich sei, in denen Devānāṃpriya Aśoka auch als Urheber angegeben wird.

Chinesische Sprachverbindungen

Er führt auch eine Herleitung von Gautama von Lao Tan im Alt- und Mittelchinesischen.

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Richard Löwenherz, Krönung & Holocaust

Richard von Eleonore, Sohn von König Heinrich II. und Bruder von König Heinrich III., wurde am 3. September in Westminster von Balduin, dem Erzbischof von Canterbury, zum König der Engländer geweiht. [...] Am selben Tag der Krönung, etwa zur Stunde der Feierlichkeiten, bei denen der Sohn dem Vater geopfert wurde, begann man in London, die Juden ihrem Vater, dem Teufel, zu opfern. Und dieses berühmte Mysterium verzögerte sich so sehr, dass der Holocaust am nächsten Tag kaum vollendet werden konnte. Andere Städte und Gemeinden der Region ahmten den Glauben der Londoner nach und schickten mit gleicher Hingabe ihre Blutsauger mit ihrem Blut in die Hölle.

https://www.yorku.ca/inpar/devizes_giles.pdf

Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Mit Gott und den Faschisten

Verleumdungen jedoch durch eine Kirche, die nicht nur im Mittelalter Millionen verfolgt und massakriert, sondern auch noch im 20. Jahrhundert den bisher wohl größten Verbrecher aller Zeiten »immer wieder« und »eindringlichst« un­terstützt hat; die ihm 1933 »um keinen Preis die Kräfte der Kirche entziehen«, vielmehr jedermann seiner »großen Auf­bauarbeit« zuführen wollte; die 1935 »jede staatsfeindliche Handlung und Haltung von Mitgliedern strengstens« ver­warf und auch 1936 »das Oberhaupt des Deutschen Reiches... mit allen Mitteln zu unterstützen« versprach; die ein Jahr vor Ausbruch des Krieges Hitlers »Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen« begleitete und bei Kriegsbeginn den katholischen Soldaten befahl, »aus Gehorsam zum Führer ihre Pflicht zu tun und bereit zu sein, ihre ganze Person zu opfern«; die 1941 seinen Überfall auf die Sowjetunion »mit Genugtuung« verfolgte und bekannte: »Wir haben immer wie­ der (!) und noch im Hirtenbrief des Sommers unsere Gläubi­gen zu treuer Pflichterfüllung, zu tapferem Ausharren, opfer­bereitem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes in schwerster Kriegszeit eindringlichst (!) aufgerufen«, um dann gleich nach dem Zusammenbruch Hitler und die Nazis zu verdammen — Verleumdungen also durch eine solche Kirche empfinde ich als Ehre.

Mit Gott und den Faschisten, Karlheinz Deschner
Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Schwarzer Adel

Bemerkenswert ist weiterhin das Verhalten des süditalienischen und des römischen Adels. So folgte im Süden der Halbinsel, laut Benedetto Croce, »eine große Zahl adliger Familien« den Bourbonen für einige Jahre ins römische Exil. Croce teilte uns zudem mit, dass diese nach 1870 denselben Weg »in Gruppen oder einzeln« zurückgingen! Gegen Ende des Jahrhunderts milderte der Aufenthalt des mondänen, jungen Fürsten Vittorio Emanuele in Neapel ihre Ablehnung. Dennoch macht dieses Verhalten deutlich, wie fremd einem Großteil des Adels - insbesondere denjenigen, die eng mit dem bourbonischen Hof verbunden waren und die über den größten Reichtum und Einfluss verfügten! - die Erschaffung des neuen Staates in der entscheidenden Phase war. Aufsehenerregender war der Fall Rom, wo nach 1870 viele Familien des »schwarzen« papsttreuen Adels dem vereinten Italien und den Savoyer »Besatzern« lange Zeit feindlich gesonnen blieben. Auch in der Hauptstadt heilte die Zeit Wunden, aber viele hielten ihre ablehnende Haltung sogar bis zum Abschluss der Lateranverträge bei. Die Kluft zwischen »schwarzen« papsttreuen und »weißen« liberalen Adligen war von besonderer Bedeutung, da sie die reichen und prestigträchtigen Familien der römischen Fürsten betraf, aus denen seit Jahrhunderten Päpste und Kardinäle hervorgegangen waren. Sie verfügten über einen fast königgleichen Status und waren mit großen Reichtümern sowie starkem sozialen Einfluss ausgestattet. Diese Adligen Neapels und Roms machten zusammen 15 bis 20 Prozent des gesamten italienischen Adels aus, auf die Piemontesen entfiel ein Anteil von 10 Prozent. Auch andernorts, wo die Dynastien und Höfe weniger stark verankert waren als das Papsttum in Rom, existierten regelrecht Sektoren von Aristokraten, die sich — wenn auch weniger auffällig — kaum mit der nationalen Sache identifizierten.

Aus Hochkultur als Herrschaftselement – Italienischer und deutscher Adel im langen 19. Jahrhundert

Herausgegeben von: Gabriele B. Clemens , Malte König und Marco Meriggi

Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta

S. Eminenz und Hoheit, der Fürst und 77. Großmeister des Ordens, Fra' Angelo de Mojana di Cologna, dem die vorliegende Untersuchung in Ehrerbietung und Ergebenheit unterbreitet sei, stand dem Werk mit gütigem Wohlwollen Pate. Respektvollen Dank schuldet der Verfasser S. Exz. Obödienz-Großkreuz-Bailli Quintin Jermy Gwyn, dem Großkanzler des Ordens, wie S. Durchlaucht, dem Fürst-Großprior des Großpriorates von Österreich, Bailli Fra' Friedrich A. Kinsky von Wchnitiz und Tettau, für die richtungweisenden und fördernden Gespräche zur Struktur und zum Recht, zur Spiritualität und dem geistlich-ritterlichen Selbstverständnis des Forschungsobjektes in einer technisch sich wandelnden Welt. S. Exz. Botschafter Comte Robert de Billy und der verewigte Ministre-Conseiller an der Gesandtschaft des Ordens bei der Republik Österreich, Dr. Leopold Hayden, denen der Verfasser im diplomatischen Dienste zur Seite stehen durfte und darf, vermittelten ihm während ungezählter Begegnungen den unverwechselbar nobilitär-melitensischen Geist und machten ihn mit den alten und neuen Imperativen des achtspitzigen Malteserkreuzes in unserer Zeit vertraut.

Fra’ Angelo de Mojana di Cologna

Der Direktor der Wiener Diplomatischen Akademie, S. Exz. Botschafter Baron DDr. Arthur Breycha-Vauthier de Baillamont, Mitglied der Magistralkommission für die Auswärtigen Angelegenheiten und sozialen Assistenzen des Ordens, hat dem Verfasser in persönlicher Freundschaft sein umfassendes Privatarchiv wie auch seinen langjährigen Erfahrungsschatz über das Leben im Malteserorden in zuvor kommender und hilfsbereiter Weise zugänglich gemacht. Der Genannte hat sich auch selbst der Mühe unterzogen, das Manuskript der vorliegenden Arbeit zu vidieren und zu korrigieren, wofür ihm besonders herzlicher Dank bekundet sei. Aufrichtigen und lebenslangen Dank schuldet der Verfasser seinen verehrten Lehrern Prälat em. Prof. Dr. h. c. mult. DDr. Johannes Messner und dem Nestor der Völkerrechtswissenschaft em. Prof. Dr. h. c. mult. Dr. Alfred Verdross, von denen er den Zugang und Impulse zum Verständnis des "bonum commune humanitatis" aus naturrechtlicher und christlicher Perspektive erfahren und empfangen durfte. Ebenso aufrichtig bleibt der Autor den Vorständen des Instituts für Völkerrecht und internationale Beziehungen an der Wiener Universität verbunden: Prof. Dr. Karl Zemanek und Botschafter a. D. Prof. Dr. Stefan Verosta vermittelten ihm ihr völkerrechtliches Wissen und akzeptierten vorliegende Untersuchung als Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung.

Herr Senator e. h. Ministerialrat a. D. Dr. Johannes Broermann, der Inhaber des Verlages Duncker & Humblot, und der Österreichische Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Frau Dr. Hertha Firnberg, haben in verständnisvoller Aufgeschlossenheit die Drucklegung der Untersuchung ermöglicht. Gemäß den spirituellen Intentionen des Völkerrechtssubjekts "Souveräner Malteser-Ritter-Orden" sei diese wissenschaftliche Arbeit unter die Auspizien des Heiligen Johannes des Täufers gestellt, der dieser religiösen, nobilitären und sozialhospitalären, weltweit verbreiteten Kommunität ihren ursprünglichen und noch heute primär verbindlichen Namen gegeben hat!


Nun erhebt sich die Frage: besteht der adelige Charakter des Ordens und seiner Ritter heute "nur" mehr aus der vielzitierten "adeligen ( = edlen) Gesinnung" oder hält der Orden in partiellem Sinne an einem Blutadel fest?

Sowohl, als auch. Für die Zulassung zur 1. und 2. Klasse des Ordens sind gewisse, in der vorliegenden Arbeit nicht näher zu beschreibende, Adelsproben erforderlich. Einige Zweige der dritten Klasse tragen allerdings ein besonderes Merkmal, das melitensischem, internen Recht entspricht: deren Angehörige sind "cavalieri die grazia magistrale", also Ritter "durch die Gnade des Großmeisters", im ordensinternen Sinne persönlichen "melitensischen Adels", ohne jedoch Prädikate, Wappenrechte und Vererbbarkeit damit junktimiert zu empfangen.


Ohne Zweifel profitiert der Orden von seiner "religiösen Abhängigkeit" vom Heiligen Stuhle, als ihn dieser auf Grund seines internationalen Prestiges beglaubigt und ihn a priori des Verdachtes der religiösen Separation, der gesellschaftlichen Eigenbrötelei, ja des Schismas und des Daseins einer religiösen Sekte entledigt. Der Heilige Stuhl gewährt dem Orden ein spirituelles Akkreditiv, indem er ihn unmittelbar an den Lebensstrom der katholischen Weltkirche anschließt, gebunden hält und seine religiösen Kanäle speist. Es ist daher nur eine Selbstverständlichkeit, daß auch im weltlich-diplomatischen Bereich die Missionen des Heiligen Stuhles und des Ordens nämlich Nuntiaturen und Botschaften, Internuntiaturen und Gesandtschaften, Apostolische Delegationen und melitensische Delegationen auf das Beste kooperieren. Denn der Malteserorden ist "kirchlicher" als jedes andere Völkerrechtssubjekt neben der Katholischen Kirche, respektive dem Heiligen Stuhl. R. A. Graham rechnet den Malteserorden zu jenen Staaten (einschließlich jener Völkerrechtssubjekte, die nicht Staat sind), in denen keine "Trennung von Kirche und Staat" besteht.


Aus Malteserorden und Völkergemeinschaft (Robert Prantner, 1974)

The work continuously cites for sources a book authored by the Order themselves at a publisher specialized on arts and museums. Numerous aristocratic members of the order are the authors of the chapters and they are cited individually by Prantner as if to appear like they are independent sources.


Robert Pranter erhielt später den Päpstlichen Ritterorden des heiligen Gregor des Großen.


Aus Der Malteserorden (Alexander Krethlow) https://rjkg.de/ojs/index.php/rjkg/article/download/58004/57891/57946

Seit den 1830er-Jahren kamen dem Orden sowohl Angebote zur Übernahme hospitalischer Aufgaben als auch Hinweise auf die Opportunität verstärkter karitativer Tätigkeit, besonders durch Mitglieder des österreichischen Erzhauses, zu. Die hohe Wertschätzung von ritterlich-militärischem Glanz und Prestige der Ordensführung hatte jedoch zur Folge, dass diese Chance nicht oder zu spät genutzt wurde. Tatsächlich sahen sich die Ordensritter, insbesondere diejenigen die noch auf Malta ihren Kriegsdienst geleistet hatten, nicht gerne in einem zweitrangigen Hospital in Modena sitzen oder die Rechnungsbücher eines Krankeninstituts prüfen. Sie suchten viel lieber der Nobelgarde des betreffenden Herzogtums oder am päpstlichen Hofe standesgemäßen aber nur mehr beschränkt nutzlichen Dienst zu leisten. Die Marktlücke des militärischen Sanitätsdienstes füllte daher eine andere Organisation. Der Schweizer Henry Dunant (1828-1920) gründete im Jahre 1863 das Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege dessen Symbol das Rote Kreuz bald die systematische Kriegskrankenpflege monopolisierte. Indem der Malteserorden mit seinen diskriminierenden Aufnahmebestimmungen dem Prinzip der sozialen Ungleichheit und seinen vielfach überkommenen adeligen Traditionen verhaftet blieb verpasste er hier eine bedeutende Chance.


So hatte ein Rechtsritter bis 1914 eine fast 50-prozentige Chance, Komtur zu werden und in den Genuss der Ertrage einer Kommende zu gelangen, was seine Lebenshaltung weiter verbesserte. Einzelnen Adelsfamilien gelang es mit Erfolg, durch mehrfache Vertretung in den Rechtsrängen und damıt im Provinzkapitel die Nachfolge in der Verwaltung der einträglichen Kommenden in ihren Händen zu behalten.

Für eine Mitgliedschaft als Ehrenritter oder Ehrendame waren die Motivationen breiter gefächert. So schuf der Orden im religiösen Bereich die Möglichkeit, dass der katholische Adelige in standesgemäßer Umgebung seinen Glaubenspflichten nachkommen konnte. Auch in politischer Hinsicht sind Beitrittsmotivationen erkennbar. Da traditionale Eliten und die katholische Kirche in ganz Europa bevorzugte Zielgruppen liberaler und sozialistischer Kritik waren, diente der Malteserorden der Geistlichkeit und dem Adel als transnationale Plattform zur Demonstration gemeinsamer Wertemuster. Auf nationaler Ebene war die Ehrenmitgliedschaft ebenso Ausdruck eines politischen Bekenntnisses. So stellte sie im Großpriorat Rom lange Zeit ein Zeichen für die besondere Verbundenheit mit dem Papst und für eine relative Distanz zu savoyischen Königshaus dar. Diese Ehrenmitgliedschaft in der Rheinisch-Westfälischen Malteser-Genossenschaft, die stark ultramontan ausgerichtet war, verwies auf einen ebenso deutlichen politischen Positionsbezug wie bei Teilen des ehemals polnischen Adels, der mit der Zugehörigkeit einem bestimmten Großpriorat antipreußische, antirussische oder antiösterreichische Tendenzen zum Ausdruck brachte.


Bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts kann indes von einer ernsthaften hilfsdienstlichen Tätigkeit kaum gesprochen werden. Für karitative Beschäftigung bot der Orden insbesondere für die Damen einen standesgemäßen Rahmen. Die Rechtsritter als Kerngruppe der Gemeinschaft waren wenig in die aktive Hospitalität des Ordens eingebunden. Der aktive Dienst am notleidenden Mitmenschen wurde zum Teil ordensfremden Institutionen überlassen. Gerne übernahmen einzelne Ehrenritter aber die organisatorische und verantwortliche Leitung hilfsdienstlicher Einsätze. Die Karitas diente somit dazu, dem Orden in der Öffentlichkeit eine zeitgerechte Existenzberechtigung zu verschaffen. Auf diese Weise erfüllte die hilfsdienstliche Aktivität eine Aufgabe von zentraler ordenspolitischer Bedeutung.


Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Haus Savoy

Aus https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2020/01/25/haus-savoyen/

Obwohl die Savoyens dem Vatikan nahe stehen, brachten sie dennoch mindestens zwei Freimaurer hervor. Die Freimaurer und der Vatikan/Klerus waren von Anfang an verfeindet und bekämpften sich mit Propaganda, Hetze und Intrigen. Der Vatikan förderte in der Vergangenheit mehrfach die Verfolgung der Freimaurer, während die Freimaurer die Aufklärung sowie die Trennung von Staat und Kirche förderten. Nach dem 2. Weltkrieg scheinen die beiden Gruppen eine Art Waffenstillstand ausgehandelt zu haben. Ab da konnte sich die katholische Kirche im Volk der USA und Grossbritannien etablieren. Zuvor wurden dort die Katholiken diskriminiert. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Katholiken eine kleine Minderheit in den USA. Es sind bis heute kaum Katholiken in der Elite der beiden Länder vertreten. Nur ein britischer Premierminister war katholisch getauft (Boris Johnson), aber auch der war später anglikanisch konfirmiert. Neben Joe Biden war nur ein US-Präsident Katholik, nämlich der erschossene Kennedy. Alle anderen US-Präsidenten waren Protestanten und fast ein Drittel davon waren Freimaurer. Schon die Pilgerväter der USA waren Puritaner (Protestanten) und werden dementsprechend den Vatikan nicht gemocht haben. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts waren Katholiken von der britischen Thronfolge ausgeschlossen und Thronfolger durften keine Katholiken heiraten. 2015 wurde das Gesetz geändert. Das britische Königshaus war übrigens eine der wichtigsten Freimaurerfamilien der letzten 200 Jahren.

Amadeus I. (1845-1890) war der erste bekannte Freimaurer aus dem Haus Savoyen. Er war von 1871 bis 1873 König von Spanien. Er hob das bis dahin geltende Freimaurer-Verbot in Spanien auf. Schliesslich dankte Amadeus freiwillig ab und die erste spanische Republik wurde gegründet, die fortan von Politikern regiert wurde, von denen viele Freimaurer waren. Die Republik konnte sich fast zwei Jahre halten, wurde dann aber durch eine Monarchie ersetzt und Mitglieder des Hauses Bourbon erlangten wieder die Macht in Spanien. Amadeus heiratete in zweiter Ehe Maria Letizia Bonaparte, eine Nichte des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Marias Vater Napoléon Joseph und ihr Grossvater Jérôme waren wie weitere Mitglieder der Bonaparte Familie Freimaurer. Der Freimaurer Napoléon Joseph Bonaparte heiratete ebenfalls in das Haus Savoyen.

Viktor Emanuel von Savoyen (*1937 [✝2024]) traf die Päpste Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus. [Eine Audienz beim Papst ist nicht gerade gewöhnlich, alle Päpste seiner Lebenszeit - und nicht bloß ein Mal - zu treffen ein eindeutiges Indiz für enge Beziehungen, Anm.] Er war wie gesagt Mitglied der P2 [ital. Freimaurerloge] und ist zudem Mitglied des Malteserordens. Er musste schon öfters vor Gericht: In den 70er-Jahren wurde wegen internationalem Waffenhandel gegen ihn ermittelt. Er vermittelte den Verkauf von 300 Kampfhubschraubern an seinen Freund, den Schah von Persien. Die Hubschrauber gelangten schliesslich in Jordanien, Taiwan und Südafrika. Viktor Emanuel wurde durch diese Waffenverkäufe reich, wie ein Cousin erzählte. 1978 gab er mehrere Gewehrschüsse ab, die den deutschen 19-Jährigen Dirk Hamer töteten. Es soll ein Versehen gewesen sein. 1991 wurde Viktor Emanuel vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen, aber wegen illegalen Waffenbesitzes zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Dirk Hamer war der Sohn des verurteilten Alternativmediziners Ryke Geerd Hamer, ein Verschwörungstheoretiker, der seine eigene germanische Medizinkunde entwarf. 2006 wurde Viktor Emanuel verhaftet. Man warf ihm vor, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben, die für Korruption und Ausbeutung von Prostituierten verantwortlich ist. Dabei hatte Viktor Emanuel Kontakte in die Glücksspielindustrie. Er soll für Besucher eines Kasinos junge Prostituierte beschafft haben. Bei dieser Untersuchung wurde gegen weitere Leute wegen Korruption, Erpressung, Geldwäsche und Mafiaverbindungen ermittelt. Einer der Verdächtigten war Viktor Emanuels Cousin Simeon Sachsen-Coburg-Gotha, das Oberhaupt der nicht amtierenden Königsfamilie Bulgariens. Simeon war auch Ministerpräsident von Bulgarien. Ihm wurde vorgeworfen, dass er sich bestechen liess und dafür einem italienischen Unternehmer half in Bulgarien an öffentliche Aufträge zu kommen. Viktor Emanuel diente dabei als Vermittler. Es wurde auch gegen drei Carabinieri (Polizisten) ermittelt. Man verdächtigte sie, Informationen aus einer Datenbank an Viktor Emanuel und seine Leute weitergeleitet zu haben. Viktor Emanuel wurde letztendlich freigesprochen.

https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2020/01/25/haus-savoyen/
Vittorio Emanuelle in the robe of the Order of Saints Mauritius and Lazarus
Viktor Emanuel in der Robe des hauseigenen Ordens der heiligen Mauritius und Lazarus
Vittorio Emanuelle III. King of Italy, Pope Pious XI. and Mussolini
Viktor Emanuel III. König von Italien, Papst Pius XI. und Mussolini
Mussolini mit Savoyer Abzeichen, darunter der hauseigene Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus
Veröffentlicht in Vatikan, Kirche und italienischer Adel

Die Colonnas

Guido Colonna di Paliano (1908-1982) vertrat Italien ab 1933 als Diplomat in New York, Toronto, Kairo, Stockholm und London. In dieser Zeit war Italien eine faschistische Diktatur, die von Benito Mussolini geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur war Guido Colonna Generalvertreter der italienischen Delegation bei den Verhandlungen zum Marshallplan. Von 1948 bis 1956 war er der erste stellvertretende Generalsekretär der OEEC und somit stellvertretender Chef der internationalen Organisation. Die OEEC war der Vorläufer der heutigen OECD. Guido Colonna besetzte eine führende Position im italienischen Aussenministerium und war italienischer Botschafter in Norwegen. Er war von 1962 bis 1964 stellvertretender Generalsekretär der NATO und damit stellvertretender Chef des mächtigsten Militärbündnisses der Welt. Er führte den Vorsitz im Nordatlantikrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der NATO. Er war in den 60er Jahren auch Mitglied der EWG/EEC-Kommission. Sie war der Vorläufer der heutigen EU-Kommission.


Guido Colonna di Paliano (1908-1982) vertrat Italien ab 1933 als Diplomat in New York, Toronto, Kairo, Stockholm und London. In dieser Zeit war Italien eine faschistische Diktatur, die von Benito Mussolini geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur war Guido Colonna Generalvertreter der italienischen Delegation bei den Verhandlungen zum Marshallplan. Von 1948 bis 1956 war er der erste stellvertretende Generalsekretär der OEEC und somit stellvertretender Chef der internationalen Organisation. Die OEEC war der Vorläufer der heutigen OECD. Guido Colonna besetzte eine führende Position im italienischen Aussenministerium und war italienischer Botschafter in Norwegen. Er war von 1962 bis 1964 stellvertretender Generalsekretär der NATO und damit stellvertretender Chef des mächtigsten Militärbündnisses der Welt. Er führte den Vorsitz im Nordatlantikrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der NATO. Er war in den 60er Jahren auch Mitglied der EWG/EEC-Kommission. Sie war der Vorläufer der heutigen EU-Kommission.

Guido Colonna di Paliano gründete 1973 zusammen mit dem US-Amerikaner David Rockefeller die Trilaterale Kommission. Diese einflussreiche Denkfabrik dient dem Austausch der Eliten von Nordamerika, Westeuropa und Japan. In der Trilateralen Kommission sind viele Wirtschaftsführer und Politiker vertreten. Guido Colonna wird den Niederländer Max Kohnstamm gekannt haben, da dieser ebenfalls Mitgründer der Trilateralen Kommission war. Kohnstamm war ein Freund der niederländischen Königsfamilie. Kohnstamm war auch Mitgründer des Bilderberg-Treffens und gilt als einer der Gründerväter der EU.

Nachdem Guido Colonna di Paliano seine Karriere als Diplomat aufgegeben hatte, ging er in die Privatwirtschaft. Er war im Vorstand des italienischen Automobilkonzerns Fiat. Das Unternehmen wurde von der Agnelli Familie gegründet, die es bis heute kontrolliert. Die Agnellis gelten als die mächtigste Familie der italienischen Wirtschaftselite und heirateten in mehrere italienische Adelsfamilien. Guido Colonna kannte Giovanni Agnelli, das Familienoberhaupt. Sie waren gemeinsam bei der Trilateralen Kommission aktiv.

Guido Colonna di Paliano war im Vorstand eines grossen italienischen Elektrounternehmens, das vom US-amerikanischen Mischkonzern General Electric kontrolliert wurde. Guido Colonna war auch im Vorstand des Chemiekonzerns Solvay. Solvay ist eines der grössten belgischen Unternehmen und wird noch immer von der Gründerfamilie (Milliardäre) kontrolliert.

Guido Colonna di Paliano bei der EG-Kommission Rey (1967-1970), obere Reihe 2. v. l.

Prinz Ascanio Colonna di Paliano (1883-1971) war seit 1908 als Diplomat tätig. Er vertrat Italien in England, Türkei, Dänemark, Schweden und Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er zur italienischen Delegation bei der Pariser Friedenskonferenz. Er war von 1938 bis 1941 italienischer Botschafter in den Vereinigten Staaten. Er vertrat somit den italienischen Diktator Mussolini in den USA. Im Dezember 1941 überbrachte er dem damaligen US-Präsidenten Roosevelt die Kriegserklärung Italiens an die USA. Noch am selben Tag trat Prinz Ascanio zurück von seinem Amt als Botschafter, da er den Krieg mit den USA ablehnte.

Ascanios Bruder Fürst Marcantonio VII. (1881-1947) heiratete Isabelle aus der libanesischen Sursock Familie. Isabelle wurde durch die Heirat Teil der römischen High Society. Sie und ihr Mann waren dem Vatikan treu ergeben. Isabelle erhielt die vatikanische Staatsbürgerschaft, die nur ein paar hundert Personen besitzen. In ihrem Palast empfing Isabelle einflussreiche Persönlichkeiten aus der ganzen Welt. Die Sursock Familie war früher die reichste Familie des Libanons und brachte Freimaurer hervor. Die internationale Familie heiratete auch in die irische, muslimische und thailändische Aristokratie.

Bis 1968 wurden zahlreiche Ämter des Vatikans von Adligen besetzt und vererbt. Seit dem 16. Jahrhundert hatte die Colonna Familie das Privileg, dass ein Familienmitglied bei päpstlichen Zeremonien an der rechten Seite des päpstlichen Throns teilnehmen durfte. Fürst Aspreno Colonna di Paliano (1916-1987) war das letzte Familienmitglied, dem diese Ehre zuteilwurde. Mit seinen 35 Adelstiteln war er eine der adligsten Personen der Hocharistokratie.

Zur Rechten Fürst Aspreno Colonna di Paliano

Aus https://diemaechtigstenfamilienderwelt.ch/2022/02/17/haus-colonna/

Veröffentlicht in Sonstige

Pseudo-Aristotle de mundo

Vielmehr müssen wir uns das Walten Gottes ähnlich dem des Großkönigs vorstellen. War doch der Hofstaat des Kambyses, des Xerxes und des Dareios in so großartiger Weise eingerichtet, daß er den Gipfel der Hoheit und Erhabenheit erreichte. Der Herrscher selbst thronte, wie man berichtet in Susa oder Ekbatana, für jedermann unsichtbar, in einem wunderbaren Palaste, dessen Inneres von Gold, Elektron und Elfenbein strahlte. Da gab es viele Torgebäude, nach dem andern, und viele Vorhöfe, die durch viele Stadien voneinander getrennt waren; eherne Tore und mächtige Mauern schützten das Ganze. Dazu waren die vornehmsten und erprobtesten Männer berufen, die einen in der unmittelbaren Umgebung des Königs als seine Lanzenträger und seine Bedienung, andere als Wächter der einzelnen Höfe, als Torhüter und sogenannte Horcher, auf daß der König selbst, der Herr und Gott - denn so ward er angeredet - alles sähe und alles hörte. Gesondert von diesen waren andere angestellt, Verwalter der Staatseinkünfte, Anführer im Kriege und auf der Jagd, Empfänger der dargebrachten Geschenke und Beamte für alle übrigen Geschäfte, die der Bedarf des königlichen Haushaltes mit sich bringt.

Und die gesamte Herrschaft über Asien, die gen Abend bis zum Hellespont, gen Morgen bis zum Indus reichte, hatten unter sich Feldherren, Statthalter und Könige nach Völkern verteilt - auch sie Knechte des Großkönigs, denen wieder andere wie Dauerläufer, Späher, Boten, Wächter und Wärter der Feuerzeichen untergeordnet waren.

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In Karnak wars

Gedicht von Rainer Maria Rilke aus dem Zyklus "Aus dem Nachlass des Grafen C.W." oder Sämtliche Werke Band 2 Nr VII. Englische Version von Copilot AI übersetzt.

keiner las
so Offenbares je in einem Buche-,
(was hülfts, daß ich nach einem Namen suche):
das Unermeßliche kam in das Maß

der Opferung.- Oh sieh, was ist Besitz,
solang er nicht versteht, sich darzubringen?
Die Dinge gehen vorüber. Hülf den Dingen
in ihrem Gang. Daß nicht aus einem Ritz

dein Leben rinne. Sondern immerzu
sei du der Geber. Maultier drängt und Kuh
zur Stelle, wo des Königs Ebenbild,
der Gott, wie ein gestilltes Kind, gestillt

hinnimmt und lächelt. Seinem Heiligtume
geht nie der Atem aus. Er nimmt und nimmt,
und doch ist solche Milderung bestimmt,
daß die Prinzessin die Papyros-Blume
oft nur umfaßt, statt sie zu brechen.-

Hier sind alle Opfer-Gänge unterbrochen,
der Sonntag rafft sich auf, die langen Wochen
verstehn ihn nicht. Da schleppen Mensch und Tier
abseits Gewinne, die der Gott nicht weiß.

Geschäft, mags schwierig sein, es ist bezwinglich;
man übts und übts; die Erde wird erschwinglich,-
wer aber nun den Preis giebt,
der giebt preis.

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Religion und arkane Hierarchie

Der Orden der Gold- und Rosenkreuzer als geheime Kirche im 18. Jahrhundert

Renko D. Geffarth

Die abendländische Esoterik nahm ihren Ausgangspunkt in der italienischen Renaissance in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit der Wiederentdeckung antiker Schriften, etwa des spätantiken Corpus Hermeticum, als dessen Urheber die mythische Priestergestalt des Hermes Trismegistos galt, und ihrer Übertragung ins Lateinische durch den Philosophen Marsilio Ficino. [...]

Aus der Rezeption der Kabbala, des Platonismus und der Hermetik im deutschen Sprachraum entstanden schließlich das frühneuzeitliche Magiekonzept des Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim und in der Folge unter Einbindung der Alchemie die paracelsische Naturphilosophie, die Theosophie Jakob Böhmes und die Pansophie der Rosenkreuzerschriften des 17. Jahrhunderts—all dies immer im Wechselspiel und Widerstreit mit dem Christentum und seinen Konfessionen, die solche heterodoxen Strömungen durchaus auch als Häresie verfolgten. [...]

Schlögl betont den aufgeklärten Charakter auch der esoterischen Geheimbünde, da sie mit ihrer Bemühung um diesseitige Erlösung der ‚Schöpfung‘ eine „Alternative zur Heilsökonomik der christlichen Kirchen“ darstellten und daher dem „Selbstbewußtsein der Menschen am Ende des 18. Jahrhunderts“ entgegengekommen seien. [...]

In einem Überblicksaufsatz, der den Illuminatenorden und die Gold- und Rosenkreuzer behandelte, betonte der Münchner Historiker und Ordinarius Ludwig Hammermayer 1993 noch einmal den Gegensatz zwischen den ‚radikal-aufklärerischen‘ Illuminaten und den ‚theokratischen‘ Rosenkreuzern. [...]

Offensichtlich Reformen herausfordernde gesellschaftlich-kulturelle Bereiche waren die im 16. Jahrhundert entstandenen konfessionellen und die damit verbundenen politischen Spannungen im Reich, die Rolle der Religion in Kultur und Gesellschaft und nicht zuletzt das als mangelhaft empfundene Verständnis von ‚Wissenschaft‘. Diese drei Kernthemen sollten nun mit Hilfe der geheimen Bruderschaft der Rosenkreuzer einer Erneuerung unterzogen werden, die einem einheitlichen ‚Weltbild‘ folgte. Die Rosenkreuzermanifeste und der sich in den Jahren nach ihrem ersten Erscheinen vollziehende Diskurs sind damit nicht nur die Vermittler einer auf den Arzt und Hermetiker Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493– 1541), und die Hermetik der Renaissance rekurrierenden frühneuzeitlichen esoterischen Tradition, sondern ebenso Ausdruck der Wahrnehmung der Krisenhaftigkeit des frühen 17. Jahrhunderts.[...]

Diese ersten Jahre nach dem Erscheinen der Manifeste gelten als die Periode der ‚älteren‘ Rosenkreuzer, gefolgt von einer ‚mittleren‘ Periode, die aus der Übersetzung der Schriften in andere europäische Sprachen und ihrer Rezeption in anderen Ländern, insbesondere in England, resultierte; der Beginn dieser zweiten Periode wird im allgemeinen um die Mitte des 17. Jahrhunderts angesetzt und ihre Dauer bis in das frühe 18. Jahrhundert ausgedehnt. Für die ‚mittleren Rosenkreuzer‘ gibt es erste Spekulationen um tatsächlich existierende Bruderschaften oder auch nur Kreise von Personen, die sich selbst als Rosenkreuzer betrachteten oder bezeichneten; so soll etwa Gottfried Wilhelm Leibniz Mitglied eines Kreises von Alchemisten und Rosenkreuzern gewesen sein. Nach wie vor gilt aber auch für diese Phase des ‚Rosenkreuzertums‘, dass es eine wirkliche Gesellschaft, einen Orden, vergleichbar mit demjenigen des späten 18. Jahrhunderts, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegeben hat. [...]

Die Entwicklungsgeschichte der im folgenden Abschnitt vorgestellten Freimaurerei weist allerdings Einflüsse aus der Rezeption der Rosenkreuzerschriften im England des 17. Jahrhunderts auf, die etwa über Elias Ashmole (1617–1692), Mitglied der 1660 gegründeten Royal Society und einer der frühen Freimaurer, vermittelt wurden. Die in der vorliegenden Studie gewählte chronologische Reihenfolge ‚Ältere Rosenkreuzer‘—Freimaurer—Gold- und Rosenkreuzer beruht daher auf der begründeten Annahme, zwischen den Rosenkreuzermanifesten und der frühen Freimaurerei habe es ebenso eine inhaltliche Verbindung gegeben, wie es zwischen der Freimaurerei des 18. Jahrhunderts und dem Orden der Gold- und Rosenkreuzer einen strukturellen Zusammenhang gab. [...]